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Bayern-Kandidat Andreas Christensen bei Gladbach immer noch beliebt

Ex-Borussia-Spieler : Was Christensen mit Xhaka gemeinsam hat

Andreas Christensen ist beim FC Bayern im Gespräch. Er war von 2015 bis 2017 vom FC Chelsea an Borussia ausgeliehen. Wenn in den Jahren danach über Neulinge spekuliert wurde, hofften viele Fans immer wieder, er könne zurückkehren. Ähnlich ist es beim Schweizer Granit Xhaka.

Sein Bundesliga-Debüt bei Borussia 2015 war deprimierend. 0:4 verlor Gladbach bei Borussia Dortmund und Andreas Christensen war, weil er mit dem ebenfalls 18 Jahre alten Marvin Schulz das Innenverteidiger-Duo bildete, ein Gesicht der Niederlage. Zumal ihn Trainer Lucien Favre damals nach dem Debakel beim BVB aus dem Team nahm und den Teenager aus Dänemark indirekt damit zu einem Hauptverantwortlichen der Niederlage machte. Doch nach Favres Abgang einige Spiele später zeigte Christensen, der als Leihgabe des FC Chelsea für zwei Jahre Borusse geworden war, seine Stärken. Und zwar so sehr, dass er einer der Sehnsuchtsspieler der Gladbach-Freunde geworden ist.

82 Pflichtspiele hat der schweigsame Skandinavier gebraucht, um immer dann, wenn eine neue Transferperiode beginnt, genannt zu werden als hoffentlicher Zugang. Auch wenn es von Halbserie zu Halbserie utopischer wurde, dass Christensen zurückkehren würde. Zwar läuft nun Christensens Vertrag im Sommer 2022 aus und er wäre ablösefrei zu haben, doch ist das Thema mit der Gladbacher Verpflichtung von Marvin Friedrich als Ersatz für den scheidenden Matthias Ginter noch mehr durch als zuvor. Leisten konnte sich Borussia den Defensivspezialisten, dessen aktueller Marktwert auf 35 Millionen Euro taxiert wird, ohnehin schon lange nicht mehr. Träumen darf man, doch die Realität ist anders: Christensen ist Borussia entwachsen.

Da nutzte es auch nichts, dass Manager Max Eberl in Kontakt blieb mit Christensen. „Ich schaue mir jedes Spiel der Borussia als Aufzeichnung an und telefoniere auch oft mit Max Eberl“, erzählte Christensen mal. Nun könnte er aber doch zurückkehren in die Bundesliga. Der FC Bayern gilt aktuell als Favorit im Poker um den mittlerweile 25-Jährigen, der mit Chelsea die Champions League, die Europa League, den Uefa-Supercup und den englischen Pokal gewonnen hat.

Dass er mal leistungsmäßig ein Mann von gehobenem internationalen Format werden würde, deutete sich schon in Gladbach an. Er spielte für Borussia während der Champions-League-Saisons 2015/16 und 2016/17 und war trotz seiner Jugend ein stabilisierendes Element in der Defensive. Er half gegen Topteams wie Manchester City oder den FC Barcelona gut auszusehen und erstmals das Achtelfinale der Europa League zu erreichen durch das 4:2-Wunder beim AC Florenz. Das vierte Tor erzielte der Verteidiger Anfang 2017 sogar selbst.

Wie Granit Xhaka ist er einer der Spieler, die viele Fans liebend gern wieder im Borussia-Trikot sehen würden. Auch beim Schweizer, der von 2012 bis 2016 in Gladbach spielte und nun beim FC Arsenal tätig ist, kommen regelmäßig Gerüchte auf, er könne nochmal Borusse werden. Der frühere Gladbach-Kapitän lässt auch stets wissen, dass er Borussia im Herzen und sein Derby-Siegtor im Handy gespeichert hat. Christensen, der 2019 mit Chelsea immerhin mal für ein Testspiel in den Borussia-Park zurückkehrte, trägt nicht wie Xhaka sein Herz auf der Zunge, er klopft keine Sprüche, er macht einfach seinen Job. Damit aber erinnerte an die gute alte Fohlenzeit, als junge Dänen tolle Typen und super Spieler waren. Es passte alles so gut zusammen mit Borussia und Christensen.

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Der Ex-Borusse Marc-Andre ter Stegen könnte derweil theoretisch künftig sein Teamkamerad werden, denn auch der FC Barcelona wird im Zusammenhang mit Christensen genannt. Und der BVB. Wenn er aber ausgerechnet dort landen würde, wo es so schlecht für ihn begann in der Bundesliga, wäre das für viele Gladbach-Fans, die nicht gut zu sprechen sind auf Schwarz-Gelb wegen diverser Abwerbungen, ein Dorn im Auge. Mit Christensen bei den Bayern könnten sie, wenn es schon nicht Gladbach ist bei Andreas Christensens Bundesliga-Rückkehr, vermutlich besser leben. Und die Hoffnung, dass er irgendwann einmal wieder Borusse sein wird, die wird mancher vielleicht nie ganz verlieren. Wie bei Xhaka.