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FC Bayern München: Trainer Hansi Flick will nicht mehr Co-Trainer werden

Nach Beförderung zum Cheftrainer : Hansi Flick will nicht mehr Co-Trainer beim FC Bayern werden

Zum Jahreswechsel macht sich Hansi Flick Gedanken über die Zukunft von Bayern München. Er stellt dabei klar: Ins zweite Glied will er nach dem Saisonende nicht zurück.

Von Hansi Flick ist bislang nicht überliefert, dass er in der Öffentlichkeit Forderungen stellt. Kurz vor dem Jahreswechsel hat er seine Vorgesetzten beim FC Bayern München nun allerdings wissen lassen, dass er nicht daran denkt, nach dem Ende der laufenden Saison noch einmal als Co-Trainer beim deutschen Rekordmeister zu arbeiten, sprich: ins zweite Glied zurückzutreten. "Ich kann mir vieles vorstellen, aber das kann ich mir im Moment nicht vorstellen", sagte er dem kicker.Flick wurde vor dieser Saison als Assistent von Niko Kovac eingestellt, sein Vertrag bei den Bayern läuft bis 2021. Seit der Trennung von Kovac am 3. November ist er nun der Chef, und weil er ein erfolgreicher und allseits gelobter Chef ist, gab Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor gut eineinhalb Wochen bekannt: Flick werde "mindestens" bis zum kommenden Sommer die Verantwortung tragen, sein Verbleib als Cheftrainer darüber hinaus sei "eine gut vorstellbare Option".

An diesem Sachstand will Flick auch gar nicht rütteln. "Für mich ist es eine sehr gute Lösung, für alle", betonte er nun im kicker. Er spüre das Vertrauen seiner Vorgesetzten - und "es spricht ja nichts dagegen, dass man weitermacht, wenn es erfolgreich verläuft". Er gehe deshalb einfach mal davon aus, ergänzte Flick, "dass die Spiele und Ergebnisse weiterhin passen; und wenn nicht, hat der Verein ausreichend Zeit, sich nach einem anderen Trainer umzuschauen".

Allerdings sind derzeit keine echten Alternativen zu Flick nach dem 30. Juni 2020 erkennbar. Einem Wechsel von Erik ten Hag von Ajax Amsterdam nach Saisonende hat Sportdirektor Marc Overmars gerade eine Absage erteilt, der Vertrag des einstigen Nachwuchstrainers des FC Bayern läuft noch bis 2022. Thomas Tuchel, von Vorstandschef Rummenigge geschätzt, besitzt bei Paris St. Germain ein bis 2021 datiertes Arbeitspapier. Von Flick wiederum schwärmen sie derzeit alle beim FC Bayern.

Flick geht also offenkundig davon aus, dass er auch nach dieser Saison Cheftrainer der Bayern sein wird, vorausgesetzt, die Ergebnisse stimmen. Heißt: Die Münchner sollten mindestens zum achten Mal nacheinander deutscher Meister werden. Bei den derzeit vier Punkten Rückstand auf Tabellenführer RB Leipzig ist das allemal noch möglich, auch wenn Flick nun mahnt: "RB verfügt über einen guten und ausgeglichenen Kader." Bei seinem Personal hat er dagegen Lücken ausgemacht.

"Es ist wichtig, dass der zweite oder dritte nachrückende Spieler die gleiche Qualität hat. Aktuell hat da Leipzig einen Vorteil, aber auch Teams wie Dortmund, Gladbach, Schalke oder Leverkusen sind nicht zu unterschätzen", sagt Flick mit Blick auf die Konkurrenz. Transfers des FC Bayern für die Rückrunde will er deshalb nicht ausschließen, betont jedoch: "Wenn, dann brauchen wir Spieler, die uns sofort weiterbringen, nicht erst im April oder Mai oder noch später."

Mögliche personelle Veränderungen und Ergänzungen "haben wir intern besprochen", versicherte Flick. Unter anderem könnte Jerome Boateng die Münchner im Winter verlassen. Angeblich ist der FC Arsenal interessiert. Flick hätte wohl gerne noch einen Rechtsverteidiger zu Absicherung: Benjamin Pavard könnte dann in die Innenverteidigung rücken und Joshua Kimmich weiter die Position des Sechsers ausfüllen. David Alaba wiederum sehe er "zurzeit" als "Abwehrchef", betonte Flick.

Was seine Position und Zukunft angeht, will sich Flick nicht aus der Ruhe bringen lassen. Fragen danach würden kommen und "mit Sicherheit, wenn wir einmal nicht gewinnen. Das passiert. So war es zuletzt auch schon. Ich habe damit kein Problem."

(lt/sid)