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DFB-Pokal: Borussia Dortmund bei Niederlage in Bremen zu „lahmarschig“ und „bequem“

Sportdirektor Zorc nach Pokal-Aus stinksauer : BVB „lahmarschig“ und „bequem“

Zum dritten Mal in Serie scheidet der BVB im Achtelfinale des DFB-Pokals aus. In entscheidenden Spielen und Saisonphasen fehlt dem Team von Trainer Lucien Favre der letzte Punch. Zum Aus in Bremen tragen aber auch die zögerlichen Einwechslungen des Schweizers bei.

Die Schuldigen am mehr als überraschenden Pokal-K.o. im Weserstadion hatte Borussia Dortmunds Trainer Lucien Favre schnell ausgemacht. „Wir waren lethargisch, es war zu wenig Bewegung da“, sagte der Schweizer nach der 2:3 (0:2)-Niederlage gegen Abstiegskandidat Werder Bremen.

Aber der erfahrene Coach hätte seine eigene Performance am Spielfeldrand durchaus in die kritischen Worte an seine Profis einbeziehen können - und auch müssen. Denn auch seine Ein- und Auswechslungen erfolgten zögerlich und viel zu spät. Und so muss der Vize-Meister die erste von drei Titeloptionen bereits im Februar zu den Akten legen.

„Es hat die Gier gefehlt, die Tore zu schießen“, betonte Mittelfeldspieler Julian Brandt und brachte das größte Manko der Gäste kurz und knackig auf den Punkt. Dennoch sah Favre 45 Minuten lang dem müden Ballgeschiebe seiner arrivierten Stars tatenlos zu.

Erst als Erling Haaland (19) ab der 46. und das noch ein Jahr jüngere Toptalent Giovanni Reyna ab der 66. Minute auf den Platz kamen, nahmen die Schwarz-Gelben Fahrt auf, die jungen Wilden trafen rasch. Aber letztendlich zu spät, die am Limit agierenden Hanseaten ließen sich den unverhofften Einzug ins Viertelfinale nicht mehr nehmen. Zu allem Überfluss erlitt BVB-Kapitän Marco Reus eine Muskelverletzung und fällt mindestens einen Monat aus.

Der Frust beim BVB saß auf jeden Fall tief. „Man muss sich ja nur die letzten Minuten des Spiels anschauen. Die vielen Chancen, die wir vergeben haben, die Tätlichkeit gegen Gio Reyna, da kann die Stimmung ja nur schlecht sein", konstatierte Torwart Marwin Hitz in den „Ruhr-Nachrichten“.

Nicht nur die Gier auf Tore, auch die Galligkeit in den Duellen Mann gegen Mann fehlte den Gästen, die letztjährige Achtelfinal-Niederlage gegen denselben Gegner in Dortmund schien längst wieder heraus aus den Köpfen. „Wir haben fast alle Zweikämpfe verloren“, klagte Favre nicht zu Unrecht. Hitz ergänzte: „Natürlich gab es vor allem in der ersten Hälfte den einen oder anderen Zweikampf, den wir gewinnen können oder vielleicht auch müssen. Trotzdem habe ich nicht den Eindruck, als seien wir heute nur wegen unseres Defensivverhaltens ausgeschieden.“ BVB-Sportdirektor Michael Zorc prangerte vor allem das Auftreten im ersten Durchgang an. „Wir sind dafür bestraft worden, dass wir in der ersten Hälfte lahmarschig, bequem und langsam gespielt haben“, sagte Zorc dem „Kicker“. „Wir haben nicht so gewirkt, als wüssten wir, worum es geht.“

Abwehrchef Mats Hummels aber wollte in der ARD von einem Einstellungsproblem nichts wissen: „Es war keine berauschende Leistung, aber auch keine schlechte.“ Der Ligadritte muss nun am Samstag (18.30 Uhr/Sky) bei Bayer Leverkusen beweisen, ob er den Schalter wieder umlegen kann. Und ob er bereit ist, gegen diesen Gegner wieder mehr physische Präsenz zu zeigen, besonders in der Defensive.

Dann könnte Emre Can schon eine tragende und wichtige Rolle spielen. Diesmal blieb es für den 26 Jahre alten Last-Minute-Transfer noch bei einem Kurzeinsatz, doch schon in Leverkusen und vor allem in der Champions League gegen Paris St. Germain könnte der Nationalspieler richtig wichtig werden. Damit Haalands Tore auch wieder zu BVB-Siegen reichen...

(dpa/sid/old)