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Borussia Dortmund muss sich nach dem Aus bei den Glasgow Rangers sammeln

Blamables Aus in Europa : Für Dortmund ist die Saison kaum noch zu retten

Vor den Scherben seiner Europapokal-Saison sucht der BVB den Weg zur Neuausrichtung. Doch nach einer blamablen Saison in Europa und dem Aus im DFB-Pokal verspricht den angeschlagenen Dortmundern auch die restliche Bundesligasaison wenig Hoffnung.

Marco Reus humpelte die Bustreppe hinauf, Jude Bellingham machte hinter der Backsteinfassade noch Selfies mit Kindern, die ihr Glück kaum fassen konnten. Wenige Stunden später, mit der nächtlichen Landung der BVB-Sondermaschine in Paderborn, war eine Europacup-Saison voller Enttäuschungen und Blamagen für Borussia Dortmund vorbei. Es blieb die Frage: Was kommt nun noch bis Mai?

"Ich glaube nicht, dass die Saison jetzt vorüber ist", sagte Trainer Marco Rose nach dem demütigenden Europa-League-Aus bei den Glasgow Rangers im ehrwürdigen Ibrox Stadium. "Wir haben noch viel vor, es sind ja noch elf Bundesligaspiele."

Die Umstellung auf die Liga fällt allerdings schwer. Denn über allem stand nach dem 2:2 (2:1) im Rückspiel der Play-offs die Erkenntnis, dass sich der BVB wieder selbst geschlagen hatte. "Wir sind in einer Champions-League-Gruppe ausgeschieden, in der wir nicht ausscheiden dürfen", schimpfte Mats Hummels, "jetzt fliegen wir hier raus, wo wir weiterkommen müssen."

Daran hatte Hummels seinen Anteil. Auf den Foulelfmeter, den Julian Brandt unnötig verursacht hatte, reagierte der BVB noch stark und drehte das Spiel in ein 2:1. Dann passierte, was Hummels selbst schilderte: "Wir hatten sie komplett im Sack. Dann kommen wir sehr schlecht aus der Pause, ich schlage am Ball vorbei, und das Stadion kommt zurück." Verloren habe es die Mannschaft aber beim 2:4 im Hinspiel.

In nur einer von vier Halbzeiten dem schottischen Tabellenzweiten gewachsen zu sein, ist jedenfalls meilenweit vom Dortmunder Anspruch entfernt. Es offenbart die alten Probleme: Auch die Säulen machen viel zu viele entscheidende Fehler, der Kader ist unausgewogen und steht vor einem größeren Umbruch, dem Verein fehlt die Erzählung. Das internationale Image ist ramponiert.

Welche Konsequenzen werden folgen? Der dritte Knockout in Pokal-Wettbewerben nach Champions League und DFB-Pokal erweckt den Eindruck einer Mannschaft, die in großen Spielen zusammenklappt.

"Wir sind in diesen Wettbewerben schwach unterwegs, sehr schwach", sagte Rose. "Das tut weh, weil das die Eindrücke sind, die hängen bleiben und unsere ordentliche Bundesliga-Saison übertünchen."

In der Liga schwebt der BVB sechs Punkte hinter dem FC Bayern und acht Punkte vor Bayer Leverkusen. Der zweite Platz erscheint zementiert, die erneute Champions-League-Qualifikation darf als sicher gelten. Die "Riesenenttäuschung", wie Hummels das Europa-League-Aus nannte, kommt von anderswo.

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Die Dortmunder schleppen sich schwerstens angeschlagen in das Spiel beim FC Augsburg am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN). "Marco Reus hat einen harten Schlag bekommen, er hat schwer gehumpelt, wir müssen schauen, wie sich das entwickelt", sagte Rose während der Pressekonferenz.

Bei Thomas Meunier sei "wahrscheinlich die alte Verletzung wieder aufgebrochen", der Rechtsverteidiger hatte über muskuläre Probleme geklagt. Emre Can kämpfte nach dem Abpfiff laut Rose mit "schweren Rückenschmerzen". Bei Erling Haaland sieht es auch immer noch nicht nach einem Comeback aus.

Ohnehin war der BVB mit der Not-Innenverteidigung Hummels/Can angetreten, Dan-Axel Zagadou und Manuel Akanji sind ebenso verletzt wie Offensivspieler Gio Reyna. Für das Rangers-Spiel fiel kurzfristig Raphael Guerreiro aus. Für eine engagierte Bayern-Jagd wird wohl das Personal fehlen.

(ako/sid)