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Pierre-Emerick Aubameyang hilft Borussia Dortmund nicht mehr

Stürmer spielt gegen Freiburg : Aubameyang hilft dem BVB nicht mehr

Aller Eskapaden zum Trotz stand Pierre-Emerick Aubameyang Samstag in der Bundesliga beim Spiel gegen den SC Freiburg in der Startelf von Borussia Dortmund. Der Stürmer blieb aber blass und half dem BVB kein bisschen.

Pierre-Emerick Aubameyang soll in dieser Woche "sensationell trainiert" haben. Das hat Borussia Dortmunds Manager Michael Zorc verraten. Nachzuprüfen ist es nicht. Sein Bundesligaspiel gegen den SC Freiburg war nicht direkt sensationell. Das war für gut 80.000 Zuschauer im Stadion zu erkennen.

Der Gabuner hatte beim am Ende sogar glücklichen 2:2 (der Ausgleich für den BVB fiel in der Nachspielzeit) eine Handvoll Ballkontakte und betrieb läuferisch sicher nicht den höchsten Aufwand. Er war vergleichsweise unsichtbar.

Trotzdem war Aubameyang auch am Samstag das große Dortmunder Thema. Bereits seine Nominierung für die Startelf bot Gesprächsstoff, weil er wegen zahlreicher Mätzchen bei den ersten beiden Partien des Jahres gar nicht erst im Aufgebot gewesen war.

Sahin bleibt diplomatisch

Während sich viele wunderten, urteilte Mittelfeldspieler Nuri Sahin betont sachlich: "Die Entscheidung trifft der Trainer, das haben wir zu respektieren." Vielleicht war es das letzte Mal, dass Sahin die Aufstellung des Mittelstürmers zu respektieren hat. Denn der Wechsel zum FC Arsenal kann auf jeden Fall noch bis zum Ende der Transferfrist am Mittwoch über die Bühne gehen - wie Aubameyang das offenbar von Herzen wünscht.

Zorc erklärte vor dem Spiel gegen Freiburg im etwas gestelzten Fußball-Business-Deutsch: "Wir haben signalisiert, dass wir bereit sind, einen Transfer zu realisieren, wenn bestimmte Parameter erfüllt werden."

Zorc stellt Verhandlungsposition vor

Er musste nicht ausdrücklich sagen, dass es ums Geld geht. Dortmund erwartet dem Vernehmen nach eine Ablösesumme von 70 Millionen Euro. Bislang bietet Arsenal angeblich nicht mehr als 50 Millionen Euro. Zorc stellte die Dortmunder Verhandlungsposition auch dem TV-Publikum vor: "Entweder unsere Forderungen werden erfüllt, oder Aubameyang spielt bis zum Sommer in Dortmund."

Sollte er so weiter spielen wie gegen Freiburg, wird das den Dortmundern nicht unbedingt weiterhelfen. Das Ziel des BVB hat sich nämlich auch durch die Punkteverluste im neuen Jahr nicht geändert. Sahin betonte: "Als Borussia Dortmund müssen wir in die Champions League. Aber unsere Ergebnisse passen nicht." Im Schneckenrennen um die Plätze in Europa kann selbst das Pünktchen gegen Freiburg noch wichtig werden. Sahin räumte allerdings zu Recht ein, "dass unser Offensivspiel hakt". Er beklagte zu wenig Bewegung in der vorderen Reihe.

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Petersen stellt Aubameyang in den Schatten

Das betraf nicht nur Aubameyang, ihn aber besonders. Gegen die aufopferungsvoll und geschickt verteidigenden Freiburger gab es ganz wenige Möglichkeiten für die fußballerisch äußerst mäßigen Dortmunder. Aubameyang wurde vom Freiburger Mittelstürmer-Kollegen Nils Petersen deutlich in den Schatten gestellt. Der Kapitän der Gäste führte nicht nur die Abwehrarbeit seiner Mannschaft an, er erzielte auch beide Treffer seines Teams.

Der erste zum 1:1-Ausgleich war ein klassisches Mittelstürmer-Tor, er drückte einen Rückpass von Janik Haberer aus kurzer Distanz in die sogenannte kurze Ecke. Sein zweiter Treffer war ein richtiges Kunstwerk. Nach einem höchst überflüssigen Ballverlust von Sahin hob er den Ball gedankenschnell aus einer Entfernung von 40 Metern ins Netz. Das war die Führung zum 2:1. Weil sie nicht bis zum Schlusspfiff hielt, war Petersen nicht rundherum glücklich. "Vorher hätten wir für einen Punkt unterschrieben, aber wenn man den Ausgleich in der Nachspielzeit kassiert, ist man natürlich nicht begeistert", sagte er.

Bürki schimpft über Publikum

Das Dortmunder Publikum war ebenfalls nicht begeistert von der Vorstellung seiner Mannschaft. Bereits im Lauf des Spiels gab es Pfiffe, erst recht nach dem Rückstand und auch nach dem Ende. Das wiederum rief Torwart Roman Bürki zu einer ordentlichen Publikumsbeschimpfung auf. "Auf der Ost- und Westtribüne sitzen Leute, die kommen ins Stadion, um die eigene Mannschaft auszupfeifen. Pfeifen ist das falsche Mittel für eine Mannschaft, die verunsichert ist", sagte er. Seine Einschätzung: "Das sind Leute, die keine Ahnung vom Fußball haben. Die sollen lieber zu Hause bleiben."

Möglicherweise war ein großer Teil der Dortmunder Fans nur sauer darüber, dass es überhaupt nicht gelang, Aubameyang tüchtig auszupfeifen. Dafür hatte er einfach nicht genug Ballkontakte. Sein Trainer Peter Stöger befand eher gnädig, Aubameyang habe sich "in eine größere Gruppe von Spielern eingegliedert, die ihre Leistung nicht abgerufen haben. Es war nicht sein bester Tag". So kann man das auch sagen. Dass es so nicht weitergeht, ist Stöger natürlich klar. "Das muss gelöst werden", stellte er fest. Das sehen mittlerweile wohl alle in Dortmund so.