Bundesliga 19/20: Dauerdruck für Kovac - Jobgarantie für Nagelsmann

Vor Bundesliga-Spitzenspiel : Dauerdruck für Kovac - Jobgarantie für Nagelsmann

Cheftrainer sind Nagelsmann und Kovac seit 2016. Beide sorgten für Furore: In Hoffenheim führte Nagelsmann als jüngster Bundesliga-Cheftrainer die TSG prompt in die Champions League. Kovac entriss mit Eintracht Frankfurt den Bayern 2018 den DFB-Pokal.

Das Lächeln von Julian Nagelsmann ist bei Überraschungen gegen den FC Bayern immer besonders schelmisch. Das gelang ihm schon in der Jugend als Spieler vom TSV 1860 München. Als jüngster Cheftrainer in der Bundesliga besiegte er dann mit der TSG Hoffenheim in der Saison 2016/2017 den Rekordmeister mit 1:0. In der Saison darauf legte er ein 2:0 nach. „Wir wollen Punkte sammeln – auch gegen Topteams der Bundesliga wie dem FC Bayern. Wir wollen dem Gegner wehtun und auf der Anzeigetafel die Zahlen hochschrauben – jedenfalls die auf unserer Seite“, sagte Nagelsmann am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

Der 32 Jahre alte Nachfolger von Ralf Rangnick, der auch schon als ein künftiger Kandidat für den Trainerposten in München gehandelt wurde, kann das insgesamt neunte Duell von RB Leipzig gegen den Double-Gewinner als Tabellenführer mit zwei Zählern Vorsprung relativ entspannt angehen. Er hat in Sachsen quasi eine Jobgarantie. „Er muss nicht nervös werden, wenn es mal die eine oder andere Niederlage gibt. Wir wissen, dass das eine neue Zeitrechnung ist und sich Dinge verändern und es dafür eine gewisse Eingewöhnung braucht“, meinte RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff vor dem Saisonstart.

Anders sind die Vorzeichen bei Niko Kovac, der in seinem ersten Bayern-Jahr eher durch ein Stahlbad gegangen ist. Gerade in den entscheidenden Wochen vor dem Pokalfinale im Mai gegen Leipzig (3:0) hatte er in der Endphase der Meisterschaft öffentliche Rückendeckung der Führungsriege vermisst. Anders als der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge war aber Präsident Uli Hoeneß der große Unterstützer von Kovac im Verein.

Besonders in der Champions League wird nun in seinem zweiten Jahr mehr als das Achtelfinale erwartet. „Wir möchten das Double verteidigen. Und international möchten wir sehr viel besser abschneiden“, sagte der 47-jährige Kovac zur eigenen Zielsetzung. „Ich glaube, dass Niko weiß, dass wir ein Club sind, der Erfolg braucht. Dem stellt er sich, dem stellen sich alle hier in dem Club“, hatte Rummenigge auf der USA-Reise der Münchner verkündet. „Ich wünsche ihm eine genauso erfolgreiche Saison wie im Vorjahr mit dem Double - und die eine oder andere Runde mehr in der Champions League. Dann wären alle hochzufrieden beim FC Bayern.“

Kovac will dabei das Duell in Leipzig („Es wird ein Abnutzungskampf“) nicht überbewerten. Weiß aber um die Stärke von RB. „Ich glaube, dass uns dort alles abverlangt wird. Aber wir sind deutscher Meister und fahren dorthin mit dem Selbstvertrauen, dass wir gewinnen wollen. Dass es schwer wird, wissen wir alle“, sagte er vor der Neuauflage des Pokal-Endspiels. Dennoch hat er ein klares Ziel ausgegeben: „Sie sind im Moment Erster und nach dem Spiel wollen wir das sein.“

Nagelsmann - 2017 nach dem Coup gegen die Bayern zum „Trainer des Jahres“ gewählt - sieht die Münchner derzeit schon sehr gefestigt und verlangt von seiner Mannschaft eine „außergewöhnlich gute Leistung“. Und er setzt auf Torjäger Timo Werner. „Er kann aufgrund seiner Qualitäten ein wichtiger Faktor sein – der in der Lage ist, dem FC Bayern weh zu tun.“

Nach der Nullnummer im Mai in der Red-Bull-Arena nehmen die Gäste die Aufgabe enorm ernst: „Ich denke, dass Leipzig eine Mannschaft ist, die in der Meisterschaft mitreden kann“, meinte Bayerns Torjäger Robert Lewandowski, der nach nur drei Spieltagen mit sechs Treffern eins mehr als der RB-Stürmer geschossen hat.

(pabie/dpa)
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