Weiterbeschäftigung praktisch beschlossen Flick darf wohl Bayern-Trainer bleiben

München · Hansi Flick kann gegen Wolfsburg noch einmal für sich werben. Doch an der Weiterbeschäftigung des Trainers bis Sommer gibt es bei Bayern München eigentlich keine Zweifel mehr.

 Bayern-Trainer Hansi Flick.

Bayern-Trainer Hansi Flick.

Foto: dpa/Patrick Seeger

"Weihnachtsmann" Karl-Heinz Rummenigge hat das Vertrags-Paket für Hansi Flick schon geschnürt, doch der Trainer will erst noch die Bescherung abwarten. "Das sind alles Dinge, die wir nach dem Spiel besprechen. Lasst uns das Spiel spielen, dann schauen wir mal, was rauskommt", sagte Flick vor seiner voraussichtlich letzten Begegnung als "Bis auf Weiteres"-Coach von Bayern München. Erst danach soll die frohe Botschaft verkündet werden.

An Flicks Weiterbeschäftigung bis Sommer gibt es vor dem Jahresabschluss gegen den VfL Wolfsburg am Samstag (15.30 Uhr/Sky) eigentlich keine Zweifel mehr. Selbst eine Niederlage dürfte daran nichts ändern. "Die wichtigste Qualität im Spiel ist nicht exklusiv das nackte Ergebnis, sondern die Spielqualität", ließ sich Rummenigge erst am Mittwoch in der Sport Bild zitieren. Flick passe zur Mannschaft, sein Spielstil sei einer, "der nicht nur uns, sondern auch den Fans gefällt. Man muss die Handschrift eines Trainers sehen. Und das ist bei uns wieder der Fall."

Man muss daher kein Prophet sein, um zu ahnen, dass der von Rummenigge angeführte Vorstand dem Aufsichtsrat eine Ausdehnung des bislang bis Winter befristeten Engagements empfehlen wird. Letzte Details wie etwa die mögliche Anhebung der Bezüge Flicks sollen nach dem Wolfsburg-Spiel erörtert werden. Harte Verhandlungen müssen die Bosse nicht fürchten. "Mir macht es viel Spaß, die Mannschaft ist top, ich habe ein gutes Umfeld und Team hinter mir. Ich bin zufrieden mit dem, was ich habe", sagte Flick am Freitag.

Demnach dürfte der Aufsichtsrat um den neuen Chef Herbert Hainer, der zur Sache auch den künftigen Vorstand Oliver Kahn (ab 1. Januar) hören will, dem Vorschlag des Vorstands schnell zustimmen. Der Mentalitäts-Sieg in Freiburg (3:1) hat noch einmal weitere überzeugende Argumente pro Flick geliefert. Rummenigge und Co. können sich jetzt sicher sein, dass die Mannschaft nicht nur wieder schöneren, modernen Fußball spielt - sie geht für ihren Trainer auch durchs Feuer. "Die Tendenz ist sehr positiv, die Philosophie passt zu uns", sagte Kapitän Manuel Neuer zuletzt.

Flick scheint sich dabei mitunter noch zu fühlen, als wäre er unverhofft im Paradies gelandet. "Ich genieße es, wie es ist", sagte er, das Jahr 2019 sei eigentlich "ganz anders geplant" gewesen. Doch dann kam zuerst der Anruf aus München und er wurde Co-Trainer unter Niko Kovac. Plötzlich aber "war es wieder anders als geplant" - und er musste für den geschassten Chef übernehmen. "Das ist das normale Leben", sagte Flick schmunzelnd.

Dazu gehört für ihn Weihnachten im Kreise der Familie ("Das ist Tradition"), Urlaub brauche er aber "nicht unbedingt. Von mir aus könnte es weitergehen. Aber ich glaube, die Spieler brauchen Urlaub." Nur noch elf Feldspieler hat er zur Verfügung, nachdem auch Thiago gelbgesperrt fehlt. Dennoch sei die Mannschaft "entschlossen, das Letzte herauszuholen" gegen die Wölfe, die in 26 Gastspielen in München nur zwei Remis holten.

Während Sportdirektor Hasan Salihamidzic die anstehende Pause zur Sondierung des Transfermarktes nutzen wird ("Wir lassen uns alle Optionen offen"), unterzieht sich Robert Lewandowski am Samstagabend der notwendigen Leisten-OP, wie Flick bestätigte. Er rechne mit einer Pause von zehn bis 14 Tagen für den Topstürmer, sagte der Coach. Zum Rückrundenstart bei Hertha BSC (19. Januar) stünde "Lewa" wieder bereit - auch dann noch unter Flick.

(ako/sid)
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