1. Sport
  2. Fußball
  3. Borussia Dortmund

Erling Haaland: Warum der Wechsel zu Manchester City gut für den BVB ist

Wechsel zu Manchester City : Haalands Abgang bietet dem BVB mehr Chancen als Nachteile

Die Transfer-Saga um Erling Haaland hat endlich ein Ende gefunden. Der Stürmer wechselt zu Manchester City. Doch beim BVB muss man nicht traurig sein, der Abgang bietet nämlich eine Menge Vorteile für die Mannschaft und den Verein.

Erling Haaland ist ein Emotionsmonster. Kaum ein anderer Spieler vermag es, Mannschaft und Publikum mit seinen Gesten so anzustacheln wie er. Aber es kann bei ihm auch schnell ins Gegenteil umschlagen – wie in den vergangenen Wochen häufiger. Der Norweger verzweifelte, ärgerte sich, machte anderen Vorhaltungen. Von der Freude, die er über weite Strecken seines Engagements in Dortmund verbreitete, von der positiven Energie, die er verströmte, war zuletzt immer weniger zu spüren. Stattdessen wirkte er miesepetrig, teils unzufrieden mit sich und seinen Mitspielern.

Wie das bei Haaland so ist: Diese Grundstimmung schwappte auch auf die Tribüne weiter. Immer mehr Anhänger von Borussia Dortmund waren genervt von ihrem Super-Stürmer. Weil er nicht mehr traf, weil er zu Ich-bezogen auftrat, weil er längst keinen Hehl mehr aus seinem Abgang im Sommer machte. Nun ist es endlich auch offiziell: Der Norweger verlässt den BVB nach eineinhalb Jahren wieder und wechselt für kolportierte 75 Millionen Euro zu Manchester City. Damit tut er den Schwarz-Gelben einen großen Gefallen.

Wie kommt er denn darauf, werden Sie sich jetzt denken. Wer soll nun die Tore schießen? Einen Stürmer wie Haaland kann man nicht ersetzen, werden Sie sagen. Und da gebe ich Ihnen recht. Haaland ist derzeit sicher einer der besten Stürmer der Welt. Seine Tor-Quote im BVB-Trikot ist herausragend. In 88 Einsätzen schoss er unglaubliche 85 Tore, bereitete zudem 23 weitere vor. Nein, einen Erling Haaland kann man nicht eins zu eins ersetzen. Darin lag in der vergangenen Saison allerdings auch häufig das Problem von Borussia Dortmund.

Zur Wahrheit über den Stürmer gehört nämlich auch, dass er immer wieder verletzt fehlte. In nur eineinhalb Jahren nach seinem Wechsel von Red Bull Salzburg ins Ruhrgebiet verpasste er 29 Partien verletzungsbedingt. Allein in dieser Saison waren es 16 Spiele – darunter die beiden enttäuschend verlaufenen Aufeinandertreffen mit den Glasgow Rangers in der Zwischenrunde der Europa League. Oder gleich drei Spiele in der Gruppenphase der Champions League. Was wäre gewesen, wenn Haaland fit gewesen wäre? Alles Spekulation. Aber es macht auch auf das Dilemma aufmerksam, in dem sich die Mannschaft von Trainer Marco Rose immer wieder befand.

  • Marktwerte : Das sind die elf wertvollsten Bundesliga-Spieler
  • Einigung erzielt : Haaland wechselt vom BVB zu Manchester City
  • Dominique Heintz wechselt zu Union Berlin.
    Transferticker : Transfer-Überraschung perfekt - Torhüter Ortega wechselt zu Manchester City

Ohne Haaland verändert sich das BVB-Spiel massiv. Die Steilpässe ins Sturmzentrum sind ohne ihn fast unwirksam. An Ideen mangelte es immer wieder. Trifft Haaland nicht, tun es auch die Mitspieler zu selten. Kurzum: der BVB ist unglaublich abhängig von seinem Stürmer. Ja, beim FC Bayern ergibt sich mit Robert Lewandowski vordergründig ein gleiches Bild. Dort springen aber auch immer wieder andere Spieler in die Bresche.

Das ist beim BVB zu selten der Fall. Marco Reus und Co. versteckten sich in der Vergangenheit gern hinter Haaland. Nicht selten machte es auf dem Spielfeld den Eindruck, als würde man dem Norweger den Ball geben und er solle einfach mal zusehen, was sich damit anstellen ließe.

Durch den Abgang von Haaland ergeben sich beim BVB nun neue Möglichkeiten. Mit Karim Adeyemi ist der erste Spieler für die Offensive gefunden. Allerdings ist er mehr der kleine, wuselige Dribbler. Zusammen mit Donyell Malen würde der BVB sein Spiel gänzlich umstellen. Oder: Es kommt noch ein weiterer Stürmer ins Ruhrgebiet, der von seinen Körpermaßen und Fähigkeiten zumindest einigermaßen an Haaland erinnert. So oder so: Ohne Haaland wird Rose einen neuen Spielstil in die Köpfe seiner Spieler implementieren müssen.

Zudem werden Spieler im Kader mehr Verantwortung übernehmen müssen, als sie es bisher getan haben. Sowohl auf als auch neben dem Platz. Dafür hat der BVB übrigens schon einige Millionen aus dem Haaland-Deal investiert; in die Defensive. Mit Nico Schlotterbeck und Nikas Süle wurden zwei Akteure geholt, die der Mannschaft ein neues Gesicht geben, die ihr Stabilität verschaffen sollen. Auch ein defensiver Mittelfeldmann könnte noch kommen, heißt es. Der Haaland-Wechsel hat dem BVB also auch finanziellen Spielraum nach einem Corona-Verlust von 150 Millionen Euro gebracht.

Daher spricht viel dafür, dass der Abgang des Star-Stürmers am Ende mehr Vorteile als Nachteile bringt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Erling Braut Haaland