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Borussia Dortmund: Pierre-Emerick Aubameyang hält Fans für dumm

Werbegag im Revierderby : Aubameyang stellt den BVB bloß

Pierre-Emerick Aubameyangs Maskenjubel im Revierderby entpuppte sich im Nachhinein als billiger Werbegag für den Sportartikelhersteller Nike. Damit stellte der Gabuner seinen Arbeitgeber bloß.

Er hat es also wieder getan, Pierre-Emerick Aubameyang. Vor zwei Jahren sorgte der BVB-Torjäger mit einem Torjubel unter frisch aufgezogener Batman-Maske noch für kindliches Kichern in der staunenden Fußballgemeinde. Am Samstag auf Schalke wiederholte der Gabuner nun nach dem Führungstreffer das Schauspiel, indes diesmal nicht mit dem Gesichtspolyester eines Comic-Helden, sondern mit der Maske aus seinem dazugehörigen Nike-Werbespot. Kindliches Kichern blieb diesmal aus, diesmal steht die Aktion vor allem dafür, wie sehr einer wie Aubameyang das Gefühl dafür verloren hat, was sich gehört.

Dem Gabuner war es natürlich nicht egal, dass er mit seinem Nike-Jubel seinen Verein und dessen Ausrüster Puma brüskierte. Er nahm es, davon ist zumindest schwer auszugehen, in Absprache mit seinem persönlichen Ausstatter billigend in Kauf. Ambush-Marketing nennt man so etwas, und Fußballfans kennen diese Strategie spätestens, seitdem Mario Götze anlässlich seiner Vorstellung bei den adidas-Bayern im Nike-Shirt posierte. Aubameyang stellt also höchst öffentlichkeitswirksam und dazu willentlich wie wissentlich seinen Arbeitgeber bloß. Und das ist genau das, was die Aktion so verwerflich macht.

Es war eben kein Spaß, kein Ausdruck seiner extrovertierten Mentalität, wie der Torjäger später behauptete. Dies überhaupt zu behaupten, zeigt, für wie dumm Aubameyang alle anderen hält. Die Dortmunder Vereinsführung — und vor allem die Dortmunder Fans. Er benutzt nämlich einen Verein, der den Slogan "Echte Liebe" krampfhaft vor sich herschiebt wie eine Monstranz, einen Verein in Form einer Aktiengesellschaft, der sich — freilich von der nachdenkenden Öffentlichkeit belächelt — als letzte Bastion des volksnahen Fußballs präsentiert, als schlichte Werbeplattform. Wenn Aubameyangs Masken-Aktion also für etwas steht, dann für Fußball als reinen Kommerz.

Dem BVB wird nun nichts anderes übrig bleiben, als den Gabuner mit einer saftigen Geldstrafe und öffentlichkeitswirksam mit einem Rüffel zu versehen. So viel Strafe erwarten Puma und Fans gewiss. Allein: Am Ende wird auch diese Geldstrafe nur ein Ausdruck der allumfassenden Kommerzialisierung des Fußballs sein. Denn kann sich irgendjemand vorstellen, dass Nike seine kickende Werbefigur die Strafe selbst bezahlen lässt? Aubameyang hat all denen einen Bärendienst erwiesen, die gegen die Auswüchse des Wirtschaftsgutes Fußball ankämpfen. Er hat echte Liebe echt lächerlich gemacht. Und das ist echt ungehörig.

(klü)