Wegen „Kurdistan“-Fahne Polizeieinsatz bei Spiel zwischen Türkgücü und Bayern II führt zum Abbruch

München · Eine „Kurdistan“-Fahne hat für den Abbruch des Fußball-Spiels zwischen Türkgücü München und dem FC Bayern gesorgt. Die Polizei schritt massiv ein.

Beim Spiel des FC Bayern II gegen Türkgücü München kam es zu Ausschreitungen.

Beim Spiel des FC Bayern II gegen Türkgücü München kam es zu Ausschreitungen.

Foto: dpa/Andreas Gora

Das Regionalliga-Spiel zwischen Türkgücü München und den Amateuren des FC Bayern München ist am Samstag nach einem Polizeieinsatz mit Verletzten kurz nach Anpfiff abgebrochen worden. Auslöser sei im Bereich der Bayernfans eine Fahne mit kurdischem Symbol gewesen, sagte ein Polizeisprecher am Samstagnachmittag auf Anfrage. Auf Fanportalen ist die Rede von einer Zaunfahne mit der Aufschrift „FC Bayern Fanclub Kurdistan“. Sie soll laut Fans keine verbotenen Symbole beinhalten.

Laut Polizei nahmen die Fans nach Aufforderung die Fahne nicht herunter, daraufhin setzten die Beamten Pfefferspray ein, wie es weiter hieß, und entfernten die Fahne unter Gewalteinwirkung. Mehrere Menschen wurden dadurch verletzt. Wie viele, war zunächst unklar. Sie wurden vor Ort ambulant versorgt. Laut Stellungnahme des FC Bayern waren gerade einmal zwei Minuten gespielt, bevor der Schiedsrichter das Spiel zunächst unter- und dann abbrach. Twitter-Nutzer warfen der Polizei übermäßige Härte vor. Es ist sogar die Rede davon, dass ein am Boden liegender Fan mehrfach mit dem Schlagstock attackiert wurde.

Grund für den Spielabbruch war, dass die Sicherheit nicht mehr gewährleistet war, wie der Bayerische Fußball-Verband mitteilte. „Dass es zum Spielabbruch gekommen ist, kann beileibe nicht im Sinne des Fußballs sein - jede Form von Gewalt hat auf unseren Plätzen nichts zu suchen“, erklärte der Verband. Ob es sich bei dem kurdischen Symbol um ein Emblem der verbotenen PKK handelte, war zunächst noch unklar.

In der türkischen Millionen-Metropole Istanbul waren am vergangenen Sonntag sechs Menschen bei einem Anschlag ums Leben gekommen, mehr als 80 wurden verletzt. Die türkische Regierung gab der PKK, der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans, und der Kurdenmiliz YPG die Schuld. Diese weisen die Verantwortung zurück.

(dör/dpa)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort