Borussia Dortmund: Ganz Europa ist verrückt nach Jürgen Klopp

Trainer verlässt Borussia Dortmund: Ganz Europa ist verrückt nach Jürgen Klopp

Jürgen Klopp verlässt Borussia Dortmund. Das steht seit Mittwoch fest. Zu seiner Zukunft sagte Klopp, dass er keine Pause braucht und es noch keinen Kontakt zu anderen Klubs gibt. Sofort begannen in ganz Europa die Spekulationen, bei welchem Verein Klopp landen könnte. Besonders in England steht Klopp hoch im Kurs. Aufgrund seiner Sprachkenntnisse erscheint ein Wechsel auf die Insel als logischer Schritt. Doch er hat auch andere Optionen.

Manchester City: Reflexartig wird Klopp mit dem amtierenden englischen Meister, derzeit Vierter in der Premier League, in Verbindung gebracht. Trainer Manuel Pellegrini hat zwar einen Vertrag bis 2016, doch der Chilene wackelt bedenklich, da der Klub auch im FA-Cup und der Champions League enttäuschte. Der Sprung vom Arbeiterklub Dortmund zum Scheich-Klub ManCity dürfte Klopp marketingtechnisch etwas schwerfallen, ein Hinderungsgrund sollte das aber nicht sein. Aus England ist jedoch zu hören, dass Klopp nicht der Wunschkandidat der Citizens ist. Angeblich will der baskische Sportdirektor Txiki Begiristain seinen ehemaligen Mitspieler aus Barcelona, Pep Guardiola, lieber nach Manchester holen. Bei den Buchmachern ist City aber der große Favorit auf eine Verpflichtung Klopps.

FC Liverpool: Brendan Rodgers (Vertrag bis 2018) sitzt bei den Reds nach einer Saison mit vielen Höhen und Tiefen nicht besonders fest im Sattel. Liverpool ist Fünfter der Premier League, Klopp könnte mit seiner emotionalen Art dem Traditionsklub neues Leben einhauchen. Die Mannschaft ist jung und entwicklungsfähig, der Klub verfügt über eine Geschichte, die Gänsehaut hervorruft, und ein leidensfähiges sowie enthusiastisches Publikum. Alles wie in Dortmund, alles nur ein bisschen größer (außer das Stadion). Eigentlich ist der Klub wie gemalt für Klopp, der Job ist aber noch nicht frei.

Jurgen Klopp touches "This Is Anfield" sign. #Liverpool https://t.co/2rkjlMdyLL

FC Arsenal: Der Klub aus London wird seit 1996 vom Franzosen Arsene Wenger trainiert. Nicht wenige Beobachter sind der Meinung, dass Arsenal frischen Wind auf der Trainerbank gut vertragen könnte. Doch nach einer wechselhaften Saison steht der Klub von Mesut Özil und Per Mertesacker auf Platz zwei in England. Das macht eine Trennung von Wenger — und damit ein Engagement Klopps bei den Gunners — unwahrscheinlicher.

Manchester United: Louis van Gaal ist nicht gerade der beliebteste Manager der Premier League. Der Rekordmeister hat aber zuletzt unter dem Niederländer die Kurve gekriegt, belegt in der Tabelle Platz drei. Van Gaal hat den Umbruch seit dieser Spielzeit mit vielen teuren Transfers eingeleitet, kaum vorstellbar, dass Manchester das Projekt mit dem 63-jährigen van Gaal im Sommer schon wieder beendet.

Paris Saint-Germain: Trainer Laurent Blanc soll in der Mannschaft nicht sehr beliebt sein, spätestens nach der 1:3-Heimniederlage gegen den FC Barcelona in der Champions League dürfte der Abwehrchef der französischen Weltmeister-Mannschaft von 1998, der in der heimischen Ligue 1 nur Zweiter hinter Lyon ist, auch bei den ungeduldigen Geldgebern aus Katar Kredit verspielt haben. Blancs Vertrag läuft am Saisonende aus. Was spricht für Klopp? Star-Stürmer Zlatan Ibrahimovic ist ein großer Fan des Deutschen, bot sich bei der Wahl zum Weltfußballer des Jahres 2013 vor laufenden Kameras bei Klopp an. Ob Klopp aber trotz der vorhandenen Sprachbarriere einen Wechsel in Erwägung zieht, ist fraglich.

Real Madrid: Sollte Carlo Ancelotti in dieser Saison keinen Titel holen, sind seine Tage bei den Königlichen gezählt. Das ist ein offenes Geheimnis in der spanischen Hauptstadt. Reals Präsident Florentino Perez ist nach den Duellen mit dem BVB in der Champions League in den vergangenen Jahren sehr von Klopp angetan. Dennoch ist nicht sicher, dass Madrid beim Trainer auch vorstellig wird. Schließlich trainiert in Zinedine Zidane bereits der prädestinierte Nachfolger Ancelottis die Zweitvertretung von Real. Ebenfalls ist es nicht sicher, ob Klopp ein Angebot des wohl größten Klubs der Welt überhaupt annehmen würde. Mangelnde Sprachkenntnisse wären ein möglicher Grund. Wettanbieter sortieren Real hinter ManCity und Arsenal als drittwahrscheinlichste Destination für Klopp ein.

FC Bayern: In München hängt natürlich alles an der Zukunftsplanung von Pep Guardiola. Der Katalane hat noch ein Jahr Vertrag bei den Bayern, steht intern auch keineswegs zur Diskussion. Allerdings ziert sich der 44-Jährige bislang, seinen Vertrag an der Säbener Straße zu verlängern. Ein Abschied aus München im Sommer scheint nicht sehr wahrscheinlich zu sein, zudem würde Klopp seinen Dortmunder Freunden Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc das Herz brechen, sollte er Mario Götze und Robert Lewandowski nach München folgen. Das wird er ihnen nicht antun. Zumindest nicht jetzt. In ein paar Jahren kann das aber anders aussehen.

Sabbatjahr: Klopp betonte bei der PK am Mittwoch, dass er kein Jahr Pause braucht. Klopp kann aber ganz entspannt auf die zahlreichen Angebote warten und sie in Ruhe sortieren. Sollte keine passende Offerte dabei sein, kann er sich es aber durchaus leisten, eine Pause einzulegen. Ein Sabbatjahr könnte er zudem dazu nutzen, neben Englisch auch eine andere Fremdsprache zu erlernen. Nach sieben kräftezehrenden Jahren beim BVB würde ihm auch eine Pause guttun.

Hier geht es zur Infostrecke: Klopp verlässt den BVB: Twitter-Reaktionen

(can)
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