FC Bayern München: Kein klares Bekenntnis zu Niko Kovac

Bayern-Trainer : Kein klares Bekenntnis zu Kovac

Die Zukunft von Niko Kovac bei Bayern München hängt nicht vom Ausgang des Pokalfinales ab, sagt Karl-Heinz Rummenigge. Doch der Vorstandschef äußert sich weiter widersprüchlich zum Coach.

Karl-Heinz Rummenigge wich den bohrenden Fragen immer und immer wieder aus. Ob Niko Kovac auch in der kommenden Saison Trainer von Bayern München bleibt? Der Vorstandschef ließ sich eine eindeutige Antwort auch nach mehrmaligem Nachhaken am Freitag nicht entlocken. "Wir setzen uns nach der Saison zusammen", sagte Rummenigge bei einer Bild-Veranstaltung in Berlin, und "analysieren alles in Ruhe".

Die Zukunft von Kovac in München entscheidet sich aber nicht im Pokalfinale gegen RB Leipzig am Samstag (20.00 Uhr/ARD und Sky) im Berliner Olympiastadion. "Es wäre verrückt, wenn man von einem Spiel die Zukunft abhängig macht", sagte Rummenigge, der sich widersprüchlich äußerte. Einerseits habe er nach dem 5:0 im Topspiel gegen Borussia Dortmund mit der Verweigerung einer Jobgarantie bewusst "polarisiert", um die Spannung hochzuhalten. Andererseits behauptete er: "Wir haben doch eine Laufzeit eines Vertrages bis 2021, und es hat keiner bei uns, ich auch nicht, irgendwas in dieser Richtung infrage gestellt."

Wer wollte, konnte daraus eine Tendenz pro Kovac heraushören, doch der Kroate kann sich weiterhin nicht absolut sicher sein, ob das Pokalfinale nicht doch sein letztes Spiel als Bayern-Coach ist. Zuletzt hatte Rummenigge die andauernden Spekulationen um den Coach selbst erst so richtig ins Rollen gebracht. Jeder Mitarbeiter müsse "liefern". Kovac tat dies mit der Meisterschaft gleich in seinem ersten, wenngleich holprigen Jahr in München. Dennoch gibt es von seinen Vorgesetzten keine klare Aussage zu seiner Zukunft. Diese Frage sei mit "Ja oder Nein" nicht zu beantworten, meinte Rummenigge. Wie bitte?

Kovac gibt sich weiterhin gelassen. Die Diskussion sei "deplatziert", sagte er am Freitag: "Ich bin hier total sekundär. Wir haben morgen ein Pokalfinale. Lassen Sie uns über Fußball reden."

Das Olympiastadion, die Hauptstadt Berlin - für Kovac ist das sein Zuhause und "etwas ganz Besonderes. "Ich habe dort 28 Jahre meines Lebens verbracht, habe so viele Verwandte, Freunde und Bekannte da. Es ist immer schön, nach Hause zu kommen", sagte er.

Er kommt zum dritten Mal hintereinander als Trainer zu "seinem" Heimfinale. Wahrscheinlich, sinnierte er, ist es einfach so: "Ich kenne den Weg nach Hause." Seit dem sensationellen 3:1 im vergangenen Jahr mit Eintracht Frankfurt gegen die Bayern gehört Kovac zum erlauchten Kreis der fünf Kicker, die den Cup als Profi und Trainer gewannen. Gegen Leipzig kann der 47-Jährige dieses Kunststück als erster Münchner wiederholen.

Dabei war zuletzt spekuliert worden, dass vor allem Rummenigge ihm nach dem Job trachte - während Präsident Uli Hoeneß als Fürsprecher des Kroaten galt. Der Unterstützung der Bayern-Fans kann sich Kovac sicher sein, die Sprechchöre des Anhangs nach der gewonnenen Meisterschaft hat ihn zu Tränen gerührt. "Jetzt wollen wir das Double. Ich kann euch versprechen, dass wir alles geben werden", sagte er bei der Titelfeier.

Den Termin am Samstag, sagte Kovac, habe er schon "vor Saisonbeginn für uns reserviert". Er habe gerade den neuen Spielern von der "unglaublichen Atmosphäre" vorgeschwärmt, ihnen eingebläut: "Jungs, dort müssen wir hin!" Berlin, das Finale, das sei "Gänsehaut pur. Sie können sich kaum vorstellen, wie sehr ich mich auf das Endspiel-Wochenende freue", meinte Kovac. Vielleicht gilt das auch für weitere Jahre auf der Bayern-Bank.

(ako/sid)
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