1. Sport
  2. Fußball
  3. Borussia Mönchengladbach

0:3 - Borussia Mönchengladbach kassiert zwölfte BVB-Pleite in Folge

Zwölfte Pleite gegen den BVB in Folge : Gladbach verliert zum Auftakt 0:3

Borussia Mönchengladbach hat das Bundesliga-Auftaktspiel bei Borussia Dortmund lange ausgeglichen gestaltet. Doch am Ende setzte es trotzdem eine klare Niederlage. Erling Haaland traf doppelt.

Borussias schwarze Serie gegen die Namenscousine aus Dortmund hält an. Am Samstagabend gab es im ersten Spiel der Saison 2020/21 eine 0:3-Niederlage. Es war das zwölfte verlorene Pflichtspiel gegen die Westfalen in Serie und das elfte in der Bundesliga.

Das Team von Trainer Marco Rose war weitgehend ein unangenehmer Gegner für die Dortmunder, die letztlich aber vor dem Tor effektiver waren. Giovanni Reyna mit seinem ersten Bundesliga-Tor und Erling Haaland trafen, Letzterer erst per Elfmeter nach einem Foul Ramy Bensebainis an Reyna und dann nach einem Konter.

Rose entschied sich beim Saisonauftakt für eine defensive Dreierkette, die er in ein 3-4-3-System integrierte. Ramy Bensebaini war der dritte Mann in dem Konstrukt neben Matthias Ginter und Nico Elvedi, Stefan Lainer und Oscar Wendt waren die vorgezogenen Außenverteidiger. Ganz vorn setzte Rose auf zwei Routiniers und einen Neuling: Lars Stindl und Jonas Hofmann stürmten mit Hannes Wolf.

Patrick Herrmann musste wegen der taktischen Umstellung auf die Bank, dort saß er mit Marcus Thuram und Alassane Plea. Für den Kader reichte es für die beiden besten Gladbach-Torschützen der vergangenen Saison, für die Startelf war es aber zu früh, das hatte Rose vorab gesagt.

Torhüter Yann Sommer machte sein 250. Pflichtspiel als Borusse. Seit 2014 ist der Schweizer in Gladbach, so gehört er zu denjenigen im Rose-Team, die den letzten Erfolg gegen den BVB miterlebt haben. Das war im April 2015 ein 3:1 gegen Dortmund im heimischen Borussia-Park. ´

Die beiden Borussias spiegelten sich taktisch, auch der BVB spielte im 3-4-3. Und zunächst ohne Marco Reus. Zum ersten Mal saß er gegen seinen Ex-Verein auf der Bank. Und das, obwohl er schon neunmal gegen Gladbach getroffen hat, seit er 2012 die Borussias wechselte. „Er hat sechs Monate nicht gespielt“, erklärte Dortmunds Trainer Lucien Favre die Personalie. Favre verhalf derweil den Neulingen Jude Bellingham und Thomas Meunier zum Bundesliga-Debüt.

Knapp 10.000 BVB-Fans waren im Stadion dabei. Sie sahen das frühe Aus des Ex-Gladbachers Thorgan Hazard, der mit einer Muskelverletzung aus dem Spiel musste. Bis dahin hatten die Gladbacher gezeigt, dass sie gewillt waren, mutige Akzente nach vorn zu setzen. Damit konnten sie den BVB durchaus etwas beeindrucken, gerade, wenn die Dortmunder weit vorn anliefen. Dem setzte Dortmund indes seinen Wunderstürmer Haaland entgegen. In der 21. und 22. Minute visierte er das Gladbacher Tor an, erst per Kopf, dann mit dem Fuß, zunächst war Sommer da, dann lenkte Nico Elvedi den Ball am Tor vorbei.

Nach rund 30 Minuten reagierte BVB-Torwart Roman Bürki zweimal gut, zunächst gegen Hofmann, dann vor Neuhaus. Zu dem Zeitpunkt war es ein Vergleich auf Augenhörhe, der Ballbesitz war fast gleich, beide hatten ein starke Passquote. Doch dann passierte es: Bellingham bediente Giovanni Reyna und der traf in die lange Ecke, Nico Elvedi kam mit seiner Grätsche zu spät. Die Führung hatte sich nicht angedeutet, doch der BVB nutzte seine erste wirklich gute Chance konsequent, 3:2 Torschüsse brachten die 1:0-Führung, der Vorlagengeber wie der Schütze sind 17 Jahre alt..

Gladbach machte vieles gut, brachte aber nicht die nötige Wucht auf den Rasen. Lainer versuchte es in der 42. Minute aus der Distanz, wieder war Bürki da, nach der folgenden Ecke wurde Stindls Schuss abgeblockt. Es war also mehr drin für die niederrheinische Borussia, ganz so wie in den drei BVB-Spielen der Vorsaison, als man sich zweimal in der Liga und einmal im Pokal traf, aber dreimal verlor. Nun blieb eine Halbzeit, um es besser zu machen.

Rose hatte Alternativen auf der Bank, doch zunächst änderte er nichts. Auch das Spiel blieb, wie es war: Immer dann, wenn Gladbach presste, kam der BVB in Unruhe. Doch immer, wenn der BVB ins Tempo kam, wurde es eben auch für Gladbach gefährlich. Wie in der 50. Minute, als Reyna durchstartete und nach Bensebainis Grätsche zu Boden ging, nach der Ansicht der Video-Bilder entschied Schiedsrichter Felix Brych auf Elfmeter. Haaland verwandelte zum 2:0. Wenig später verhinderte Sommer stark das dritte Gegentor, während sich Thuram und Plea bereit machten, in der 57. Minute schickte Rose sie aufs Feld. Für Plea war es das erste Spiel seit dem 5. Juni.

Als Thuram dann im Laufduell mit Mats Hummels zu Fall kam im BVB-Strafraum, lag zumindest ein zweiter Elfmeterpfiff in der Luft, doch Schiedsrichter Felix Brych winkte ab und verzichtete auch auf eine Video-Überprüfung. Später kam auch Patrick Herrmann für Wendt, um mit mehr offensiver Kraft noch etwas bewegen zu können.

Herrmann hatte während der Vorbereitung als ein Ziel für die neue Saison definiert, in Top-Spielen besser zu punkten. In Dortmund misslang das, weil der BVB vor dem Tor effektiver war. Insbesondere Haaland, der einen Konter zum 3:0 abschloss und damit für die endgültige Entscheidung sorgte.