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Bayer 04 Leverkusen: Wie in der Hüpfburg

Bayer 04 Leverkusen : Wie in der Hüpfburg

Die Gefühle fuhren mit den Bayer-Fans Achterbahn. Nach dem 2:3 der Leverkusener in Hamburg war allenthalben Feiern angesagt. Die Spieler kamen nach einer Partie mit bangem Finale auf den Augenbrauen daher.

Sie haben gleich richtig Theater gemacht, obwohl sie nur zu tausend waren in dieser riesigen Schüssel, die früher mal Volksparkstadion hieß. Leverkusens Fangemeinde stieg sofort richtig ein in die Partie mit trommeln, klatschen, singen und Synchron-Springen. Wer als Sieger kommt, der darf auch Selbstbewusstsein demonstrieren. Zwischendurch im Auf und Ab der Gefühle wurden Bayers Sympathisanten ein bisschen kleinlaut, weil es ganz eng zu werden drohte mit dem Ergebnis. Als aber das 2:3 Bayers in Hamburg das Weiterkommen im Uefa-Cup bedeutete, ging es in Bayers Fanblock zu wie in der Hüpfburg. Alle hoch, alle runter. Le-ver-ku-sen, so brüllten sie, was so viel bedeutete wie Europa wir kommen.

Erst aber haben sich die Bayer-Anhänger stark gewundert, was Trainer Michael Skibbe diesmal für eine Eingebung hatte über Nacht wie schon vor dem Spiel gegen Hannover. Bernd Schneider jedenfalls saß nur auf der Bank. Das deutete auf defensive Grundeinstellung hin. Aber von Verteidigung haben die Leverkusener zunächst gar nichts gehalten, außer Karim Haggui vielleicht und vor allem René Adler. Bayers Torwart hielt mal wieder fantastisch nach Schüssen von Guerrero und van der Vaart. Der Leverkusener Youngster schien mit seinen famosen Paraden die Hamburger zu schocken. Und Adler klatschte danach locker Beifall von hinten, als Sergej Barbarez beim erstbesten Leverkusener Angriff gleich der Führungstreffer gelang. Konnte es etwas Schöneres geben als ein Tor in Hamburg für den Ex-Hamburger?

Theofanis Gekas allerdings hat sich auch prächtig gefühlt nach seinem Schuss zum 2:1, weil damit gar nichts mehr anzubrennen drohte. Doch die Leverkusener wähnten sich in gefährlicher Sicherheit denn der Rest bis zum Ende war furchtbares Bangen. Die Fans im Eck gaben vor lauter Angst kaum noch einen Laut. Sie fürchteten, Hamburg könnte für Bayer und sie selbst die letzte Europastation gewesen sein im Sturm und Drang des HSV.

Nach einem Abend, an dem sich noch alles zum Guten wendete in der Niederlage, schlichen die Leverkusener Profis in die Kabine, sie kamen auf den Augenbrauen daher. "Ich brauche sofort ein Sauerstoffzelt", betonte Stefan Kießling, der sich wieder mal Kilometergeld verdient hatte bei einem enormen Pensum. Und über die Probleme, das 2:3 noch über die Zeit zu bringen, mochte er sich vor lauter Freude nicht mehr groß äußern. "Der HSV ist schließlich auch eine gute Mannschaft, da musst Du auch mal ein paar Chancen zulassen", sagte der lange Stürmer. Außerdem: "Wir sind ja in der letzten Zeit auch nicht gerade wenig gerannt."

(RP)