Brilliante Leistungen beim BVB Warum Bundestrainer Flick bei der WM nicht auf Hummels verzichten darf

Meinung | Düsseldorf · Ja, Mats Hummels kann nerven. Sehr sogar. Dennoch ruft er seit Wochen konstant seine Leistungen ab und muss von Bundestrainer Hansi Flick für die WM in Katar nominiert werden.

Fußball-WM 2022 Kader: Der deutsche 26-Mann-Kader des DFB für Katar
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Das ist der DFB-Kader für die WM 2022 in Katar

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Foto: AFP/INA FASSBENDER

Erling wer? Was hatte man im Vorfeld der Champions-League-Partie zwischen Borussia Dortmund und Manchester City nicht für Befürchtungen: Haaland, diese Naturgewalt von Stürmer, würde seinen Ex-Kollegen so richtig die Hucke voll schießen. Doch das passierte am Dienstagabend nicht einmal annähernd und daran hatte vor allem einer einen großen Anteil: Mats Hummels. Der BVB-Innenverteidiger bot eine Weltklasse-Leistung und untermauerte seinen Nominierungsanspruch für die Weltmeisterschaft in Katar deutlich. Alles andere als eine Teilnahme des 33-Jährigen wäre glatt peinlich für den Deutschen Fußball-Bund.

Hummels befindet sich seit Wochen, gar Monaten, in absoluter Top-Verfassung. Ja, er ist nicht mehr der Schnellste. Aber beim BVB grätscht, köpft und führt in diesen Tagen kein Spieler so gut wie er. Hummels steht meistens richtig und eröffnet das Spiel gut. Er fühle sich fit wie selten, sagte er noch zu Saisonbeginn. Das sieht man ihm derzeit an. Wird es brenzlig im Defensivverbund der Borussen, ist es zumeist Hummels, der doch noch ein Bein oder den Kopf dazwischen bekommt. So nahm er den völlig entnervten Haaland 45 Minuten am Dienstag aus dem Spiel. Danach musste der Norweger noch genervter von der Bank aus zusehen, wie Hummels mit seinen Kollegen auch im zweiten Durchgang den Sky Blues jegliche Angriffsbemühungen zunichte machte.

Freilich, allein hat Hummels das nicht geschafft. Doch gegenüber seinen Mannschaftskollegen Nico Schlotterbeck und Niklas Süle, den beiden Neuzugängen des Sommers, war er leistungstechnisch noch einmal überlegen. Das muss auch ein klares Signal an den Bundestrainer Hansi Flick sein, bei der schlussendlichen Kader-Nominierung über seinen Schatten zu springen. Wenn Hummels beim BVB schon seine interne deutsche Konkurrenz aussticht, muss er das auch im DFB-Dress tun.

Hummels ist sicherlich kein einfacher Typ Mensch. Seine öffentliche Kritik an Mitspielern macht ihn auch in der eigenen Mannschaft nicht zum beliebtesten Spieler. Vor der Saison galt er als Edelreservist, BVB-Trainer Edin Terzic galt nicht gerade als größter Fan von Hummels. Und dennoch spielt der 33-Jährige von Woche zu Woche. Denn auch Terzic hat erkannt: egal wie kompliziert der Mensch Hummels ist, wenn er Topleistungen zeigt, gehört er in die Startelf. Das gilt für den BVB und auch für die Nationalmannschaft bei der WM. Denn als die aktuellen hummelschen Leistungen kommt auch Real-Madrid-Verteidiger Antonio Rüdiger nicht heran.

Zudem geht er voran, kommuniziert viel auf dem Platz, reißt seine Mitspieler mit. Ein echter Führungsspieler eben, von denen es in der Nationalmannschaft zwar viele vermeintliche gibt, doch wenn es hart auf hart kommt, bleiben davon wenige übrig. Hummels weiß, was es bedeutet, bei solch einem Turnier dabei zu sein, kennt sich aus mit den kurzen Abständen zwischen den Spielen. Ein Pluspunkt. Das muss auch Flick einsehen – und Hummels am 10. November erstmals seit der Streichung 2021 von seinem Vorgänger Joachim Löw wieder in den Kader berufen.