Zoff nach Fürth-Spiel BVB-Coach Rose wütet gegen Sky-Experte Hamann

Dortmund · Kein vorweihnachtlicher Friede: Marco Rose platzt bei Borussia Dortmund der Kragen. Den Trainer stört vor allem die Kritik von Didi Hamann an seinem Team. Erling Haaland geht nach dem mühsamen Sieg alleine auf die Ehrenrunde.

 Dortmunds Trainer Marco Rose gibt seinem Team im Spiel gegen Greuther Fürth Anweisungen.

Dortmunds Trainer Marco Rose gibt seinem Team im Spiel gegen Greuther Fürth Anweisungen.

Foto: dpa/Bernd Thissen

Mit der vorweihnachtlichen Besinnung war es bei Borussia Dortmund nicht weit her. Matchwinner Erling Haaland absolvierte seine Ehrenrunde nach dem zähen 3:0 (1:0) gegen die SpVgg Greuther Fürth ganz allein, fern der feiernden Mannschaft - und Marco Rose ließ im TV-Interview bei Sky eine lange köchelnde Wut raus.

„Didi Hamann nagelt gegen uns, eigentlich von Beginn dieser Saison an“, sagte der BVB-Trainer bissig über den Experten im Studio, „sich jede Woche hinzustellen und gegen uns zu schießen, ist dann auch schwierig. Vielleicht lade ich ihn mal ins Stadion oder zu mir ein.“ Hamann nahm an.

Rose wird vom Fluch der guten Tat eingeholt. Er hat über die unzähligen Verletzten (bis zu zehn gleichzeitig) in dieser Saison nicht gejammert, was dazu führt, dass sein Team mit normalen Maßstäben gemessen wird. „Wenn du wegen Länderspielen und Verletzungen schon mit ganz wenigen Spielern in die Saison gehst und dann ständig Jungs wegbrechen (...), dann kann man ein paar Sachen auch nachvollziehen“, sagte er.

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Foto: dpa/Marcel Kusch

Selbstverständlich aber stand am Mittwochabend eine Mannschaft auf dem Platz, die einen designierten Absteiger beherrschen muss - was sie jedoch nicht tat. „Wir sind die einzige Mannschaft in Deutschland, die sagt: Wir wollen den Bayern ihre Position streitig machen“, sagte Rose verteidigend: „Sollen sich doch alle freuen. Dass wir in der jetzigen Form sicherlich keine Chance haben, die Bayern vom Thron zu stoßen, ist doch klar.“

Viel hätte nicht gefehlt, dann hätte die Borussia ihre Titelchance komplett verspielt. Fürth war dem Ausgleich nahe und sogar gefährlicher als ein vollkommen schläfriger BVB, bis Haaland sein zweites Tor erzielte (82./ zuvor 33., Handelfmeter).

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„Der kann alles“, staunte sein Gegenspieler Maximilian Bauer. Donyell Malen (89.) traf zum Endstand. „Hauptsache drei Punkte“, sagte Torhüter Gregor Kobel erleichtert.

Ob sich Haaland auch bereits innerlich von seiner Mannschaft ein Stückchen entfernt, blieb offen. Der Norweger, der selten Interviews fürs deutsche Fernsehen gibt, sprach diesmal auch nicht mit den Medien aus seiner Heimat. Wer wollte, konnte in den Szenen nach dem Abpfiff eine gewisse Symbolik erkennen: Haaland scheint dem BVB entrückt, die Zeichen stehen wohl auf Abschied.

Den Fürthern, in neun Auswärtsspielen dieser Saison ohne jeden Punkt, blieb Empörung. Trainer Stefan Leitl fühlte sich von Schiedsrichter Daniel Schlager verschaukelt, weil Jude Bellingham kurz vor der Halbzeitpause keine Gelb-Rote Karte gesehen hatte.

Leitl raunte von den benachteiligten Kleinen und kam mit einer Verschwörungstheorie um die Ecke: „Ich habe das Empfinden, dass in der einen oder anderen Situation die Augen verschlossen werden.“

(rent/SID)
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