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BVB-Spielmacher Marco Reus in "außergewöhnlicher Frühform"

"Außergewöhnliche Frühform" : Marco Reus verzückt Fans und Trainer in Stuttgart

Borussia Dortmund müht sich bei den Stuttgarter Kickers in die zweite DFB-Pokalrunde. Wichtiger als das 4:1 beim Drittligisten war das gelungene Comeback von Marco Reus.

Marco Reus freute sich nach seiner gelungenen Rückkehr auf die Fußball-Bühne eher nach innen. Mit ernstem Blick und kopfschüttelnd schritt der Nationalspieler von Borussia Dortmund am Samstagabend durch die Katakomben der Stuttgarter Mercedes-Benz Arena. Die kreischenden Teenager, die ihn vor dem Team-Bus empfingen, nahm er ebenso kaum wahr wie die gierigen Fragesteller. Nein, Reus wollte nichts sagen zu seinem ordentlichen Comeback nach dem verletzungsbedingten WM-Aus und 71 Tagen Pause. Auch nicht zum jüngsten Streit der Borussia mit Bayern München um seine Person.

Dabei hatte Reus beim mühsamen 4:1 (1:0)-Erfolg des Bundesligisten in der ersten DFB-Pokalrunde bei Drittligist Stuttgarter Kickers doch bis zu seiner Auswechslung (57.) angedeutet, warum er so begehrt ist. Der 25-Jährige, der als Vertreter von Mats Hummels die Kapitänsbinde trug, war in der Offensive gleich auf mehreren Positionen sehr präsent. Ob als Regisseur, "falsche Neun" oder Standardschütze - Reus war gleich wieder die wichtigste Figur im Angriff der Schwarz-Gelben.

Stehender Beifall von den Rängen

Als er vom Platz ging, spendeten ihm die zahlreichen Dortmunder Fans stehend Beifall, von Trainer Jürgen Klopp gab es eine Umarmung und Schulterklopfer als Dank. Er sei "sehr zufrieden" gewesen mit Reus, sagte Klopp. Angesichts der Tatsache, dass seine schwere Verletzung (Teilriss der Syndesmose und knöcherner Bandausriss am Fersenbein) vom 6. Juni beim Länderspiel gegen Armenien erst zehn Wochen zurückliege, zeige er eine "außergewöhnliche Frühform".

Die Blessur, die Reus den WM-Titel kostete, bereite ihm "gar keine Probleme mehr", ergänzte Klopp zufrieden. Im Training sei Reus bereits "herausragend", gegen die Kickers sei das jedoch "anders" gewesen. "Marco braucht sicher noch einige Spiele", sagte Sportdirektor Michael Zorc. Klopp betonte indes: "Er ist jetzt 60 Minuten weiter, das ist für uns ein ganz wichtiger Faktor."

Es war nicht die einzige gute Nachricht für den BVB eine Woche vor dem Bundesliga-Start gegen Bayer Leverkusen. Neven Subotic kehrte nach Kreuz- und Innenbandriss ebenfalls zurück und hielt 90 Minuten durch. Henrich Mchitarjan bestätigte seine starke Form wie beim Supercup-Sieg gegen die Bayern mit dem Tor zum 1:0 (30.). Dazu erzielte Neuzugang Adrian Ramos (89.) seinen ersten Pflichtspieltreffer für Dortmund.

Pierre-Emerick Aubameyang, in der vergangenen Saison eines der Sorgenkinder Klopps, traf gar doppelt (55./78.). "Ich bin total begeistert von diesem Spieler", schwärmte Klopp von Aubameyang. Dieser habe die BVB-Spielweise nun endlich "gefressen", ergänzte er, und sei "gegen den Ball stärker geworden". Klopps Fazit: "Er ist ein großes Stück weiter."

Dass der BVB dennoch Probleme hatte, durch Randy Edwini-Bonsu das zwischenzeitliche 1:2 hinnehmen musste (60.), und das Ergebnis "dramatisch besser" (Klopp) war als das Spiel seiner Mannschaft, beunruhigte ihn nicht. "Ich habe nicht das Gefühl, dass wir nicht mehr kicken können. Die Bundesliga-Saison beginnt nächste Woche, da sind wir wieder ein Stück weiter", sagte Klopp. Das gilt dann auch für "Schweiger" Marco Reus.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Stuttgarter Kickers - Borussia Dortmund

(sid)