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FC Bayern München: Real-Leihgabe Alvaro Odriozola will „keine Zeit verlieren“

Bayern holt Odriozola von Real : Trainer Flick bekommt ersten Wunsch erfüllt

Hansi Flick bekommt seinen ersten Wunsch erfüllt. Der FC Bayern leiht Rechtsverteidiger Alvaro Odriozola bis zum Saisonende von Real Madrid aus. Leihgeschäfte halten den Münchnern Optionen für einen womöglich turbulenten Transfersommer offen.

Hasan Salihamidzic legte freundschaftlich den Arm um den neuen Mann für die Münchner Abwehr. Mit der Verpflichtung von Alvaro Odriozola hat der Sportdirektor Trainer Hansi Flick einen großen Winter-Wunsch erfüllt. Der bis zum Saisonende von Real Madrid ausgeliehene Rechtsverteidiger präsentierte sich am Mittwoch in München im grauen Anzug, hellem Hemd und weinroter Krawatte schon einmal mit großer Eleganz. Der 24-Jährige konnte es kaum erwarten, am liebsten gleich am Samstag im Heimspiel gegen den FC Schalke das rote Trikot des FC Bayern München anzuziehen.

„Ich will keine Zeit verlieren“, sagte der spanische Nationalspieler, der möglichst schnell das Label „Real-Reservist“ los werden will. Bei den Königlichen kam Odriozola nämlich nicht an Routinier Dani Carvajal vorbei, nur fünf Pflichtspiele bestritt er in dieser Saison für Madrid. „Aber ich habe hart gearbeitet und arbeite hart. Ich denke schon an das Spiel gegen Schalke und würde gerne auflaufen“, sagte Odriozola.

Die mangelnde Spielpraxis ist für den Sportdirektor „überhaupt kein Problem“. Das sei „gut für uns, sonst hätten wir ihn kaum kriegen können“, sagte Salihamidzic. Odriozola sei „topfit“.

Mit dem offensiv ausgerichteten Rechtsverteidiger soll ein personeller Engpass in der Abwehr behoben werden, Flick hatte auf einen Zugang gedrängt. „Der Trainer war sehr glücklich darüber, dass wir seinem Wunsch entsprechen konnten“, sagte Salihamidzic, der weitere Zugänge im Januar natürlich nicht ausschloss. „So lange der Transfermarkt offen ist, lässt sich der FC Bayern immer alle Optionen offen. Wir sind erst mal froh, dass wir Alvaro präsentieren können.“

Leihgeschäfte wie das mit Odriozola oder dem von U20-Nationalspieler Nicolas Kühn belasten die Kasse nicht groß. Die Bayern wollen im Sommer, wenn die Stars wie Leroy Sané (Manchester City/24 Jahre) und Kai Havertz (Bayer Leverkusen/20) noch mehr im Schaufenster stehen, ein immenses Finanzvolumen zur Verfügung haben - und keinen zu üppigen Kader.

Bei beiden deutschen Nationalspieler Havertz und Sané werden die Chancen als gut eingestuft, dass sie an der Säbener Straße landen könnten. Der Zugang von Schalkes Keeper Alexander Nübel ist für die neue Saison schon fix. Offen ist, was mit den ausgeliehenen Philippe Coutinho (FC Barcelona) und Ivan Perisic (Inter Mailand) passiert.

Für Flick & Co. zählen erst einmal die sportlichen Ziele - und dabei soll Odriozola helfen. „Es ist eine große Ehre, ein Privileg bei so einem großen, historischen Verein spielen zu dürfen“, sagte der viermalige spanische Nationalspieler. „Ich bin damit aufgewachsen, den Klub im Fernsehen anzuschauen. Wenn Bayern anfragt, hat man keine Zweifel, diesen Schritt zu machen.“

Im Sommer 2018 war Odriozola von Real Sociedad nach Madrid gewechselt, sein Vertrag dort läuft noch bis 2024. „Aber ich konzentriere mich nur auf das Hier und Jetzt“, sagte er. Bei Real-Star Toni Kroos sowie dem „guten Freund“ Xabi Alonso informierte er sich über den FC Bayern und die „sehr schöne Stadt“.

Durch die Ausfälle von Niklas Süle, Javi Martínez und Lucas Hernández, der schon wieder mit dem Team trainieren konnte, sind Flicks Optionen in der Defensive eingeschränkt. Wenn Odriozola rechts hinten aufläuft, könnte zum Beispiel Benjamin Pavard als Innenverteidiger aushelfen. Joshua Kimmich soll unter Flick auf die Sechserposition ins defensive Mittelfeld rücken.

Odriozola hofft, endlich wieder regelmäßig zu spielen. Das erste Training mit den neuen Teamkollegen „hätte nicht besser laufen können“, sagte er. „Ich könnte einfach nicht glücklicher sein.“

(dpa/old)