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Borussia Dortmund: Jude Bellingham droht nach seiner Zwayer-Kritik eine Strafe

Anspielungen auf Wettskandal : Bellingham droht nach seiner Zwayer-Kritik ein juristisches Nachspiel

Jude Bellingham droht als Folge seiner Kritik an Schiedsrichter Felix Zwayer ein juristisches Nachspiel. Der DFB prüft die Aussagen „auf ihre sportstrafrechtliche Relevanz“. Rückendeckung erhält der 18-Jährige von BVB-Boss Watzke und Sportdirektor Zorc.

Jude Bellingham von Borussia Dortmund droht als Folge seiner harschen Schiedsrichter-Kritik nach dem Bundesliga-Topspiel am Samstag gegen Bayern München (2:3) ein Nachspiel.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat mögliche Ermittlungen im Visier. „Der Kontrollausschuss wird die Äußerung des Dortmunder Spielers Jude Bellingham auf ihre sportstrafrechtliche Relevanz prüfen“, ließ der Kontrollausschuss-Vorsitzende Anton Nachreiner den SID wissen.

Bellingham war den Unparteiischen Felix Zwayer (Berlin) beim norwegischen Sender Viaplay Fotball scharf angegangen. „Man gibt einem Schiedsrichter, der schon mal Spiele verschoben hat, das größte Spiel in Deutschland. Was erwartest du?“, sagte der englische Nationalspieler. Harte Worte und solche, die nun Folgen haben könnten.

Der Engänder spielte damit auf den Wettskandal aus dem Jahr 2005 an. Zwayer war im Zuge des Wettskandals um Robert Hoyzer für sechs Monate gesperrt, weil er die ihm bekannten Spielmanipulationen von Hoyzer zunächst nicht gemeldet und zudem vor einem Spiel des Wuppertaler SV gegen die zweite Mannschaft von Werder Bremen 300 Euro von Hoyzer angenommen hatte, um als Linienrichter dabei zu helfen, kritische Situationen für den Wuppertaler SV zu vermeiden.

Sportdirektor Michael Zorc verteidigte Bellingham. „Der Junge ist 18, spricht nach einem hitzigen, emotionalen Spiel. Er benennt alte Fakten, das muss man nicht machen“, sagte Zorc dem SID: „Er ist eben ein Heißsporn. Die Dinger sind jetzt in der Welt, aber wir stehen da zu ihm. Strafrechtlich sehe ich da nichts Problematisches.“ Auch der 59-Jährige kritisierte Schiedsrichter Zwayer für die Leitung des Topspiels in aller Härte. „Er wurde leider dem Niveau des Spiels nicht gerecht. Er war überfordert. Es war ein tolles Topspiel, das durch den Schiedsrichter entschieden wurde“, sagte Zorc.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="en" dir="ltr">BELLINGHAM: – You give a referee that has match fixed before, the biggest game in Germany, what do you expect? <br><br>(<a href="https://twitter.com/JanAageFjortoft?ref_src=twsrc%5Etfw">@JanAageFjortoft</a>) <a href="https://t.co/H5yU9hz6PT">pic.twitter.com/H5yU9hz6PT</a></p>&mdash; Viaplay Fotball (@ViaplayFotball) <a href="https://twitter.com/ViaplayFotball/status/1467219720042594317?ref_src=twsrc%5Etfw">December 4, 2021</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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BVB-Boss Hans-Joachim Watzke glaubt nicht, dass Bellinghams Aussagen Konsequenzen nach sich ziehen werden. „Sein Satz ist nicht falsch, auch wenn er ihn nicht sagen muss. Aber das ist dann auch der Emotionalität geschuldet, die man einem 18-Jährigen zugestehen muss“, sagte der 62-Jährige dem „Kicker“. „Jude hat niemanden beleidigt, sondern ein Faktum geschildert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihm daraus irgendwelche Nachteile entstehen.“

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Bayerns Vorstandsboss Oliver Kahn sieht das ein wenig anders. „Ich bin der Letzte, der kein Verständnis hat für Spieler. Da sagt man auch Dinge, die man hinterher bereut. Nur, das geht natürlich einen Schritt zu weit. Einen gewaltigen Schritt“, äußerte Kahn bei Sky90: „Ich kann mich nicht erinnern, dass irgendein Spieler schon mal was in der Art von sich gegeben hat. Ich weiß nicht, wo er das her hat, wie er auf die Idee kommt, so eine Aussage zu machen.“

In der spielentscheidenden Szene, die zum Bayern-Elfmeter führte, sah Zorc „kein absichtliches Handspiel von Mats Hummels. Er sieht den Ball ja gar nicht, er taumelt da rein. Auf der anderen Seite werden Dinge wie der Rempler gegen Marco Reus oder die Szene mit Alphonso Davies nicht überprüft. Da verzweifelst du draußen, wenn diese Sachen vom Schiedsrichter unterschiedlich gehandhabt werden.“

Betrug sei „ein großes Wort“, sagte Zorc, „wir wollen hier ja keine neuen Vorwürfe artikulieren. Aber sagen wir es so: Wir fühlen uns in den entscheidenden Szenen benachteiligt.“

(sid/old)