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Alassane Plea rettet Borussia Mönchengladbach einen Punkt in Augsburg

1:1 beim Auswärts-Angstgegner : Plea rettet Borussia einen Punkt in Augsburg

In der Anfangsphase geriet Borussia beim FC Augsburg in Rückstand und ließ vorne beste Chancen liegen. Trotzdem reichte es in der zweiten Halbzeit noch für ein 1:1 beim ungeliebten Gegner. Für das Unentschieden sorgte Alassane Plea mit seinem ersten Bundesligator.

Seit 23 Jahren nicht sechs Punkte zum Auftakt geholt, noch nie in der Bundesliga beim FC Augsburg gewonnen und seit 2011 nicht mehr das erste Auswärtsspiel der Saison - mit einem Sieg am zweiten Spieltag hätte sich Borussia so einiger Negativserien entledigen können. Doch in Augsburg wird sie am Ende vermutlich mit dem 1:1-Unentschieden zufrieden gewesen sein. Rekord-Einkauf Alassane Plea glich als Joker den Führungstreffer von Michael Gregoritsch aus. Wie vergangene Saison startet Dieter Heckings Mannschaft mit vier Punkten aus zwei Spielen.

Der Trainer vertraute von Beginn an der Elf, die die ersten 79 Minuten gegen Bayer Leverkusen absolviert hatte. Jordan Beyer machte hinten rechts sein zweites Ligaspiel, Tony Jantschke ersetzte innen weiterhin Nico Elvedi, der noch nicht wieder im Kader stand nach seiner Blinddarmoperation. Mit dabei war dafür Laszlo Bénes, der von Beginn an allerdings keine Alternative darstellte, so dass das Dreier-Mittelfeld um Tobias Strobl, Florian Neuhaus und Jonas Hofmann wieder in der Startelf stand. Vorne begannen Fabian Johnson, Raffael und Thorgan Hazard.

Nach nur einer Minute führte Strobl einen Freistoß schnell aus, über den er sich erst noch beschweren wollte, weil er sich um den Vorteil gebracht sah. Hazard tauchte frei vor Augsburgs Torwart Fabian Giefer auf, brachte mit links aber keinen wuchtigen Abschluss zustande. Die folgende erste Ecke nutzte Borussia für eine Variante: Hazard spielte den Ball in den Rückraum auf Jonas Hofmann, dessen Schuss zu einer weiteren Ecke abgefälscht wurde. Allerdings zeigte sich auch Augsburg in den ersten Minuten gefährlich: Eine Kopfballabwehr landete bei U21-Nationalspieler Marco Richter, der von der Strafraumgrenze einen nicht ungefährlichen Schuss über das Tor abgab.

Borussia konnte die guten Ansätze der ersten Momente des Spiels nicht bestätigen. Augsburg war schnell drin - was dann nach zwölf Minuten auch für den Ball galt. Bei einer Halbfeldflanke von Philipp Max verschätzte sich Tony Jantschke böse. Hinter ihm hatte Michael Gregoritsch alle Zeit der Welt, den Ball zu verarbeiten und unhaltbar für Sommer aus wenigen Metern ins Tor zu schießen. Bereits vergangene Saison war Borussia in Augsburg früh in Rückstand geraten, hatte aber schnell geantwortet. Auch diesmal wäre es um ein Haar gelungen: Über Strobl und Raffael räumten die Gäste in der 17. Minute gut ab, so dass Hazard erneut alleine auf Giefer zulief. Diesmal umkurvte er den Torwart geschickte und legte von der Grundlinie quer. Doch Fabian Johnson grätschte den Ball gegen den auf der Linie absichernden Jeffrey Gouweleeuw. Im Gegenzug musste Sommer gegen Richter die kurze Ecke zumachen - es war eine ereignisreiche Anfangsphase in Augsburg.

Die nächste gefährliche Strafraumszene ließ dann eine Weile auf sich warten. Augsburg stand tief und ließ sich nicht locken. Nach Ballgewinnen wiederum versuchten es die Gastgeber mit zahlreichen langen Bällen, die Borussia in der Phase jedoch gut verteidigte. Kurz vor der Pause zog Jantschke in einem Laufduell mit seinem Ex-Kollegen André Hahn zwangsläufig den Kürzeren, diesmal trat Gregoritsch im Zentrum aber über den Ball. Wie schon in den ersten Spielen schickte Hecking seine Ersatzleute bereits im Verlauf der ersten Hälfte zum Warmlaufen: Denis Zakaria, Michael Cuisance, Patrick Herrmann, Alassane Plea - die Auswahl, um das Spiel zu beleben, war üppig. Die letzte Möglichkeit vor dem Seitenwechsel hatte Augsburg in der Nachspielzeit: Hahn blockierte einen Gladbacher Freistoß, Hofmann schoss den Ex-Kollegen an, was Schiedsrichter Frank Willenborg in den Moment nicht sah. Aus der Distanz konnte es deshalb Richter noch einmal probieren, aber Sommer hielt sicher.

Hecking entschied sich nicht nur für zwei Wechsel auf einmal, sondern auch für ein anderes System. Er brachte Plea und Zakaria für Beyer und Raffael. Fortan bildeten Ginter, Strobl und Jantschke eine Dreierkette, auf den Außenbahnen spielten Wendt und Johnson, Zakaria nahm die Sechser-Position ein, im offensiven Mittelfeld blieben Hofmann und Neuhaus, im Angriff spielten nun Plea und Hazard nebeneinander. Im Fokus stand aber erst einmal Torwart Sommer, der gleich zweimal im Fünfmeterraum gegen Gregoritsch parieren musste, einmal in höchster Not mit einer akrobatischen Fußabwehr.

Erst Mitte der zweiten Hälfte schien die Umstellung zu fruchten. Zakaria vergrößerte seinen Aktionsradius und setzte auf rechts Johnson in Szene. Der brachte den Ball in die Mitte, wo Hazards Schuss im letzten Moment zur Ecke abgefälscht wurde. Die führte der Belgier wie gewohnt selbst aus, am ersten Pfosten verlängerte Strobl den Ball, der in hohem Bogen bei Plea landete. Mühelos erzielte der Franzose per Kopf sein erstes Bundesligator. Eine Minute mussten die Borussen und ihre Fans allerdings zittern, bis Willenborg in Absprache mit den Video-Assistenten den Treffer bestätigte.

Borussia setzte danach nicht alles auf eine Karte, weil Augsburg selbst ständig Gefahr ausstrahlte. Ein paar harmlose und verhinderte Abschlüsse gab es auf beiden Seiten, die ganz großen Chancen zum Sieg gab es jedoch nicht.

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