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FC Bayern München: "Granate" James Rodriguez zündet

Gala-Auftritt auf Schalke : Mitspieler schwärmen von Bayerns "Granate" James Rodriguez

Nach zwei Siegen in vier Tagen mit 7:0 Toren ist das Krisengerede bei Bayern München vorerst verstummt. Neuzugang James trug mit einer Gala beim 3:0 (2:0) bei Schalke 04 wesentlich dazu bei.

Nach seiner ersten Bundesliga-Gala überließ James die großen Reden den anderen. "Wichtig war der Sieg der Mannschaft", sagte der WM-Torschützenkönig nur, der beim souveränen 3:0 (2:0) von Bayern München bei Schalke 04 eine erste Kostprobe seines Könnens gegeben hatte: "Aber ich bin auch mit meiner eigenen Leistung zufrieden." Ein Tor, zwei Vorlagen, viele kluge Pässe - die "Granate" hat gezündet.

Ausführlicher waren die Lobeshymnen der Kollegen. "Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht, war immer anspielbereit, wollte den Ball, war spielfreudig. Es macht Spaß, mit so jemandem zusammenzuspielen", schwärmte Sebastian Rudy vom Kolumbianer.

Die Leihgabe von Real Madrid, von Präsident Uli Hoeneß als "Granate" angekündigt, hatte bei seinem Startelfdebüt alle Register gezogen: erst den Handelfmeter herausgeholt, den Robert Lewandowski zur Führung verwandelte (24.), dann selbst das entscheidende 2:0 erzielt (29.) und schließlich mit einem genialen Lupfer den dritten Torschützen Arturo Vidal in Szene gesetzt (75.).

Lob von Ancelotti

Dazwischen glänzte er als intelligenter Ballverteiler, der sich nicht zu schade war, den Rückwärtsgang einzulegen und verlorene Bälle zurückzuerobern. "Er hat sehr gut gespielt, sehr mannschaftsdienlich mit guten Kombinationen", lobte Trainer Carlo Ancelotti seinen "Wunschspieler", den er schon zweimal verpflichten ließ: nach der WM 2014 für 80 Millionen Euro von Real Madrid und in diesem Sommer für gut zehn Millionen Euro Leihgebühr vom FC Bayern.

Eine Oberschenkelverletzung, in der Vorbereitung erlitten, hatte das Bundesliga-Debüt des 26-Jährigen verschoben. Nach den ersten zwölf Minuten bei 1899 Hoffenheim (0:2) und 85 in der Champions League gegen den RSC Anderlecht (3:0) zeigte James auf Schalke, warum Ancelotti einen Narren an ihm gefressen hat.

Dabei erwartet der Italiener sogar eine Steigerung: "Physisch ist er noch nicht bei 100 Prozent." Auch Rudy glaubt, "dass noch viel mehr in ihm steckt. Man wird in den nächsten Wochen noch mehr von ihm sehen".

Mit seiner Glanzleistung in Gelsenkirchen hat James die Kritiker gleich doppelt verstummen lassen. Zum einen ist das Krisengerede beim Rekordmeister über den Stolperstart nach zwei Siegen in vier Tagen mit 7:0 Toren vorerst beendet, zum anderen schweigen erst einmal jene, die den Kolumbianer für einen Neuzugang zweiter Klasse hielten. Nach dem jüngsten Champions-League-Sieg Reals in Anzug und Krawatte auf dem Rasen, schien einer der größten Stars der WM schon von der ganz großen Bühne verdrängt.

Zu schwach für Real, gut genug für Bayern? Ja, meinte Weltmeister Thomas Müller: "Er hat ein gutes Spiel gemacht, hat immer wieder vorne Akzente gesetzt und gute Entscheidungen getroffen." Mit seinem typischen schelmischen Lächeln fügte er an: "Aber wir sind auch eine Mannschaft, in der das Fußballspielen leichter ist."

Weit weniger Spaß hatten die Schalker nach der höchsten Niederlage unter ihrem neuen Trainer Domenico Tedesco. "Total zum Kotzen", fand Torhüter Ralf Fährmann die Elfmeterentscheidung, als der Ball Abwehrchef Naldo vom eigenen Fuß an die Hand gesprungen war. Videoassistent Bastian Dankert hatte Schiedsrichter Marco Fritz überstimmt. "Wir sind doch Menschen und haben Arme", meinte Fährmann, "wir können doch nicht wie eine Robbe da reinrutschen."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist James Rodriguez

(sid)