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Borussia Mönchengladbach: Als Kiew nicht tauschen wollte...

Borussia Mönchengladbach : Als Kiew nicht tauschen wollte...

Es gibt optimale Zeitpunkte, ein Buch zu veröffentlichen. Einer ist, wenn die Kundschaft nach allem lechzt , was es zum Thema gibt. Da Borussias Fans die Sekunden zählen bis Dienstag, wenn Gladbach gegen Dynamo Kiew nach 16 Jahren zurückkehrt in den Europapokal, kommt das Buch "Magische Nächte" (19,90 Euro) gerade recht.

Auf 176 Seiten werden in dem beim Werkstatt-Verlag erschienenen Werk alle 18 Spielzeiten, die Borussia zwischen 1960/61 und 1996/97 im Europapokal bestritt, beschrieben. Viel Statistik gibt es, die eignet sich bestens für nette Quizabende. Kostproben: 125 Spiele gab es, 75 wurden gewonnen, 24 verloren. Christian Kulik machte die meisten Europapokal-Spiele für Gladbach (66), Jupp Heynckes die meisten Tore (45). Herbert Laumen traf als erster Borusse im Europapokal — am 16. September 1970 beim 6:0 gegen Larnaca — in Augsburg.

Die Auswahl der beschriebenen Spiele ist klassisch: das Elfmeterdrama von Everton, der Büchsenwurf, der Triumph von Enschede, die Pfiffe des Herrn van der Kroft, der letzte Uefa-Cup-Sieg gegen Belgrad, das Nebelspiel von Lodz und die letzte wundervolle europäische Nacht bei Arsenal London. Zu jedem Spiel gibt es Erinnerungen von Ex-Spielern in Interview-Form. Zudem gibt es viele starke Bilder und kuriose Randgeschichten. Wie diese: Nach dem Aus in der Saison 1976/77 verweigerten die Spieler von Dynamo Kiew den Trikottausch. Nur Berti Vogts hatte Glück: Er bekam das Hemd von Oleg Blochin. Ganz sicher würden die Borussen der Gegenwart wieder auf die Trikots verzichten, wenn sie dafür Kiew noch mal packen. Das wäre die perfekte Auftakt-Geschichte für das nächste Europapokal-Buch.

(RP)