Borussia Dortmund: Peter Stöger bleibt "erster Ansprechpartner"

BVB in Salzburg unter Druck: Stöger bleibt "erster Ansprechpartner"

Die Dienstreise in seine österreichische Heimat war für Peter Stöger eine besondere. Ob in der neuen Saison weitere Europacup-Auftritte als Trainer des Bundesligisten Borussia Dortmund hinzukommen, ist allerdings ungewiss.

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc haben bisher kein Bekenntnis zu Stöger abgegeben, obwohl er in der Liga mit dem BVB weiter ungeschlagen ist und klar auf Champions-League-Kurs liegt.

Watzke nennt Stöger zwar einen "außergewöhnlich guten Trainer" und weiterhin den "ersten Ansprechpartner", doch es bleiben Restzweifel. Zu unattraktiv, zu unkonstant, zu anfällig - so lauten die Vorwürfe in Bezug auf das Spiel der Schwarz-Gelben nach der Winterpause. Der berauschende Erlebnis- ist dem nüchternen Ergebnisfußball gewichen. Andererseits hat Stöger nach dem Abgang des Niederländers Peter Bosz für Ruhe und eine gewisse Stabilität gesorgt. Damit erfüllte er die erste Vorgabe seiner Vorgesetzten.

"Peter Stöger macht in meinen Augen einen sehr guten Job. Ich denke, dass Borussia Dortmund ihm nicht nur einen neuen Vertrag, sondern auch die Chance geben sollte, den Kader im Sommer mehr nach seinen Bedürfnissen zu gestalten", sagte daher der ehemalige Bundestrainer Berti Vogts.

Stöger selbst nimmt die Situation mit der ihm eigenen Gelassenheit zur Kenntnis. Sein Ende Juni auslaufender Vertrag bringt den 51-Jährigen nicht aus der Ruhe. Er wisse, dass sein Vertrag bis zum Sommer gehe, so Stöger: "Das ist Klarheit für mich."

Stögers ungeklärte Zukunft hängt auch mit der schwierigen Lage auf dem Trainermarkt zusammen. Julian Nagelsmann (1899 Hoffenheim) ist frühestens 2019 zu bekommen. David Wagner besitzt bei Premier-League-Klub Huddersfield Town ebenfalls noch ein Arbeitspapier für die neue Spielzeit. Dass die Trainerfrage beim deutschen Rekordmeister Bayern München ebenfalls noch nicht gelöst ist, macht die Situation für den BVB nicht leichter.

Daher könnte der große Vorteil von Stöger sein, dass er bereits da ist. Er muss in den kommenden Wochen aber zeigen, dass er die Mannschaft auch im taktischen und spielerischen Bereich weiterentwickeln kann. "Ich bin nicht gekommen, um eine Ära zu prägen - sondern, um in einer außergewöhnlich schwierigen Situation weiterzuhelfen", sagte der Österreicher. Doch vollkommen ausgeschlossen ist eine Vertragsverlängerung beim achtmaligen deutschen Meister nicht.

Zorc betonte zuletzt aber immer wieder, dass man sich in der Personalie Stöger "nicht unter Druck setzen" lasse. Erste Gespräche sollen für Ende März geplant sein. Zu lange sollten sich diese nicht hinziehen. Denn mit Stöger oder seinem möglichen Nachfolger müssen die Planungen für die neue Saison vorangetrieben werden - für die Liga und die Reisen durch Europa.

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(sid)