Griff in den Schritt und Beleidigung Haaland legt sich bei BVB-Sieg mit mehreren Frankfurtern an

Frankfurt · Borussia Dortmund dreht bei Eintracht Frankfurt einen Rückstand und holt sich den Sieg. Vor allem in der turbulenten Schlussphase kochen die Emotionen über. Im Mittelpunkt BVB-Angreifer Erling Haaland, der sich mit mehreren Gegenspielern anlegt.

 Dortmunds Erling Haaland.

Dortmunds Erling Haaland.

Foto: AP/Michael Probst

Borussia Dortmunds Torjäger Erling Haaland hat mit unflätigen Gesten in der Endphase des Fußball-Bundesligaspiels am Samstag bei Eintracht Frankfurt (3:2) für Aufregung gesorgt. Nach dem Tor zum 2:2 von BVB-Profi Jude Bellingham (87.) wollte er den Ball aus dem Netz holen - und wurde dabei von Gegenspieler Martin Hinteregger geschubst. Daraufhin beschimpft Haaland den Österreicher deutlich über die Außenmikrofone hörbar mit „F... you idiot! F...ing idiot!“. Beide Spieler wurden von Schiedsrichter Robert Schröder mit der Gelben Karte verwarnt.

„Da war nicht nur Erling dran beteiligt, da standen mehrere Menschen, die etwas zu sagen hatten. Es war ein emotionales Spiel“, sagte BVB-Trainer Marco Rose nach der Partie zu der Szene. „Ich war nicht live dabei und will nicht sagen, wer Schuld hat oder nicht.“ Alle seien unversehrt davon gekommen. „Keiner hat eine Rote Karte bekommen. Das freut mich besonders für Erling“, meinte er.

In der Nachspielzeit legte sich Haaland auch noch mit Frankfurts Doppeltorschütze Rafael Borré an. Nachdem er von ihm mehrmals getreten worden war, stellte sich der 21-jährige Norweger vor Borré auf, schlug erst mit Fäusten auf seine Brust und griff sich dann zwischen die Beine.

BVB-Verteidiger Mats Hummels sprach nach dem knappen Erfolg von einem „geilen, emotionalen Sieg“. Der Dortmunder mahnte jedoch auch: „Wir kassieren ständig aus Situationen Tore, aus denen keine Tore fallen dürfen.“ Das passiere „viel zu oft, diese Stabilität ist das, was wir uns auf die Fahne schreiben müssen, wenn wir irgendwas erreichen wollen“. Emre Can äußerte: Diese Siege „schmecken besonders“. „Wir haben als Mannschaft dran geglaubt“, sagte Can.

Dortmunds Trainer Marco Rose ließ sich dennoch keine Kampfansagen entlocken. „Letzte Woche wurde gesagt, die Bundesliga ist nie mehr spannend", monierte Rose, und jetzt soll schon wieder alles anders sein? Zwar schrumpfte der Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München auf sechs Punkte - doch für Rose gab es weitaus Wichtigeres.

Mit der Aufholjagd bewies seine Mannschaft die zuletzt arg vermisste Haltung, die Rose unter der Woche noch vehement eingefordert hatte. „So ein Spiel komplett zu drehen, sollte den Jungs nun zeigen, dass sich das Thema Haltung sehr lohnt“, sagte Rose.

(dpa/old)
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