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Borussia Mönchengladbach: 17 Torschützen, aber keine Torjäger

Borussia Mönchengladbach : 17 Torschützen, aber keine Torjäger

Neue Rekorde und denkwürdige Bestmarken bescherte Borussia seinen Fans in der abgelaufenen Bundesliga-Saison.

Was haben Tolga Cigerci, Alexander Ring und Lukas Rupp gemeinsam? Sie sind Borussias einzige Feldspieler, denen in der abgelaufenen Saison kein Tor gelungen ist. Drei von insgesamt 20 Spielern — das ist eine beachtlich niedrige Quote und auch eine Kuriosität der Bundesliga-Spielzeit 2012/13. Denn somit stellte der Verein mit den wenigsten eingesetzten Spielern (inklusive der Torhüter 22) die meisten Torschützen (wie die Bayern 17). Doch das ist beileibe nicht der einzige bemerkenswerte Fakt aus Borussias 45. Saison in der Ersten Liga.

Da ist zum Beispiel die Platzierung in der Abschlusstabelle. Erst zum zweiten Mal nach der Spielzeit 1966/67 belegt Borussia dort den achten Rang. Kurios: Wie in der aktuellen Saison gelangen Gladbach auch damals innerhalb der Spielzeit keine zwei Siege in Folge. Nie platzierte sich ein Verein ohne Siegesserie in der Liga höher.

Dass es in der vergangenen Saison in Sachen Ergebnisse ein stetiges Auf und Ab war, lassen auch diese Zahlen erahnen: Borussia erkämpfte sich noch 13 Punkte nach Rückstand, allerdings ließ sie nach Führung auch 18 Zähler liegen. In beiden Kategorien nehmen die Borussen vordere Plätze ein.

Drei Siege gelangen den Gladbachern noch nach Rückstand — allesamt auf fremden Plätzen. Das 3:2 in Hannover war die erste erfolgreiche Aufholjagd nach einem 0:2 seit 18 Jahren (damals 4:2 in Stuttgart). Auswärts gelang Branimir Hrgota mit seinen drei Treffern beim Sieg in Mainz auch der einzige Mehrfachpack eines Borussen in dieser Saison. Nie zuvor trafen die Gladbacher seltener doppelt oder dreifach. Generell fehlte Borussia ein Torjäger. Luuk de Jong und Patrick Herrmann sind mit sechs Treffern schon die internen Torschützenkönige: Nur in der Abstiegssaison 2006/07 waren mit Kahê und Oliver Neuville (je vier Tore) die besten Schützen noch erfolgloser.

Diesen Minuswert überbot aktuell sogar Innenverteidiger Martin Stranzl, der auch beim 3:4 gegen Bayern München traf. Der torreiche Saisonkehraus gegen den neuen Deutschen Meister war in mehrerlei Hinsicht denkwürdig. So kassierte Borussia am letzten Spieltag ihre 150. Heimniederlage in der Bundesliga, ein 3:4 daheim gab es aber in 45 Jahren erst zum zweiten Mal. Die erste Niederlage mit diesem Ergebnis musste Gladbach am 34. Spieltag 1972/73 gegen Stuttgart hinnehmen. Es war jenes Borussenteam, das kurz darauf den 1. FC Köln im legendären Pokalfinale 2:1 schlagen sollte und das sich 40 Jahre später vor dem 3:4 gegen Bayern zu einem Grillabend traf.

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Kurioserweise fielen bei der torreichen Niederlage 1973 fünf Tore in den ersten 23 Minuten. Das bedeutete bis vor zehn Tagen Liga-Rekord, ehe Gladbach und Bayern schon bis zur 18. Minute fünfmal zuschlugen. In dieser historischen Anfangsphase erzielte Havard Nordtveit das zwischenzeitliche 3:1 und damit das letzte Borussentor der Spielzeit. Es war Nordtveits erster Saisontreffer, mit dem er einen Gladbacher Vereinsrekord perfekt machte: Nie zuvor hatten 17 Borussen in einer Bundesligasaison getroffen — womit wir wieder am Anfang und dem erfolglosen Trio Cigerci/Ring/Rupp wären.

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(RP/ac/can/jco)