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Borussia Mönchengladbach: "Als Zuschauer habe ich das Recht, zu sagen, was mir nicht gefällt"

Borussia Mönchengladbach : "Als Zuschauer habe ich das Recht, zu sagen, was mir nicht gefällt"

Im Interview mit unserer Redaktion spricht Gladbach-Fan Wolfgang Dille über die Pfiffe gegen Oscar Wendt im Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth.

Herr Dille, ist es in Ordnung, das eigene Team auszupfeifen, wenn es mal nicht rund läuft?

Dille Ich gehe natürlich ins Stadion, um die Mannschaft anzufeuern. Ich stehe nach wie vor voll dahinter. Als Zuschauer habe ich aber das Recht, zu sagen, was mir nicht gefällt - und auch zu pfeifen, wenn etwas daneben geht. Das war eben die Situation bei uns auf der Ostgeraden am Samstag. Nach dem Motto: Halt stopp, was spielt ihr hier? Da muss mehr Dampf dahinter!

Dann gab es diese Szene mit Oscar Wendt vor der Ostgeraden.

Dille Er hat direkt vor meinen Augen in Block 9 einen Einwurf ausgeführt. Alle dachten, Wendt schmeißt den Ball zu Arango. Aber dann ging der irgendwo hin, wo ihn keiner kriegen konnte. Da haben halt einige Leute ihren Unmut geäußert. Er hat mit einer Geste geantwortet, dem Stinkefinger, die meines Erachtens überhaupt nicht geht. Da muss der Verein den Spieler auch zur Rechenschaft ziehen. Wendt hat sich danach entschuldigt. Das war eine gute Geste. Aber mit so einer Entschuldigung ist es nicht getan. Eine Konsequenz daraus ist, dass ich mir diese Saison kein Spiel mehr im Borussia-Park ansehen werde.

Die Unruhe kam schon nach knapp zehn Minuten auf unter den 50.000. Ist das nicht ein bisschen früh?

Dille Das kristallisierte sich ja schon in den letzten Spielen heraus. Jeder weiß, dass es gegen Fürth manchmal schwieriger ist als gegen den Deutschen Meister. Nur sah es gegen Hannover und Freiburg schon so aus. Vizepräsident Bonhof hat die Spielweise ja auch kritisiert. Ich verstehe nicht, wie sich das innerhalb einer Saison so ändert. Die Mannschaft kann viel mehr. Deshalb habe ich kein Verständnis dafür, dass man gegen den Letzten so defensiv spielt.

Nur ist Fürth trotz allem nie Kanonenfutter gewesen, hat kein Auswärtsspiel mit mehr als zwei Toren verloren.

Dille Ich will das auch gar nicht an diesem einen Spiel festmachen. So ein dreckiger Sieg muss auch mal her. Aber Max Eberl hat nach dem Spiel in Freiburg selbst gesagt, dass das zu wenig war - und nichts hat sich gebessert. Das ist es, was die Zuschauer nach neun Minuten aufregt.

Viele Fans erinnern ständig daran, wie schlecht es in den vergangenen 15 Jahren aussah.

Dille Wir haben 41 Punkte, klar. Allerdings bedauere ich den einen oder anderen Punktverlust. Wir könnten auch auf Platz vier oder fünf stehen. Der Verein sagt selbst, dass die Europa League finanziell nicht so lukrativ sei wie die Champions League. Warum setzt man sich da nicht höhere Ziele?

Was wünschen Sie sich für die nächste Saison?

Dille Es muss mehr Druck aus dem Mittelfeld kommen. Borussias Doppelsechs ist nicht das Gelbe vom Ei. Da fehlt ein Spielgestalter, der Impulse gibt. Aber unser Trainer wird das schon machen.

Jannik Sorgatz führte das Gespräch.

Hier geht es zur Infostrecke: Bundesliga 12/13: Fan-Reaktionen auf Pfiffe gegen Wendt

(RP/seeg)