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Borussia Dortmund: Mannschaft bereit für Paris Saint-Germain und Ex-Trainer Thomas Tuchel

Neue Stabilität, neuer Mut : BVB bereit für Paris - und Ex-Trainer Thomas Tuchel

Eine diesmal offensiv und defensiv überzeugende Leistung macht Borussia Dortmund Mut für größere Aufgaben. Am Dienstag kommt Paris St. Germain mit Ex-BVB-Trainer Thomas Tuchel.

Der Siegeswalzer vor der schwarz-gelben Südtribüne war der perfekte Mutmacher. Arm in Arm schunkelten die Stars von Borussia Dortmund da im Takt, und es reifte eine Erkenntnis: Tritt der BVB wie beim 4:0 (1:0) gegen Eintracht Frankfurt auf, müssen sich im Fußball-Tempel der Bundesliga auch noch ganz andere warm anziehen - vielleicht sogar die Weltstars Neymar und Kylian Mbappe bei einem brisanten Wiedersehen.

"Mit dieser Konzentration, mit dieser Aktivität werden wir da eine sehr gute Chance haben", sagte Mats Hummels vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Paris St. Germain. "Auch PSG weiß, was es hier erwarten kann." Ganz besonders Thomas Tuchel - der hat schließlich einst den BVB trainiert und ist nach dem DFB-Pokal-Sieg 2017 mit einem Knall gegangen.

Im Idealfall bekommt er am Dienstag (21.00 Uhr/DAZN) das Heimgesicht des BVB zu sehen. Stürmisch, aber zugleich kontrolliert überzeugte die Borussia am Freitag vollauf und meldete wieder Ansprüche im Titelrennen an - nach den zuletzt zwei Niederlagen mit insgesamt sieben Gegentoren. "Wir haben nicht eine einzige Frankfurter Torchance zugelassen", lobte Lizenzspielleiter Sebastian Kehl. Die Statistik verzeichnete einen Torschuss der Frankfurter, an den sich niemand erinnern konnte. Nie schoss seit Beginn der Datenerhebung ein BVB-Gegner seltener aufs Tor.

Für Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, Sportdirektor Michael Zorc und Trainer Lucien Favre, den der Sieg vorerst mal vom größten Druck befreite, war das beruhigend. "Wir mussten liefern, und das haben wir gemacht", sagte Routinier Lukasz Piszczek, Torschütze zum 1:0 (33.). "Wir haben die Niederlagen hinter uns gelassen."

Wirklich? In nur 90 Minuten? Auch er wusste, dass die neue Stabilität am Dienstag hart auf die Probe gestellt wird: "Da kommt ein anderes Kaliber. Aber wir sind dazu bereit." Der Bundesliga-Rekord von 63 Toren aus 22 Ligaspielen (wie der FC Bayern 1973/74 bzw. der Hamburger SV 1981/82) dürfte PSG Warnung genug sein.

Der Fokus allerdings wird auch gegen Paris, für Emre Can "eine der besten Mannschaften der Welt", weiter auf der Defensive liegen. "Wenn wir alle gemeinsam verteidigen, kann das sehr erfolgreich werden", sagte der Neuzugang von Juventus Turin. Dementsprechend, betonte Torhüter Roman Bürki, gebe es "keinen Grund, den Gegner stärker zu reden, als er ist".

Schließlich geht offensiv angesichts der riesigen Qualität unter anderem der weiteren Torschützen Jadon Sancho (50.), Erling Haaland (54., auch fünf Tore in den ersten acht Bundesligaspielen sind ein Rekord) und Raphael Guerreiro (74.) immer was. Dies ist vielleicht die wichtigste Lehre der vergangenen Wochen. Warum also alles nach vorne werfen?

"Darüber müssen wir uns im Klaren sein", forderte Hummels, "bei unserer Qualität müssen wir gar nicht immer so viel riskieren. Wir kommen immer zu unseren Chancen." So weit ist es mit dem neuen Selbstvertrauen dann aber auch nicht her. Lächelnd schob Hummels nach: "Außer vielleicht in München."

(eh/sid)