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Nach Moukoko-Debüt für den BVB: Welche Fußball-Talente gescheitert sind

Gescheiterte Fußball-Talente : Nicht jedes Wunderkind wird zum Superstar

BVB-Juwel Youssoufa Moukoko gilt schon jetzt als der nächste große Superstar der Bundesliga. Er ist nicht das erste Talent, auf dem solche Hoffnungen ruhen. Viele seiner Vorgänger konnten die Erwartungen nicht erfüllen – etwa ein 17-jähriger Schalker.

16 Jahre und ein Tag: So alt war Youssoufa Moukoko als er zum ersten Mal für Borussia Dortmund in der Bundesliga auflief und somit zum jüngsten Profi-Spieler der Geschichte wurde. „Er ist das größte Talent der Welt und hat eine tolle Karriere vor sich“, sagt BVB-Stürmer Erling Haaland, selbst erst 20 Jahre alt, über Moukoko.

Doch solche Aussagen sind mit Vorsicht zu genießen. Denn Moukoko ist längst nicht der Erste, dem eine Weltkarriere vorhergesagt wird. Jedes Jahr tauchen neue Talente auf, die schnell in aller Munde sind, und genauso schnell wieder von der Bildfläche verschwinden. Verletzungen, zu großer Druck, das eigene Ego – nur einige Gründe dafür, dass nicht aus jedem Wunderkind auch ein Superstar wird.

Beim BVB-Rivalen im Ruhrgebiet, dem FC Schalke, hatten sie auch mal so ein Wunderkind. Donis Avdijaj heißt der junge Mann, der in der Knappenschmiede ausgebildet wurde und in die Fußstapfen Schalker Größen wie Manuel Neuer und Mesut Özil treten sollte. Bei Schalke war man sich dessen so sicher, dass man dem 17-Jährigen beim Wechsel von der Jugend zu den Profis eine Ausstiegsklausel in Höhe von 49 Millionen Euro in den Vertag schrieb. Kein Wunder, in der Saison 2012/13 schoss er schließlich 44 Tore in 25 Spielen der U17-Bundesliga. Ein Rekord, den erst Moukoko 2019 brechen konnte.

Doch aus der prophezeiten Weltkarriere wurde nichts, Avdijaj konnte sich schon in der ersten Mannschaft des FC Schalke nicht durchsetzen. Auch als Leihspieler überzeugte er spielerisch nicht. Am meisten Aufmerksamkeit erregte er noch mit einem Interview, das er als 19-Jähriger bei Sturm Graz in Österreich gab. Auf die Frage, was er mit einem 15-Millionen-Gewinn machen würde, sagte Avdijaj: „Ich würde mir ein Schwimmbad bauen und dann reinspringen und schwimmen. Und mir dann so rundherum Pferde kaufen, die mir dabei zugucken. Und wenn ich dann rausgehe aus dem Geld-Schwimmbad, auf so ein Pferd gehen und wegreiten.“ Wenig überraschend, dass Avdiijajs Dienste niemandem auch nur annähernd 49 Millionen Euro wert waren. Inzwischen kickt der 24-Jährige in den Niederlanden beim FC Emmen.

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Solche Geschichten von gescheiterten Talenten oder zumindest solchen, die nie den ganz großen Durchbruch schafften, gibt es viele. Alexander Merkel, Sinan Kurt, Bojan Krkic– um nur ein paar Namen zu nennen. Mehr solcher Beispiele finden Sie in dieser Bilderstrecke.

In Dortmund tun sie alles dafür, damit es Youssoufa Moukoko nicht genauso ergeht. BVB-Coach Lucien Favre etwa verzichtete bislang auf einen Einsatz des 16-Jährigen in der Champions League, der damit zum jüngsten Spieler in der Geschichte der Königklasse geworden wäre. „Er wird ein sehr guter Spieler werden, aber er muss auch ein wenig Geduld haben, denn er ist gerade erst einmal 16 Jahre alt“, sagte Favre über seinen Schützling. „Da müssen wir aufpassen. Niemand hat ihn gesehen, niemand kennt ihn und alle sagen, er wird sooo“, sagte Favre und verdeutlichte mit seinen ausholenden Armen, wo die Reise für Moukoko hingehen könnte. Ganz weit nach oben – oder eben auch schnell wieder bergab.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Diese Fußball-Talente haben den großen Durchbruch verpasst

(mit SID)