Man brauche Einheit, keine Spaltung Birgit Prinz-Angebot spaltet italienischen Sport
Rom (rpo). Wird Birgit Prinz die erste Fußballerin in der italienischen Serie A? Das mögliche Engagement spaltet die italienischen Sportwelt. Während das nationale Komitee eine Verpflichtung ablehnt, hält der Perugia-Chef unbeirrt dagegen.
<P>Rom (rpo). Wird Birgit Prinz die erste Fußballerin in der italienischen Serie A? Das mögliche Engagement spaltet die italienischen Sportwelt. Während das nationale Komitee eine Verpflichtung ablehnt, hält der Perugia-Chef unbeirrt dagegen.
Das geplante Engagement von Fußball-Weltmeisterin Birgit Prinz bei Perugia Calcio in der italienischen Serie A der Männer wird in Reihen des nationalen Olympischen Komitees Coni stark kritisiert. Coni-Präsident warnte Perugias Vorsitzenden Luciano Gaucci davor, die Welt-Fußballerin des Jahres unter Vertrag zu nehmen.
"Ich hoffe, dass Gaucci dieses Experiment nicht machen wird. Der italienische Sport braucht Einheit und keine Spaltungen. Er braucht keine theatralische Gesten. Es gibt schon eine Frauen-Fußballliga", betonte Petrucci in der italienischen Sporttageszeitung "Corriere dello Sport".
"Birgit wird kommen"
Gaucci lässt die Kritik jedoch kalt: "Ich bin von dem überzeugt, was ich mache. Ich weiß, dass ich mit Solidarität rechnen kann. Natürlich gibt es Leute, die dagegen sind. Sie sind aber eine deutliche Minderheit, und sie sind zur Niederlage verurteilt".
Gaucci erklärte, dass er noch keine offizielle Antwort von Birgit Prinz erhalten habe, gibt sich aber zuversichtlich: "Birgit wird kommen, davon bin ich fest überzeugt. Die Antwort werde ich in wenigen Tagen erhalten".
Vom Talent überzeugt
Gaucci hatte der 26-Jährigen vor zwei Wochen bei einem Treffen in Rom angeboten, in seinem Klub zu spielen. Der Perugia-Chef, der im Sommer Saadi al Gaddafi, Sohn des libyschen Revolutionsführers unter Vertrag genommen hatte, ist vom Talent der Frankfurterin überzeugt. "Birgit hat eine beträchtliche Kraft. Sie hat einen Körperbau, der ihr ermöglicht, Respekt von männlichen Kollegen zu erhalten. Ich habe eine große Zahl von Videokassetten mit ihren Spielen gesehen. Ich glaube fest an ihre Chancen. Es wird zu einer historischen Wende kommen", sagte Gaucci.
Der Perugia-Präsident bestritt, dass der Fußball-Weltverband Fifa ihm Steine in den Weg legen will: "Die Fifa behauptet, dass es keine Regeln gibt, die es verbieten, eine Frau zu engagieren. Eventuell muss sich der italienische Fußballverband über den Fall äußern".