3:2 beim SC Paderborn: FC Bayern München trotz Tabellenführung unzufrieden

Knapper 3:2-Sieg bei Aufsteiger Paderborn : FC Bayern trotz Tabellenführung unzufrieden

Rechte Freude kam bei Bayern München nach der Eroberung der Tabellenspitze nicht auf. Die Umstände waren glücklich, am Auftreten des Rekordmeisters muss sich bis zum Stresstest bei Tottenham Hotspur einiges tun.

Die nackten Zahlen stimmen, doch das allein sorgt bei Bayern München selten für Glückseligkeit. Und so verließ der Serienmeister Ostwestfalen trotz der Übernahme der Tabellenführung und der nächsten Bundesliga-Rekordmarke von Tormaschine Robert Lewandowski mit einigen Sorgen. Im ersten Champions-League-Härtetest bei Vorjahresfinalist Tottenham Hotspur am Dienstag (21.00 Uhr/DAZN) besteht erheblicher Steigerungsbedarf.

"Wir machen einfach zu viele Fehler. Auch schon in den Spielen, die wir hoch gewonnen haben. Keiner von uns ist mit der Art und Weise zufrieden", sagte Nationalspieler Joshua Kimmich nach dem wackeligen 3:2 (1:0) bei Aufsteiger SC Paderborn und legte den Finger tief in die Wunde. Sportdirektor Hasan Salihamidzic versprach: "Wir müssen, wollen und werden uns steigern in London."

Das dürfte bitter nötig sein, denn bereits beim sieglosen Schlusslicht der Fußball-Bundesliga hätte der FC Bayern beinahe ein böses Erwachen erlebt. Selbst nach dem 2:0 durch den überragenden Philippe Coutinho (55.) sowie nach dem 3:1 (79.) durch das zehnte Saisontor von Lewandowski an den ersten sechs Spieltagen (Bundesliga-Rekord) war die Partie nicht entschieden.

Nachdem die Bayern durch Serge Gnabry (15.) nach Traumpass von Coutinho früh in Führung gegangen war, wurden allerbeste Chancen ausgelassen. Lewandowski höchstselbst vergab laut Trainer Niko Kovac einen "Tausendprozenter", als er nach sieben Spielminuten das leere Tor aus wenigen Meter verfehlte, Kapitän Manuel Neuer fühlte sich in dieser Szene an Videoclips der Kategorie Schadenfreude erinnert.

Paderborn kam so durch Kai Pröger (68.) und den Sonntagsschuss von Jamilu Collins (84.) zweimal wieder heran - und war der kleinen Sensation eines Punktgewinns durchaus nah. "Die Bayern haben am Ende die Bälle hinten rausgeschlagen", sagte SCP-Abwehrhaudegen Uwe Hünemeier mit einem Anflug von Stolz.

Dass es überhaupt noch eng werden konnte, "haben wir uns selbst zuzuschreiben", betonte Nationaltorhüter Neuer: "Wenn wir im ersten Durchgang unsere Chancen nutzen, dann fahren wir mit einem Kantersieg nach Hause." Kovac stimmte ein: "Wir müssen auch mal mit 2:0 oder 3:0 in die Halbzeit gehen. Da müssen wir konsequenter sein. Dann kommt kein Gegner gegen uns zurück."

Es ist allerdings ein recht altes Lied in der noch recht jungen Saison. Schon im Spitzenspiel bei RB Leipzig zwei Spieltage zuvor hätten die Münchner nach einer herausragenden Darbietung in der ersten Hälfte mehr erreichen müssen als einen Punkt.

An eben jenen Leipzigern allerdings zog der FC Bayern nun vorbei in der Tabelle. Letztlich ziemlich schmucklos, aber eben effizient. "Wir sind jetzt oben, und da wollen wir bleiben", meinte Kovac.

(lt/sid)
Mehr von RP ONLINE