Bayern München: Mats Hummels muss zurück in die Nationalelf

Top-Leistung im Pokalfinale : Darum muss Hummels zurück in die Nationalelf

Mats Hummels beweist in den wichtigen Spielen, dass er weiterhin der beste deutsche Innenverteidiger ist. Bundestrainer Joachim Löw verzichtet dennoch auf den Bayern-Akteur. Eine unverständliche Entscheidung.

Da war er wieder, der alte Mats Hummels. Mit stolzgeschwellter Brust marschierte er über den Platz. Gerade eben hatte er mit dem FC Bayern das DFB-Pokalfinale gegen RB Leipzig gewonnen. Ein wenig Genugtuung war freilich auch dabei. Immerhin verfolgte Bundestrainer Joachim Löw die Begegnung live im Stadion. Und Hummels war einer der Schlüsselspieler in dieser hitzigen Partie.

Er war nicht nur mitverantwortlich dafür, dass der deutsche Rekordmeister gegen stark pressende Sachsen die Null hielt. Er überzeugte auch mit überragender Spieleröffnung, gewitzten Pässen in die Tiefe und einem unnachahmlichen Solo. Das war so gut, man hätte beinahe meinen können, Hummels sei die Reinkarnation von Franz Beckenbauer.

Man muss sich deshalb auch die Fragen stellen: Gibt es in Deutschland einen besseren Innenverteidiger als Hummels? Nein, den gibt es nicht. Haben Jonathan Tah, Matthias Ginter, Niklas Stark oder Niklas Süle auf absehbare Zeit das Potenzial, an diese Leistungen heranzukommen? Nein, das haben sie nicht.

Denn Hummels ist ein Spieler, der in den Spielen, in denen es drauf ankommt, Leistung bringt. Dass er in einer Partie gegen Hannover 96 mal einen Zweikampf verliert - geschenkt. Dass er gegen Ahmed Kutucu mal ein Laufduell verliert - nicht spielentscheind. Die Spieler mit dem Prädikat Weltklasse identifiziert man in den in wichtigen Spielen. Und da war Hummels - auch in dieser Spielzeit - immer überragend. In Anfield, gegen eine der besten Offensiven der Welt, gewann er gefühlt jeden Zweikampf. Und auch nun, im Pokalfinale gegen Leipzig, spielte er groß auf.

Auch deshalb ist es unverständlich, wieso Löw freiwillig auf einen Akteur dieses Formats verzichtet. Der 30-Jährige würde die Defensive der Nationalelf nicht nur verstärken. Er würde den jungen Nebenmänner auch zusätzlichen Halt geben. Wie gut das funktioniert, kann man par excellence an Süle beim FC Bayern erkennen. Löw verzichtet dennoch auf seinen besten Innenverteidiger. Ein Luxus, den sich der Bundestrainer da erlaubt. Damit es ihm nicht als grobe Fahrlässigkeit ausgelegt wird, sollte das DFB-Team in den kommenden Monaten Erfolg haben.

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