Robert Lewandowski: Rentenvertrag bis 2023 beim FC Bayern München - bleibt er jetzt für immer?

Torjäger verlängert in München : Lewandowski geht beim FC Bayern in Rente

Torjäger Robert Lewandowski hat seinen Vertrag bei Bayern München erwartungsgemäß vorzeitig verlängert. Viel spricht dafür, dass er bis zum Karriereende in München spielt. Klare Pläne gibt's mit zwei anderen Stars.

Am Ende war es keine Frage mehr des "Ob", sondern nur noch des "Wann". Am Donnerstag dann hatte Pini Zahavi endlich Zeit. Der Berater von Robert Lewandowski kam nach München geflogen, und am Nachmittag verkündete der FC Bayern wenig Überraschendes: Der unbestritten erfolgreichste Bundesliga-Angreifer der vergangenen Jahre und der Gegenwart hat seinen Vertrag in München vorzeitig verlängert.

Die neue Vereinbarung gilt zwei Jahre länger als die alte - bis 2023. Lewandowski wird dann fast 35 Jahre alt sein. Es ist anzunehmen, dass es sein letzter großer Vertrag ist - und dass Zahavi dafür verbesserte Konditionen erwirkt hat. Lewandowski soll bislang 15 Millionen Euro (brutto) pro Jahr verdient haben, weniger werden es kaum sein, wenn der neue Star Coutinho um die 12 Millionen Euro (netto) kassiert.

"Der FC Bayern ist meine sportliche Heimat geworden. Dazu fühlen wir uns auch als Familie in München sehr wohl. Ich bin davon überzeugt, dass wir in den nächsten Jahren noch viel erreichen werden", sagte Lewandowski: "Der FC Bayern ist einer der drei größten Vereine der Welt und wir haben eine überragende Mannschaft. Ich bin stolz, Teil dieses Klubs zu sein."

Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge adelte den Edelangreifer: "Robert ist für mich der beste Mittelstürmer der Welt und seit Jahren eine tragende Säule unserer Mannschaft. Daher sind wir sehr glücklich, dass er noch lange für den FC Bayern spielen wird."

Sportdirektor Salihamidzic sieht Lewandowski, dessen Kontrakt zuvor bis 2021 lief, in einer veränderten Rolle. „Robert ist dabei, ein so wichtiger Spieler für den FC Bayern und seine Fans zu werden, wie Franck Ribéry und Arjen Robben es waren.“

Lewandowski war 2014 ablösefrei von Borussia Dortmund zum FC Bayern gekommen. In den ersten beiden Saisonspielen erzielte er alle fünf Tore der Münchner, bei insgesamt 292 Einsätzen in der Bundesliga hat er 207-mal getroffen. Er belegt in der ewigen Torschützenliste damit Rang fünf. In Dortmund hatte Lewandowski vier Jahre lang gespielt.

Gut möglich, dass Lewandowski am Ende der Saison Platz drei der ewigen Bestenliste in der Bundesliga einnimmt: Dort steht mit 220 Treffern Jupp Heynckes. In einer weiteren Rangliste liegt Lewandowski schon auf Platz zwei - hinter Rekordschütze Gerd Müller (427 Spielen, 365 Tore). Im Schnitt trifft der Pole Nationalspieler alle 112 Minuten ins Tor, der "Bomber der Nation" brachte den Ball in der Bundesliga alle 105 Minuten ins Netz

Die Vertragsverlängerung hatte sich bereits am vergangenen Samstag angedeutet, als Lewandowski beim 3:0 bei Schalke 04 alle drei Treffer erzielt hatte. "Zu 95 Prozent" sei alles klar, teilte er danach mit. Der neue Vertrag und die damit vermutlich einhergehende Gehaltserhöhung dürften für große Zufriedenheit bei ihm sorgen - Wertschätzubng in jeder Hinsicht ist dem Polen wichtig.

Hinzu kommen die zahlreichen Streicheleinheiten für den bisweilen launisch wirkenden Polen. Etwa jene von Trainer Niko Kovac: "Viermal hat er die Krone des Torschützenkönigs in der Bundesliga errungen. Das ist großartig. Er hat sich super entwickelt und ist diese Saison sehr gut in der Spur, damit sind wir sehr zufrieden", sagte er am Donnerstag.

"Er ist eine Legende", sagte Neuzugang Philippe Coutinho, nachdem Lewandowski in Schalke seine drei Treffer erzielt hatte. Die Verpflichtung des Brasilianers dürfte am Ende die Vertragsverlängerung mit dem Polen beschleunigt haben. Der Kader sei nun "optimal" besetzt, lobte der Torjäger, nachdem er in den Wochen zuvor nachdrücklich "gestandene Neuzugänge" gefordert hatte.

Schon am kommenden Samstag (15.30 Uhr) im Heimspiel gegen den Tabellenletzten FSV Mainz 05 könnte Tormaschine Lewandowski sein Konto weiter aufstocken. Zumal Offensivstar Coutinho nach seinem 33-Minuten-Debüt beim 3:0 auf Schalke bei seiner Premiere in der Allianz Arena schon länger zum Einsatz kommen soll. „Wir wollen zusehen, dass wir ihm mehr Minuten geben“, sagte Kovac. Der Brasilianer mache im Training Fortschritte. „Unser Ziel ist es, ihn so schnell wie möglich fit zu bekommen.“

Der Spanier Thiago soll nach der Spielpause gegen Schalke wegen Problemen an der Halswirbelsäule wieder auflaufen. Das würde eine Rückversetzung von Joshua Kimmich aus dem Mittelfeld in die Verteidigung nach sich ziehen. „Er wird nicht endgültig die Position rechter Verteidiger verlassen, dafür ist er da zu gut“, sagte der Bayern-Coach deutlich zu Kimmich, der wie im Nationalteam auch im Verein am liebsten dauerhaft auf der Sechs spielen würde.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Lewandowski holt zum vierten Mal die Torjägerkanone

(cbo/dpa/sid)
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