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FC Bayern München: Niklas Süle zurück im Lauftraining - der EM-Traum lebt

„Wieder Gras riechen“ : Süle startet Lauftraining – der EM-Traum lebt

Ein Hoffnungsschimmer für Bundestrainer Joachim Löw und Niklas Süle: Der deutsche Abwehrchef ist nach seinem Kreuzbandriss im Oktober wieder im Lauftraining. Das Ziel ist die EM-Teilnahme.

Niklas Süle strahlte übers ganze Gesicht und zeigte mit ausgestrecktem Daumen und kleinem Finger lässig den Surfer-Gruß: Mit der Rückkehr ins Lauftraining hat der Abwehrchef der deutschen Fußball-Nationalmannschaft auf seinem beschwerlichen Weg zur Europameisterschaft im Sommer einen weiteren wichtigen Etappensieg errungen – sein EM-Traum lebt.

"Nach knapp vier Monaten, in denen ich jeden Tag in diesem Kraftraum war und ein ähnliches Programm absolviert habe, war das für mich natürlich überragend, einmal rauszukommen, wieder zu laufen und das Gras zu riechen", sagte der Bayern-Profi nach der 25-minütigen Einheit am Montag: "Das war für mich der richtige Zeitpunkt, um den nächsten Schritt zu gehen." Denn bis zum Auftaktspiel der DFB-Elf bei der EURO am 16. Juni gegen Frankreich in München bleiben immerhin noch vier Monate Zeit.

Genau so lange liegt Süles Kreuzbandriss im linken Knie zurück. Doch schon an jenem 19. Oktober, als er sich beim 2:2 der Bayern in Augsburg zum zweiten Mal so schwer verletzt hatte, schaltete er in den Comeback-Modus - immer vor Augen: seine erste EM. Er habe mit seinem Team "richtig klasse" gearbeitet, sagte der 24-malige Nationalspieler nach der ersten Einheit in Fußballschuhen bei fcb.tv. Bisher habe es keine Komplikationen gegeben: "Ich habe gerade gemerkt, ich laufe komplett beschwerdefrei, und das ist, was zählt."

Zu den Beobachtern am Montag gehörte auch Joshua Kimmich, der Süle vom Balkon des Trainingszentrums aus mit freudiger Miene zuschaute. "Ich bin mit den Jungs immer im Austausch, die wissen auch über jeden Schritt bei mir Bescheid", sagte Süle mit verschwitztem Gesicht: "Deshalb freut es die natürlich auch, dass ich den nächsten Schritt gehen konnte." Auch Joachim Löw wird's freuen.

Schon im Dezember hatte Süle dem Bundestrainer mit Blick auf die EM zarte Hoffnungen gemacht. "Ich weiß, was kommen wird, und ich weiß, dass ich es schaffen werde", sagte er damals. Es gebe "nichts Geileres", als es "allen anderen zu zeigen, die sagen: 'Der schafft es eh nicht zur EM'".

Löw hat sich bisher zurückhaltend geäußert. Er wolle Süle ("ein Fixpunkt in unseren Planungen") oder Leroy Sane, der ebenfalls einen Kreuzbandriss erlitten hatte, "nicht unter Druck setzen", sagte er. Zweifler gab es allerdings auch in Süles Klub. "Die EM kann er ad acta legen", hatte Ex-Präsident Uli Hoeneß im vergangenen Oktober gesagt.

Süle jedoch ist "sehr glücklich mit meinem Knie und dem Heilungsverlauf". Und Löw hat in der Vergangenheit bereits mehrfach gezeigt, dass er verletzten Stars wie Sami Khedira (2014), Bastian Schweinsteiger (2016) oder Manuel Neuer (2018) bis zuletzt eine Tür offen hält.

(kron/SID)