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2:2 - Borussia Mönchengladbach gewinnt schon wieder nicht beim SC Freiburg

Wieder kein Sieg in Freiburg : Borussia verpasst den Sprung auf die Europacup-Plätze

Borussia Mönchengladbach bleibt auch ein 19. Jahr in Folge ohne Bundesliga-Sieg beim SC Freiburg. Diesmal führten die Fohlen sogar und erzielten zwei Tore. Es reichte dennoch nur zu einem 2:2.

Vor dem Spiel hatte „Sky“ noch einmal den beinahe historischen Moment gezeigt: Am 23. März 2002 traf Arie van Lent für Borussia zum 1:0 und wurde damit zum letzten Gladbacher Siegtorschützen in der Bundesliga beim SC Freiburg – und van Lent wird es auch im 19. Jahr bleiben. 2:2 trennten sich die Breisgauer und die Fohlen am zehnten Spieltag.

Gladbach verpasste damit den Sprung auf die Europacup-Plätze und bleibt Siebter - während Dortmund, Union und Wolfsburg alle ebenfalls nicht gewinnen konnten. Beim nächsten Gastspiel in Freiburg wird Borussia im neuen Stadion des SC antreten. Vielleicht bleibt der Fluch ja im alten Dreisamstadion.

Nico Elvedi: Muskelverletzung. Tony Jantschke: Schleimbeutelverletzung im Knie. Ramy Bensebaini: Noch kein Thema nach der Rückkehr aus der Corona-Quarantäne. Marco Rose musste drei potenzielle Innenverteidiger ersetzen und hatte zudem erklärt, dass bei Jordan Beyer noch „ein paar Prozent“ fehlen. Diesmal übernahm jedoch nicht Denis Zakaria den Notnagel-Job in der Innenverteidigung, sondern Christoph Kramer in seinem 200. Pflichtspiel für Borussia. Zakaria begann neben Florian Neuhaus auf der Sechs. Außerdem waren Hannes Wolf (für Valentino Lazaro) und Breel Embolo (für Marcus Thuram) neu in der Startelf.

Es begann um ein Haar typisch für Gladbachs Gastspiele in Freiburg. Matthias Ginters Spieleröffnung in der 15. Minute landete schnell wieder dort, wo sie hergekommen war. Ermedin Demirovic bediente Lucas Höler, der sich frei vor Yann Sommer die Ecke aussuchen konnte und den Pfosten traf. Für Borussias Qualität spricht es, wie sie in der 23. Minute mit dem ersten gelungenen Angriff in Führung ging.

Diesmal erzielte Ginters Diagonalball die erwünschte Wirkung, Alassane Plea leitete direkt weiter zu Embolo, der spielte einen direkten Doppelpass mit Lars Stindl. Der geriet eigentlich einen Tick zu ungenau, doch Freiburgs Keeper Florian Müller zögerte einen Augenblick zu lang. Mit links setzte Embolo den Ball flach in die rechte Ecke, Müller blieb auch noch ein wenig im Rasen hängen.

In der Folge kam Freiburg auf: Demirovic prüfte Sommer mit einem leicht verdeckten Flachschuss, gegen Ex-Fohlen Vincenzo Grifo, der zentral zu viel Platz bekam, reagierte Sommer gut mit den Fäusten. Dass die Führung keine zehn Minuten hielt, war wenig verblüffend. Grifo brachte in der 32. Minute einen Eckball herein, Baptiste Santamaria hatte Zeit und Platz genug, um sich den Ball mit dem Rücken zum Tor zum Fallrückzieher aufzulegen. Den starken Abschluss lenkte Philipp Lienhart per Kopf entscheidend ab, sodass Sommer ins Leere flog. Zum neunten Mal in Folge war Borussia in der Liga in Führung gegangen, zum sechsten Mal kassierte sie das 1:1.

Kurz darauf wäre Freiburg beinahe das 2:1 gelungen. Keven Schlotterbeck genoss bei einer Ecke ebenfalls unglaublich viel Raum, stieg hoch und setzte seinen Kopfball knapp drüber. Mit einem Remis, aber mit 10:5 Torschüssen und 2,6:0,6 Expected Goals aus Sicht der Gastgeber ging es in die Pause. In der Nachspielzeit sah Neuhaus noch seine vierte Gelbe Karte, eine eher fragwürdige. Es ging nach dem Seitenwechsel personell unverändert weiter.

Keine drei Minuten vergingen, bis es Elfmeter für Freiburg gab. Zahlreiche Kollegen hätten es vorher klären können, doch Nicolas Höfler durfte sich gegen Stefan Lainer in den Strafraum stochern, der Österreich stieg ihm am Ende beim Drehen aufs Bein und brachte ihn zu Fall. Der Pfiff durch Schiedsrichter Tobias Stieler ließ sich nicht vermeiden. Grifo verwandelte sicher, indem er Sommer in die falsche Ecke schickte.

