1:5-Pleite gegen Werder Gladbach geht in Bremen unter

Bremen · Borussia Mönchengladbach hat die zweite Niederlage der Saison kassiert – und was für eine. Bereits nach 37 Minuten lag Daniel Farkes Mannschaft bei Werder Bremen 0:4 hinten. Nach der Pause ließ sich die Pleite kaum noch kaschieren. Beim 1:5 traf lediglich Marcus Thuram.

Noten Borussia Mönchengladbach: Einzelkritik zum 1:5 bei Werder Bremen
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Bremen - Borussia: die Fohlen in der Einzelkritik

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Foto: dpa/Carmen Jaspersen

Borussia Mönchengladbach hat bei Werder Bremen einen heftigen Dämpfer erlitten. Mit 1:5 ging Daniel Farkes Mannschaft im Weserstadion als Verlierer vom Platz. Bereits zur Pause hatte es 0:4 gestanden. Borussia hätte mit einem Sieg mindestens bis Sonntag auf einen Champions-League-Platz springen können und ging mit der besten Defensive der Bundesliga ins Spiel. All das war bereits nach fünf Minuten dahin: Ramy Bensebaini ließ sich rauslocken, in seinem Rücken bekam Romano Schmid auf der rechten Bremer Angriffsseite den Ball vor Manu Koné. Der Österreicher flankte, in der Mitte stimmte bei Gladbach die Zuordnung nicht, sodass am zweiten Pfosten Niclas Füllkrug Joe Scally entwischte und mit etwas Akrobatik zum 1:0 abstaubte.

168 Sekunden später war der Ball schon wieder drin: Nach einem Einwurf in der eigenen Hälfe verlor die im Vergleich zum 3:0 gegen RB Leipzig unveränderte Borussia gleich vier entscheidende Zweikämpfe, Schmid tauchte alleine vor Sommer auf, der noch klären konnte mit einer Fußabwehr. Doch im Rückraum stand niemand bei Marvin Ducksch, der problemlos seine Torlosigkeit beendete.

Bevor Gladbach im Spiel ankam, hatte Ducksch, der unter Farke bei Dortmunds U23 die Karriere-Kurve gekriegt hatte, bereits das 3:0 auf dem Fuß. Diesmal geriet sein Abschluss zu lasch. Doch aufgeschoben, war nicht aufgehoben: Bensebaini verlängerte einen langen Ball von Werder-Torwart Jiri Pavlenka hinter die eigene Abwehrkette, wo Ducksch ihn aufnahm. Der Stürmer setzte sich gegen den wackligen Marvin Friedrich durch und bediente den mitgelaufenen Füllkrug, der deutlich schneller geschaltet hatte als alle Borussen.

Wieder war Werder daraufhin näher dran, nachzulegen. Wieder brachte Gladbach eine Flanke über die Bensebaini-Seite in die Bredouille. Diesmal behauptete Anthony Jung sich am zweiten Pfosten gegen Julian Weigl, doch Sommer konnte mit der Brust parieren. Nach 18 Minuten tauchten dann aber wirklich mal die Gäste vor dem Tor auf: Im Anschluss an eine Ecke beförderte Weigl den Ball zurück in den Strafraum, wo Kramer völlig freistehend den Volley am Tor vorbeisetzte. Zwei Minuten später wurde Scally geschickt, gewann das Duell mit Marco Friedl und wurde erst von Pavlenka gestoppt. Es hätte nach der Anfangsphase gut und gerne 4:2 für Bremen stehen können.

Bis zur Pause erreichte zumindest Werder diese Torzahl: Der desolate Bensebaini (37.) wollte eine harmlose Ducksch-Flanke ohne jede Bedrängnis zur Ecke klären, bezwang stattdessen aber den fassungslosen Sommer, der seinen Kollegen erst einmal aufbauen musste. Zum vierten Mal ertönte das dröhnende Schiffshorn im Weserstadion. Schluss war nach dem 0:4 aus Gladbacher Sicht noch nicht: In der 42. Minute brach Scally auf rechts durch und fand im Zentrum den völlig freien Lars Stindl. Pavlenka gewann auch dieses Duell mit einer starken Parade. Bei einem Steilpass direkt vor dem Pausenpfiff hatte Borussia dann ausnahmsweise mal Glück, dass der nicht so schnelle Christian Groß der Adressat war und Sommer vor ihm am Ball.

Bundesliga 22/23: Werder Bremen gegen Borussia Mönchengladbach - die Bilder des Spiels
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Werder Bremen - Borussia: die Bilder des Spiels

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Binnen 32 Minuten hatte Gladbach nur ein Gegentor weniger kassiert als zuvor in sieben Saisonspielen. Wie würde Farke zur zweiten Halbzeit reagieren? Erst einmal gingen alle Borussen in die Kabine. Und es kam dieselbe Elf wieder in kurzen Hosen nach draußen. Die erste Chance hatte Marcus Thuram: Weigl spielte einen gefühlvollen Ball in den Lauf des Franzosen, der aus halbrechter Position knapp links am Tor vorbeischoss. Es folgten weitere Angriffsaktionen in den Minuten nach Wiederanpfiff: Bensebaini hatte links Platz, zögerte aber zu lange, Stindl zielte genau auf Pavlenka. Erst in der 57. Minute meldete sich Werder in der zweiten Hälfte an: Füllkrug verzog jedoch von halbrechts.

Die Gastgeber konnten sich natürlich gelassen ausruhen auf ihrer Vier-Tore-Führung, allzu oft bedurfte es aber gar keiner großen Anstrengung, um zu Chancen zu kommen. Weigl ließ sich von Füllkrug düpieren, der antäuschte, den Ball zur Ecke über die Grundlinie rollen zu lassen. Stattdessen flankte der Stürmer auf Mitchell Weiser, der per Kopf den Pfosten traf.

In der 63. Minute gelang Borussia dann ihr Tor: Sommer spielte von hinten einen scharfen Ball in den Fuß von Stindl, der Groß abschüttelte und durchsteckte auf Thuram. Der 25-Jährige stand nicht im Abseits, umkurvte Pavlenka und verkürzte auf 1:4. Die Frage, was noch möglich war, hätte Hofmann kurz darauf mit ‚Vielleicht mehr als gedacht!‘ beantworten können. Der Pfosten stand im Weg nach Thurams Absatzkick, doch der Franzose hatte beim Zuspiel von Koné sowieso im Abseits gestanden.

Mit dem 5:1 beendete Werder in der 72. Minute die beste Gladbacher Phase des Spiels. Nach Pavlenkas Abstoß verlor Friedrich ein Kopfballduell, woraufhin hinten wieder Chaos ausbrach bei Borussia. Bremens kurzen Pässen schien niemand folgen zu können, bis Weiser den Ball im Tor versenkte. Kurz zuvor hatte Ole Werner zweimal gewechselt, in der 77. Minute war es auch bei seinem Gegenüber so weit: Stefan Lainer und Patrick Herrmann kamen für Scally und Stindl. Nathan Ngoumou ersetzte noch Kramer, wenig später kamen noch Rocco Reitz und Luca Netz in die Partie. Doch die Luft war raus aus dem Spiel, das Weserstadion versuchte sich an einer La Ola, dann war Schluss in Bremen.

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