WM 2018: Mario Götze spielt sich wieder in den Fokus von Joachim Löw

BVB-Profi blüht auf : Götze spielt sich wieder in den Fokus von Löw

Borussia Dortmund steht kurz vor dem erneuten Einzug in die Champions League. In der entscheidenden Phase profitiert das Team von Trainer Peter Stöger von einem deutlich formverbesserten Mario Götze. Das freut auch Joachim Löw.

Mario Götze blieb nach 90 eindrucksvollen Minuten stumm. Sein Statement hatte der WM-Held von 2014 auf dem Rasen gegeben, als Quarterback von Borussia Dortmund. Spritzig, kreativ und mit herausragenden Statistiken - im Saisonendspurt blüht der WM-Held von 2014 plötzlich auf. Götze sendete mit seinem Auftritt beim 1:1 (1:1) im Auswärtsspiel bei Werder Bremen ein Bewerbungsschreiben im Hinblick auf die Nominierung des WM-Kaders an Bundestrainer Joachim Löw.

"Wenn man ihn in Ruhe arbeiten lässt, dann ist er in der Lage, richtig, richtig guten Fußball zu spielen", sagte Dortmunds Trainer Peter Stöger, der angesichts von vier Punkten Vorsprung auf Rang fünf mit dem Punktgewinn in der Hansestadt leben konnte. "Ich will es hoffen", sagte Götzes Kumpel Marco Reus bei Sky auf die Frage, ob beide gemeinsam zur Weltmeisterschaft in Russland fahren werden.

Götzes Chancen auf eine Nominierung am 15. Mai sind dabei erheblich gestiegen. Nicht allein durch den verletzungsbedingten Ausfall seiner Konkurrenten Lars Stindl und Serge Gnabry. Sondern vor allem durch die beherzten Auftritte gegen Leverkusen (4:0) und beim weiteren Schritt Richtung Königsklasse in Bremen. 67 Prozent der Zweikämpfe gewonnen, 12 Kilometer abgespult, das 1:0 durch Marco Reus (19.) eingeleitet: Götze glänzte in seiner Rolle als flexibler Regisseur des BVB.

Reus lobt Götze

"Wir können alle von Mario profitieren", sagte Reus: "Jeder weiß, dass er ein ausgezeichneter Fußballer ist. Der Junge braucht Vertrauen und ganz viele Spiele." Die Rückrunde war bis zuletzt wenig erfreulich für Götze gelaufen, der sich scharfe Kritik anhören musste und beim Revierderby gegen Schalke (0:2) lange auf der Bank schmorte. "Er wird anders beurteilt als andere Spieler", sagte Stöger betont sachlich: "Positives wird im Überschwang gesehen, und wenn mal etwas nicht so funktioniert, wird es gleich sehr negativ bewertet."

Stöger, der nach der Saison von Lucien Favre abgelöst werden könnte, war völlig entspannt. Der Auftritt seiner Mannschaft hatte dem 52-Jährigen trotz einer Schwächephase gefallen, die Thomas Delaney zum Ausgleich nutzte (45.). In der zweiten Hälfte kam der BVB mit spielerischer Finesse und Durchschlagskraft zu besten Siegchancen, scheiterte aber immer wieder am Aluminium oder an Werder-Torhüter Jiri Pavlenka, der laut Julian Weigl einen "Sahnetag" erwischt hatte.

"Wir haben jetzt ein gutes Polster", sagte Weltmeister Andre Schürrle mit Blick auf die Tabelle: "Das dürfen wir uns nicht mehr aus der Hand nehmen lassen." Ein Sieg aus den verbleibenden Duellen gegen Mainz 05 und in Hoffenheim reicht sicher für die Champions-League-Quali. Götze könnte bei anhaltender Form noch ein Bonus winken - ein Ticket von Löw für den Flieger nach Russland.

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(sid)