Bayer Leverkusen: Wieder ein Neuanfang in Leverkusen

Bayer Leverkusen : Wieder ein Neuanfang in Leverkusen

Wohl knapp 200 Zuschauer kamen zum Training von Bayer 04. Das ist viel für Leverkusener Verhältnisse, und es war der Tatsache geschuldet, dass es sich a) um die erste Einheit der neuen Saison handelte und es b) in Roger Schmidt für die Kiebitze mal wieder einen neuen Trainer zu begutachten galt.

Der Werksklub selbst hätte indes nichts dagegen, seinen Fans in den kommenden Jahren zum Saisonbeginn jedwede Abwechslung auf der Trainerbank zu verweigern, schließlich soll Schmidt als zehnter Cheftrainer seit 2000 endlich Konstanz in die mannschaftliche Leitung bringen. "Konstanz ist für alle Mannschaften eine Herausforderung", sagte Schmidt bei seiner Vorstellung. Er sprach da zwar von der Schwierigkeit, über einen längeren Zeitraum konstant gut zu spielen, aber seine Ausssage passte eben auch nur allzu gut auf Bayers "Trainer-Hopping" der jüngeren Vergangenheit.

Mit Schmidt, der aus Salzburg kam, soll nun alles besser werden. In erster Linie tritt der gebürtige Sauerländer an, der Werkself eine Spielweise zu verordnen, die gemeinhin als modern gilt. Aus der Leverkusener Kontermannschaft mit Schwächen beim Spielaufbau gegen massierte Defensivreihen soll der 47-Jährige eine hoch pressende Laufmaschine formen, ähnlich dem System, das Salzburg in der Vorsaison so erfolgreich wie ansehnlich praktiziert hatte. "Wir wollen unsere Zuschauer mit attraktivem und offensivem Fußball begeistern", sagte Schmidt, der betonte, er "empfinde es als als große Wertschätzung, dass man mir diese Mannschaft anvertraut". Ein bisschen so wie Auftaktgegner Borussia Dortmund will Bayer spielen. "Dortmund ist ein gutes Beispiel dafür, wie man erfolgreich sein kann, wenn man anders spielt als andere", sagte Schmidt.

Für das neue Bayer hat er aus Salzburg in Oliver Bartlett den Athletik-Trainer mitgebracht, der zuvor schon Klopps Dortmunder fit gemacht hatte. Für das neue Bayer lässt Schmidt jede Trainingseinheit auf Video aufnehmen. Und für das neue Bayer hätte er nach wie vor gerne Hakan Calhanoglu vom HSV. Schmidt wie auch Sportdirektor Rudi Völler betonten noch einmal, dass sie diesen Transfer trotz des derzeitigen "Nein" des HSV noch nicht abgeschrieben hätten. "Wir stehen zu unserem Angebot, und wir hoffen natürlich, dass da noch nicht das letzte Wort gesprochen ist", sagte Völler. Calhanoglu will bekanntlich zu Bayer wechseln.

Dem neuen Bayer. Das mit Roger Schmidt.

(RP)
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