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1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach: Alassane Plea ist der Derby-Held

Sieg gegen Köln : Gladbachs Derby-Held heißt Plea

Die stark aufspielende Borussia gewinnt das Derby gegen den 1. FC Köln. Der Franzose Alassane Plea erzielt das einzige Tor beim 1:0-Sieg. Der Sieg hätte durchaus höher ausfallen können.

Hennes war bockig. Das lebende Maskottchen des 1. FC Köln sollte vor dem Derby seines Klubs gegen Borussia Mönchengladbach auf dem Spielfeld posieren, doch so richtig Lust hatte er darauf nicht, das war zu sehen. Die Kölner Mannschaft, die hatte indes ganz viel „Bock“ auf das Spiel gegen den rheinischen Rivalen. Eingestimmt wurde sie durch die Jubelszenen von Marcel Risse (2016) und Simon Terodde (2018), die die letzten Derby-Helden waren aus Kölner Sicht. „Fortsetzung folgt“, das war das Versprechen des Tages. Der Aufsteiger ging es forsch an gegen den Europa-League-Teilnehmer vom Niederrhein.

Doch das Ansinnen allein reichte nicht für die Kölner. Die Gladbacher siegten 1:0 im RheinEnergie-Stadion, das Tor erzielte der Franzose Alassane Plea, der somit zum Derby-Helden der Borussen wurde. Für Borussia war es der zweite Liga-Sieg unter Trainer Marco Rose, wie zuvor in Mainz (3:1) gelang der „Dreier“ in der Fremde. Emotional ist es der perfekte Start in erste Englische Woche der Saison. Am Donnerstag kommt in der Europa League der Wolfsberger AC in den Borussia-Park, am Sonntag dann Fortuna Düsseldorf zum Niederrheinduell in der Bundesliga.

Begleitet wurde die Partie von unschönen Nebenschauplätzen: Ein Fan im Kölner Block warf einen Feuerwerskörper in Richtung Innenraum und verletzte damit zwölf Ordner und Fotografen. Die Polizei konnte bereits einen Tatverdächtigen in Gewahrsam nehmen. Am Abend vor dem Spiel hatten Kölner Fans bereits den Eingang des Gästeblocks mit Buttersäure „verseucht“, doch war das bis zum Anpfiff beseitigt. Die Gladbacher, die das Motto „Alle in Schwarz zum Derby“ ausgerufen hatten, zündeten dafür zu Beginn des Spiels Pyrotechnik, das dürfte eine Geldstrafe nach sich ziehen. 2000 Polizisten waren beim Derby im Einsatz.

Borussias Trainer Marco Rose veränderte sein Team im Vergleich zum 1:3 gegen RB Leipzig auf zwei Positionen: Hinten links kam Ramy Bensebaini für den erkrankten Oscar Wendt ins Team, der Algerier feierte sein Bundesliga- und Gladbach-Debüt. Und im Mittelfeld kam Christoph Kramer für Fabian Johnson ins Team, für Kramer war es der erste Startelf-Einsatz der Saison. Kramer war neben Florian Neuhaus der zweite Achter. Denis Zakaria blieb auf der Sechs, Breel Embolo war der Zehner hinter der Doppelspitze Alassane Plea und Marcus Thuram.

Kramer war von Beginn an einer der Aktivposten im Gladbacher Spiel. Er war als Ballverteiler und Balleroberer aktiv und machte fleißig Meter. Nach hinten Räume schließen, nach vorn Räume öffnen, so interpretierte er seinen Job.

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Da beide Teams einen ähnlichen Plan verfolgten, nämlich den Gegner mit ständiger Attacke zu stressen und Unruhe zu stiften, war es nach vorn zunächst ein hektisches Treiben mit vielen langen Bällen. Insgesamt aber war das Spiel der Borussen zielorientierter. Nach elf Minuten gab es den ersten Torschuss. Zakaria, mit großem Einsatz erneut einer der besten Borussen, traf aus 25 Metern die Querlatte.

Dann ging Gladbach in Führung. Alassane Plea war da, als Kingsley Ehizibue einen Pass von Embolo zu ihm lenkte, und schob den Ball an Timo Horn vorbei ins Kölner Tor zum 0:1. Die Borussen jubelten genüsslich vor der Kölner Kurve. Der Rückstand verunsicherte die Mannschaft des FC spürbar. Gladbach hatte nun viel mehr Räume vor sich, konnte mit kleinen Passstafetten das Spiel kontrollieren.

Zudem gab es immer wieder gute Balleroberungen der Gladbacher. Wie in der 29. Minuten, als Florian Neuhaus das Spielgerät ergatterte, später dann Plea flankte und Thuram zum Abschluss kam. Köln wirkte etwas unbeholfen, wenn es darum ging, Druck zu erzeugen. Jhon Cordoba versuchte es zweimal, zielte aber jeweils über das Tor. Einzig die Körperlichkeit von Cordoba und seinem Sturmpartner Anthony Modeste war die Hoffnung der Kölner, die beide immer wieder mit langen Bällen fütterten. Mehr Konzept war nicht zu erkennen.

Borussia hatte da schon mehr zu bieten, wirkte schneller, spritziger und robuster, spielte aber die Möglichkeiten, die sich gerade in Umschaltmomenten boten, nicht aus. Fabian Neuhaus hatte zwei Gelegenheiten zum 0:2, einmal wurde sein Schuss abgeblockt, einmal war der Pass von Plea zu steil. Die mangelnde Konsequenz der Gladbacher hielt Köln im Spiel.

Bis zur Pause hatten es die Kölner nicht geschafft, dem Spiel eine echte Derby-Atmosphäre zu geben. Zu ruhig war das Geschehen, so hatten die Gladbacher die Geschichte im Griff. Erst in der 51. Minute gab es den ersten Kölner Torschuss, der Yann Sommer im Borussen-Tor forderte. Der Schweizer wehrte aber den Schuss von Dominick Drexler ab.

Weil die Borussen nicht mehr genug dafür taten nachzulegen, gingen sie das Risiko ein, vom FC noch bestraft zu werden. Doch kam zu wenig vom Aufsteiger, auch wenn Köln nach dem Seitenwechsel etwas mehr im Spiel war. Doch mehr als ein Kopfball von Modeste, den Sommer sicher hielt, kam nicht heraus. Die Borussen brachten das Ergebnis und somit den 24. Derby-Sieg in Köln über die Zeit. Sie taten es verdient und mit ihrer spielerisch besten Saisonleistung.

Statistik

Köln: Timo Horn - Ehizibue, Bornauw, Czichos, Hector - Skhiri, Verstraete (86. Kainz) - Schaub (74. Risse), Drexler - Modeste (74. Terodde), Cordoba. - Trainer: Beierlorzer

Mönchengladbach: Sommer - Lainer, Ginter, Elvedi, Bensebaini - Zakaria - Kramer (83. Strobl), Neuhaus - Embolo - Plea (87. Herrmann), Thuram (78. Benes). - Trainer: Rose

Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)

Tor: 0:1 Plea (14.)

Zuschauer: 50.000 (ausverkauft)

Beste Spieler: Plea, Neuhaus - Skhiri

Gelbe Karten: Hector (2), Risse - Kramer (2), Elvedi

Hier geht es zur Bilderstrecke: Köln - Borussia: Bilder des Spiels