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Borussia Dortmund kritisiert Schiedsrichter Felix Zwayer scharf - Bellingham erinnert an Wettskandal

Brisante Aussagen nach Topspiel : BVB kritisiert Schiedsrichter Zwayer scharf - Bellingham erinnert an Wettskandal

Nach dem Topspiel zwischen dem BVB und dem FC Bayern stand Felix Zwayer im Mittelpunkt. Es gab heftige Kritik am Schiedsrichter, der aus Sicht der Dortmunder mehrere strittige Szenen zu Gunsten des Rekordmeisters gepfiffen hatte. Jude Bellingham erinnerte sogar an den Wettskandal.

Borussia Dortmunds Trainer Marco Rose hat Schiedsrichter Felix Zwayer nach dem 2:3 im Bundesliga-Topspiel gegen den FC Bayern München scharf kritisiert. „Es ist schade, dass ein Spiel so entschieden wird. Das Spiel hätte einen anderen Ausgang und Entscheidungsfindung verdient gehabt“, sagte Rose am Samstagabend dem TV-Sender Sky und fügte hinzu: „Herr Zwayer kann ruhig noch ein paar BVB-Spiele pfeifen. Wir sind hier, wir sind bereit. Wir bereiten uns vor auf alles, was kommt. Er kann uns noch ein paar Steine und Stöcke in den Weg werfen. Wir machen weiter.“

Auch Dortmunds Mittelfeldspieler Jude Bellingham wählte deutliche Worte: „Für mich ist das kein Elfmeter. Mats guckt gar nicht zum Ball, der trifft ihn“, sagte Bellingham in einem Interview beim norwegischen Sender Viaplay Fotball. „Man gibt einem Schiedsrichter, der schon mal Spiele verschoben hat, das größte Spiel in Deutschland. Was erwartet man da?“. Der Engänder spielte damit auf den Wettskandal aus dem Jahr 2005 an. Zwayer war im Zuge des Wettskandals um Robert Hoyzer für sechs Monate gesperrt, weil er die ihm bekannten Spielmanipulationen von Hoyzer zunächst nicht gemeldet und zudem vor einem Spiel des Wuppertaler SV gegen die zweite Mannschaft von Werder Bremen 300 Euro von Hoyzer angenommen hatte, um als Linienrichter dabei zu helfen, kritische Situationen für den Wuppertaler SV zu vermeiden.

Hintergrund für den Ärger war der Elfmeter für die Bayern nach einem Handspiel von Mats Hummels, den Zwayer erst nach Studium der Video-Bilder gab. Robert Lewandowski verwandelte eiskalt (77.). Rose echauffierte sich am Spielfeldrand und wurde daraufhin auf die Tribüne geschickt. „Ich habe relativ emotional darauf hingewiesen, dass er in mehreren Situationen nicht richtig lag. Und dann bekommt man am Ende Gelb-Rot. Das ist doof“, sagte der BVB-Coach.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="en" dir="ltr">BELLINGHAM: – You give a referee that has match fixed before, the biggest game in Germany, what do you expect? <br><br>(<a href="https://twitter.com/JanAageFjortoft?ref_src=twsrc%5Etfw">@JanAageFjortoft</a>) <a href="https://t.co/H5yU9hz6PT">pic.twitter.com/H5yU9hz6PT</a></p>&mdash; Viaplay Fotball (@ViaplayFotball) <a href="https://twitter.com/ViaplayFotball/status/1467219720042594317?ref_src=twsrc%5Etfw">December 4, 2021</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Zwayer rechtfertigte hinterher seine Entscheidung. „Es ist überprüft worden, wie die Armhaltung war. Der Videoschiedsrichter hat für sich eine Beurteilung vorgenommen und gesagt: "Hummels hat den Arm in einer unnatürlichen Armhaltung vom Körper weggestreckt." Daraufhin habe ich es mir am Monitor angeschaut und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass es ein strafbares Handspiel ist.“

„Das finde ich hart“, sagte BVB-Kapitän Marco Reus nach dem Studium der TV-Bilder bei Sky. Im Spiel selber habe er die Szene nicht gesehen. „Er selbst sagt fifty-fifty“ Es sei ein „unfassbar wildes Spiel“ gewesen: „Wir hatten immer das Gefühl, dass wir gewinnen können. Daher ist es doppelt bitter, dass wir so verloren haben.“ Und Emre Can echauffierte sich: „So ein Scheiß-Elfmeter entscheidet das Spiel.“

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Reus hätte auch gerne selber nach einem Zweikampf mit Lucas Hernandez einen Elfmeter bekommen. „Ich habe ihn gefragt, meine Szene war doch auch fifty-fifty. Da sagt er, das war nur ein bisschen Oberkörper“, sagte der Nationalspieler.

Nach der Partie rechtfertigte Zwayer auch seine Entscheidung, beim Tackling von Lucas Hernandez gegen Reus keinen Elfmeter gegeben zu haben: „Wir alle (...) fordern immer eine robuste Zweikampfführung. Wir sollen die Spiele laufen lassen. Auch bei hohem Tempo darf Kontakt stattfinden im Oberkörperbereich“, sagte Zwayer und ergänzte: „Für mich ist es eine Situation, die nicht schwarz und nicht weiß ist. Ich habe mich bewusst aufgrund meiner großzügigen Linie gegen einen Strafstoß entschieden.“

Selbst Bayern-Coach Julian Nagelsmann äußerte Verständnis für den Unmut der Dortmunder über die unterschiedliche Vorgehensweise von Zwayer. „Ich verstehe, dass die beiden Situationen Diskussionen auslösen können. In meinen Augen kann man beide Elfmeter geben.“ Noch deutlicher wurde der ehemalige Schiedsrichter Manuel Gräfe im ZDF-Sportstudio: „Die Entscheidungen sind zu Lasten vom BVB ausgefallen und damit leider spielentscheidend.“ Und auch der ehemalige Münchner Profi und heutige ARD-Experte Bastian Schweinsteiger empfand Mitleid mit den Dortmundern: „Entweder es sind zwei Elfmeter oder keine zwei Elfmeter. So hätte ich entschieden.“

Julian Brandt hatte den BVB vor 15.000 Zuschauern früh in Führung gebracht (5.). Lewandowski (9.) und Kingsley Coman (44.) drehten das Spiel vor der Pause. Nach dem Ausgleich durch Erling Haaland (48.) schoss Lewandowski mit seinem 26. Treffer im 25. Pflichtspiel gegen seinen Ex-Klub den Sieg für die Münchner heraus. Sie haben damit die letzten sieben Pflichtspiele gegen den BVB allesamt gewonnen.

(dpa/old)