Als Borussia Mönchengladbach mit Puma in Fürth siegte ...

Borussia Mönchengladbach : Als Borussia mit Puma in Fürth siegte ...

Puma hat eine lange gemeinsame Vergangenheit mit Gladbach. Der Sportartikel-Hersteller aus Herzogenaurach war 30 Jahre Ausrüster. Nun soll er Favorit sein, 2018 auf Kappa zu folgen.

Es sind nur 20 Kilometer von Fürth nach Herzogenaurach, 20 Autominuten über die Autobahn 73. Geschichtsbewusste Borussia-Fans könnten also die Reise zum heutigen Pokalspiel beim Zweitligisten Spielvereinigung Greuther Fürth nutzen, um ein wenig die Randbereiche der Historie ihres Klubs aufzusaugen bei einem Besuch in dem mittelfränkischen 25.000-Einwohner-Städtchen. Immerhin stammt Lothar Matthäus von da, und auch wenn er seit seinem Wechsel zum FC Bayern nach dem Pokalfinale 1984 als "Judas" verrufen ist, gehört er zu den imposantesten Spielerfiguren der Vereinsgeschichte. Zudem ist da Puma, der Sportartikel-Hersteller, der seinen Firmensitz in Herzogenaurach hat, und Puma war 30 Jahre Borussias Ausrüster.

Mithin schafften die Gladbacher, die bis 1962 vom anderen Sportartikler aus Herzogenaurach, Adidas, bestückt wurden, ihre größten Erfolge mit der Wildkatze auf dem Trikot: fünf Meisterschaften, die beiden Uefa-Cup-Siege und einen der drei Pokalsiege. Trikots aus jenen Tagen sind begehrte Sammlerstücke, die bei Internet-Auktionen zu Preisen von 130 Euro aufwärts angeboten werden.

Aus der Puma-Vergangenheit könnte bald wieder eine Gegenwart werden, vielleicht ab 2018. Dann läuft der Vertrag der Gladbacher mit dem aktuellen Ausrüster Kappa nach fünf Jahren aus. Puma soll favorisiert sein, Nachfolger von Kappa zu werden. Der "Express" berichtete schon von einem Deal über zehn Jahre, das Magazins "Sponsors" schrieb von "fortgeschrittenen Gesprächen" zwischen Puma und Borussia. Gegenüber dieser Zeitung wurde sogar schon von einer Entscheidung pro Puma gesprochen. Der Sportartikler und Borussia äußern sich nicht zu den Spekulationen.

"Unser Vertrag mit Kappa läuft bis 2018. Wir sind sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit", sagt Guido Uhle, Direktor Sponsoring bei Borussia. Zu Gerüchten, Puma könne schon zur neuen Saison in Gladbach einsteigen, sagt er: "Wir haben mit Kappa bereits die Trikots für die neue Saison entworfen. Sie sind bestellt." Weiße Heimtrikots, grüne Auswärtshemden und schwarze für besondere Spiele (Europa) - die Farbstruktur wird beibehalten auch in der neuen Saison. Kappa stellte gegenüber "Sponsors" klar, dass es 2017 keine Ausrüster-Rotation in Gladbach geben wird: "Unsere Partnerschaft mit Borussia ist vertraglich bis 2018 fixiert. Wir sind stolz darauf, die Fohlenelf in der Saison 2017/18 begleiten zu dürfen, ein vorzeitiges Vertragsende spielt keine Rolle." Darüber hinaus sei durchaus eine Zusammenarbeit vorstellbar, "sofern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für unser Unternehmen darstellbar sind". Dass Borussias Preis durch die in den vergangenen Jahren fast ständige Teilnahme am Europapokal gestiegen ist, liegt auf der Hand.

Kappa zahlt geschätzt rund fünf Millionen Euro pro Saison, das dürfte künftig nicht mehr ausreichen. "Wir sind natürlich in Gesprächen, aber es gibt verschiedene Optionen, eine davon ist weiter auch Kappa", sagt Uhle. Die US-Hersteller Under Amour und Nike wurden ebenfalls mit Borussia in Verbindung gebracht. Zudem soll New Balance, auch aus den USA, nun an der Ausrüstung eines Bundesligisten interessiert sein. Für einen Neueinsteiger könnte Borussia ein interessanter Ansprechpartner sein. Ein Entscheidungsgrund wird für die Ausrüster sein, wie es sportlich läuft - in Gladbach, aber auch bei der Konkurrenz. 2018 laufen zum Beispiel beim 1. FC Köln, Bayer Leverkusen und Schalke die Ausrüsterverträge aus.

Borussias Vergangenheit mit Puma kann aber ein Faktor sein. Der Ansatz, den Johan Adamsson, Leiter Sportmarketing des Unternehmens, gegenüber "Sponsors" beschrieb, könnte für Gladbach sprechen: "Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir mit weiteren Klubs, die zu uns passen, zusammenarbeiten." Das Puma-Motto "Forever faster" entspricht von jeher Gladbachs Spiel-Stil. Kommen Borussia und Puma wieder zusammen, könnte, das ist zumindest ein charmanter Gedanke, möglicherweise Superstar Rihanna zum Konzert nach Gladbach. Die Sängerin ist Modebotschafterin und Kreativdirektorin bei Puma. Weniger wegen Rihanna als vielmehr wegen der Romantik hätten die Borussia-Fans ihre Freude an einer Puma-Rückkehr. Doch offiziell ist alles offen. Klar ist: Auch wenn die Borussen heute in der Nähe von Herzogenaurach sind, werden sie keinen Puma mitbringen aus Franken. In der Saison 1983/84 spielte Borussia mit Puma und Lothar Matthäus in Fürth. Es gab ein 6:0. Am Ende stand Borussia im Endspiel gegen die Bayern ...

Borussias Ausrüster: Adidas (bis 1962), Puma (1962 bis 1992), Asics (1992 bis 1995), Reebok (1995 bis 2003), Lotto (2003 bis 2013), Kappa (seit 2013).

Hier geht es zur Bilderstrecke: Großer Andrang beim Verkaufsstart der neuen Trikots

(kk)
Mehr von RP ONLINE