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FC Bayern München will Corona-Krise bei Vetragsverhandlungen "nicht ausnutzen"

Bei Vertragsverhandlungen : FC Bayern will „Corona-Krise nicht ausnutzen“

Bei Bayern München laufen 2021 einige Verträge von verdienten Spielern wie Manuel Neuer oder Thomas Müller aus. Die Corona-Krise soll auf die laufenden Verhandlungen keine Auswirkungen haben.

Ein Punkt ist Karl-Heinz Rummenigge besonders wichtig: Bayern München will trotz des Corona-Ausnahmezustandes ein verlässlicher Verhandlungspartner für Stars wie Manuel Neuer oder Thomas Müller bleiben. "Für Manuel gilt dasselbe wie für alle genannten Spieler, deren Verträge im Sommer 2021 auslaufen: Wir haben bereits vor der Corona-Krise Angebote unterbreitet und wir wollen die Corona-Krise jetzt auch nicht ausnutzen, um diese verdienten Spieler im Preis zu drücken", sagte der Vorstandschef des Rekordmeisters dem „Münchner Merkur“ und der „tz.

Im Sommer 2021 enden bei den Bayern gleich sieben Angestelltenverhältnisse im Profi-Stammkader: Neben Neuer und Müller gilt das für David Alaba, Jerome Boateng, Javi Martinez, Thiago und Sven Ulreich. "Ich denke, dass all diese Spieler auch wissen, dass sie im FC Bayern einen sehr soliden und sehr zuverlässigen Arbeitgeber haben, der sehr fair mit ihnen umgeht", betonte Rummenigge.

Noch sind die Folgen der Corona-Pandemie auch für einen wirtschaftlich top aufgestellten Klub wie den FC Bayern nicht absehbar. Die Stars verzichten bereits auf 20 Prozent ihrer Gehälter, um die Arbeitsplätze der rund 1000 Angestellten zu sichern. Zudem haben die Münchner die für den Sommer geplante große Transferoffensive erst einmal auf Eis gelegt.

"Keiner weiß heute genau, wie sich die Corona-Krise in den kommenden Wochen und Monaten noch weiter auf den Fußball auswirken wird. Daher haben wir das Thema Neuzugänge erst einmal auf 'Hold' gestellt", sagte Rummenigge.

Die „Bild“ spekulierte deshalb, dass die Bayern mit dieser Hinhaltetaktik den vorgesehenen Königstransfer von Leroy Sane (Manchester City) gefährden könnten. Dennoch: Aktuell werden beim Bundesliga-Tabellenführer nur Gespräche mit Spielern geführt, deren Verträge im kommenden Jahr auslaufen.

Und das gestaltet sich offensichtlich nicht ganz so einfach. Bei Neuer etwa stocke die Angelegenheit "massiv", berichtete am Montag der kicker. Neben den Finanzen geht es demnach hauptsächlich um die Laufzeit. Die Münchner wollen den Kontrakt mit dem DFB-Kapitän bis 2023 verlängern, der 34-Jährige soll sogar fünf weitere Jahre ins Gespräch gebracht haben, schrieb das Fachmagazin.

Neuer erwächst im Sommer in Alexander Nübel (23), der von Schalke 04 nach München wechselt, ein Konkurrent. Nübel sollen vor der Unterschrift Einsätze in Aussicht gestellt worden sein. "Ich bin kein Statist, sondern Protagonist", stellte Neuer dazu bereits klar, "und ich möchte immer spielen."

Trainer Hansi Flick stärkte seinem Kapitän den Rücken. "Er ist für mich der mit Abstand beste Torwart der Welt. Deshalb gibt es dazu für mich keine Alternative", sagte er unlängst. Nübel nannte er lediglich einen "jungen, talentierten Torhüter".

Während bei Neuer trotz der aktuellen Probleme eine Vertragsverlängerung erwartet wird, ranken sich um Müller, Alaba und Thiago teils mehr oder weniger gehaltvolle Abschiedsgerüchte. Boateng war schon mehrfach auf dem Sprung, genießt unter Flick aber wieder großes Vertrauen. Martinez gilt als Transferkandidat, Ulreich dürfte wegen Nübel einen Wechsel anstreben.

Bei Abwehrchef Alaba gab es bereits Spekulationen über einen möglichen Tausch gegen Flügelspieler Sane. "Dazu sage ich klar und deutlich", so Rummenigge, "das ist Grimms Märchen und hat nichts mit der Realität zu tun."

(sid/old)