Nun war es eine Konstellation wie Ende Oktober in Mainz: Bei einem kriselnden Team hatte Borussia auswärts eine Führung komplett aus der Hand gegeben. Damals drehten die Fohlen spät die Partie, und diesmal sollte es nicht annähernd so lange dauern bis zum 2:2. Der Ball lief gut über Stindl, Wolf und Neuhaus, landete bei Plea – und der Franzose traf in der 50. Minute aus halblinker Position aus 20 Metern traumhaft in den Winkel. Der 27-Jährige untermauerte damit seine herausragende Form, der die Covid-19-Pause im November offenbar gar nichts anhaben konnte.

Rose wechselte bald danach zum ersten Mal. Laszlo Bénes kam rein – es sollte sein längster Einsatz in diesem Jahr werden, nie hatte er mehr als eine Viertelstunde ran gedurft. Der nächste Versuch kam von Stindl, rutschte ihm aus der Distanz aber ein wenig über den Fuß. Borussia würde sich gewiss nicht mit einem Punkt zufriedengeben, wirkte hinten aber wacklig genug, um Freiburg ebenfalls an einen Dreier glauben zu lassen.

Borussia gelang nicht alles, aber ab und an blitzte es auf im Kombinationsspiel. Nach einer guten Stunde tankte sich Embolo rechts durch und hätte beinahe Oscar Wendt im Zentrum gefunden. Der Doppelwechsel in der 64. Minute durfte durchaus als Signal gewertet werden: Lazaro kam für Lainer, Thuram für Wolf. Gladbach bekam so eine neue rechte Seite.

Bis auf gegnerische Standards wurde Borussia hinten stabiler. Vorne blieb noch genügend Zeit, um den Druck nach und nach zu erhöhen. Nach einem Schuss von Bénes hätten die Fohlen gerne einen Elfmeter gehabt, Schlotterbeck hatte den Ball aber nicht strafbar an die Hand bekommen. Freiburg wechselte in der 74. Minute auch doppelt: Es kam unter anderem Gladbach-Schreck Nils Petersen, Siegtorschütze beim Duell im Juni.

Der sorgte zunächst nicht für erhöhten Puls in Borussias Reihen, sondern Grifo. Der Italiener wurde wieder einmal allein gelassen und setzte den Ball an den rechten Pfosten. Kurz darauf nutzte Rose seinen dritten und letzten Wechsel-Slot, Patrick Herrmann kam für Plea und holte mit seinem 344. Pflichtspiel für Borussia Hans-Jörg Criens ein.

Die 84. Minute brachte beide Teams dem Sieg ganz nah. Zunächst spielte Neuhaus einen ganz starken Ball auf Herrmann, der im Abschluss vor Müller zu zaghaft wirkte. Im Gegenzug landete der Ball unter Gladbacher Hilfe bei Petersen, der sich derartige Möglichkeiten sonst nicht entgehen lässt.

Beide sollten weitere Riesenchancen bekommen, diesmal legte Freiburg vor, scheiterte nach einem Standard aber gleich dreimal am hervorragend reagierenden Sommer. Nach der ersten Parade hätte jedoch der Video-Assistent wegen einer Abseitsstellung eingegriffen. Auf der Gegenseite ließ Herrmann die große Möglichkeit zum 3:2 liegen. Sein Schuss rollte knapp am linken Pfosten vorbei. Bald danach war Schluss.

Statistik:

Freiburg: Florian Müller - Lienhart, Schlotterbeck, Gulde - Schmid, Santamaria, Höfler, Günter - Höler (74. Sallai), Demirovic (74. Petersen), Grifo (83. Til). - Trainer: Streich

Mönchengladbach: Sommer - Lainer (64. Lazaro), Ginter, Kramer, Wendt - Zakaria (53. Benes), Neuhaus - Wolf (64. Thuram), Stindl, Plea (79. Herrmann) - Embolo. - Trainer: Rose

Schiedsrichter: Tobias Stieler (Hamburg)

Tore: 0:1 Embolo (23.), 1:1 Lienhart (32.), 2:1 Grifo (49. Elfmeter), 2:2 Plea (50.)

Zuschauer: keine

Gelbe Karten: Schlotterbeck - Neuhaus (4), Plea

Torschüsse: 22:11

Ecken: 5:5

Ballbesitz: 42:58 %

Zweikämpfe: 110:97

Hier geht es zur Bilderstrecke: Freiburg - Borussia: die Bilder des Spiels