Spieler-Shopping: BVB verpflichtet Schulz, Hazard und Brandt für 80 Millionen

80 Millionen für Schulz, Hazard und Brandt : Dortmund kauft groß ein

Binnen 29 Stunden verpflichtet der Vizemeister Nico Schulz, Thorgan Hazard und Julian Brandt. Der Auftakt für einen heißen Transfersommer.

Der Vereinsfotograf des deutschen Vizemeisters Borussia Dortmund war in den vergangenen 29 Stunden ein vielbeschäftigter Mann. Dreimal musste er anrücken, um einen neuen Spieler in Szene zu setzen. Erst am Dienstagvormittag Nico Schulz, den der BVB von 1899 Hoffenheim geholt hat, dann 24 Stunden später Thorgan Hazard, der von Borussia Mönchengladbach nach Dortmund wechselt, und am Mittwochnachmittag Julian Brandt, der bisher für Bayer Leverkusen am Ball war. Dortmund kaufte groß ein. Auf „80 Millionen Euro plus“ summieren Kenner inklusive aller Nebengeräusche den Invest in die erhoffte Qualitätssteigerung des Teams. Verteilt man das Geld indes auf drei ambitionierte Spieler, so sind es, schrieb ein Fußball-Freund bei Twitter, „Schnappersummen“.

Die Marktwerte von Brandt und Hazard werden vom Portal „transfermarkt.de“ jeweils auf 45 Millionen Euro taxiert, zahlen muss der BVB dem Vernehmen nach 25 Millionen für den Leverkusener, der eine Ausstiegsklausel hat, und 25,5 Millionen Euro für den Gladbacher. Der indes hatte nur noch einen bis 2019 datierten Vertrag, was den Preis drückt. Allerdings gibt es in beiden Fällen einen Nachschlag, wenn gewisse Klauseln greifen. Bis zu 28 Millionen können es bei Brandt, werden, knapp über 30 Millionen Euro kann der Hazard-Deal Gladbach in der Spitze bringen.

Das überdimensionale BVB-Logo, vor dem Hazard und Brandt am Mittwoch posierten, sieht nobel aus, und dass alle drei neuen Herren im Rahmen ihres ersten Shootings in der schwarz-gelben Dienstkleidung den Daumen nach oben reckten, war keine überraschende Geste. „Ich bin ein Mensch, der Dinge auch mal aus dem Bauch entscheidet und für den ein gutes Gefühl wichtig ist. Im Fall von Borussia Dortmund habe ich ein sehr gutes Gefühl. Ich möchte mich persönlich weiterentwickeln, das ist einer der Hauptgründe für meinen Wechsel“, ließ Brandt wissen.

Auch sein künftiger Kollege Hazard, wie Brandt eine Verstärkung für die Offensive, und wie Schulz und Brandt einer aus der Abteilung „viel Tempo mit Ball“, beschrieb den BVB als den richtigen nächsten Karriereschritt. „Es ist genau der richtige Zeitpunkt dafür“, sagte Hazard, der sich nach fünf Jahren in Gladbach zur westfälischen Namenscousine verabschiedete. Am Samstag, als sich beide Vereine im Borussia-Park trafen, war er in seinem letzten Spiel als Gladbacher von den niederrheinischen Fans mit Pfiffen verabschiedet worden. Dabei hat sich Hazard in Gladbach stetig entwickelt, seit er 2014 zunächst als Leihgabe vom FC Chelsea gekommen ist. In den letzten beiden Spielzeiten traf er jeweils zehnmal.

Chelsea hat nun indirekt dafür gesorgt, dass Hazard den Gladbachern vom BVB abspenstig gemacht wurde. Denn im Winter kaufte der Europa-League-Finalist den Westfalen Christina Pulisic, der am Mittwoch in London vorgestellt wurde, ab – für 64 Millionen Euro. Mit dem Geld ging BVB-Manager Michael Zorc nun shoppen. Dortmund hat für das Pulisic-Geld zwei starke Offensive geholt, Brandt und Hazard eben. Beide haben in der vergangenen Spielzeit 21 Scorerpunkte eingesammelt und gehören damit zu den besten 15 Spielern der Liga in dieser Disziplin. Für beide gilt: Die Bilanz ist ausbaufähig.

Leverkusen hat bereits einen Ersatzmann für Brandt geholt in Kerim Demirbay, der für 28 Millionen Euro aus Hoffenheim kommt. Während der BVB ein Transferplus von zirka 13,5 Millionen erzielt hat, wenn man Pulisic mit Brandt/Hazard gegenrechnet, musste Bayer für Demirbay mehr zahlen als für Brandt in die Kasse kam. In Gladbach ist Sportdirektor Max Eberl längst auf der Suche nach dem „neuen“ Hazard. Es gibt einige Gerüchte,  fündig ist er aber noch nicht geworden. Ein Gegengeschäft mit dem BVB (zum Beispiel Maximilian Philipp) ist derzeit kein Thema. Dass der große Einkauftag des BVB nur der Auftakt eines heißen Transfersommers war, ist keine gewagte These.

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