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Bayern München: Leon Goretzka versteht Kollegen, die keine Kritik äußern

Goretzka will nicht Fürsprecher einer Partei sein : Mit der AfD gibt es eine Partei, „gegen die ich mich klar positioniere“

Nationalspieler Leon Goretzka hat sich erneut kritisch geäußert, versteht andere Profi-Kollegen aber, dass sie das nicht tun. Darüber hinaus glaubt er aber nicht an langfristige Auswirkungen der Coronakrise auf das Millionengeschäft Profi-Fußball.

Fußball-Nationalspieler Leon Goretzka hat Verständnis für Profis, die ihre Meinung nicht so offen wie er selbst äußern. „Ich bin mir bewusst, dass es bei Äußerungen zu manchen dieser schwierigen Themen auf Feinheiten und Formulierungen ankommt“, sagte der 25-Jährige Mittelfeldspieler vom deutschen Rekordmeister FC Bayern München in einem Interview der „Welt am Sonntag“.

Goretzka ist bekannt dafür, auch kritische Statements öffentlich zu äußern. „Ein falsches Wort, und du wirst auf eine Position festgenagelt, die du so gar nicht wolltest“, betonte er allerdings auch.

Auf die Frage, ob er sich als einen politischen Menschen sehe, antwortete Goretzka: „Natürlich spielen Themen wie der Kampf gegen Rassismus immer auch in die Politik hinein. Ich möchte aber nicht als ein Sprecher irgendeiner Partei wahrgenommen werden.“ Wobei es mit der AfD eine Partei gebe, gegen die er sich klar positioniere, betonte Goretzka. „Generell geht es mir um die Menschen und Werte wie Gleichberechtigung.“

Er erinnerte in der Diskussion um eine Sonderstellung des Fußballs an die mediale Wirksamkeit. „Daraus ergibt sich eine Verantwortung, der wir bestmöglich gerecht werden wollen. Gerade in dieser speziellen Saison sollte man seinen Horizont mehr denn je erweitern“, sagte Goretzka.

Dass Sportlerinnen und Sportler anderer Disziplinen der Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der ersten und zweiten Liga in einer Woche kritisch gegenüberstehen, kann Goretzka auch nachvollziehen. „Hier geht es auch um Feingefühl, der verantwortungsvolle Umgang mit der Situation ist wichtig“, sagte er.

(eh/dpa)