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Analyse: Vieles im grünen Bereich bei Bayer 04

Analyse : Vieles im grünen Bereich bei Bayer 04

Die Hälfte der Hinrunde ist absolviert. Die bisherige Saisonbilanz der Werkself fällt positiv aus, doch es gibt auch Kritikpunkte.

Die nun anstehende Länderspielpause markiert gewissermaßen die Halbzeit der Bundesliga-Hinrunde. Zeit, eine erste Bilanz im Hinblick auf Bayer 04 zu ziehen — auf und neben dem Platz. Es ist eine Bilanz mit viel Licht, aber nicht gänzlich ohne Schatten.

Ein perfekter Saisonstart Neun der bisherigen zwölf Pflichtspiele hat die Werkself gewonnen — eine so nicht zu erwartende Ausbeute. In der Liga zählen weite Teile der Sport-Öffentlichkeit Bayer 04 schon zu den "scheinbar enteilten Top-Drei", wertvoller indes scheint der Vorsprung, den man jetzt schon auf vermeintliche Konkurrenten wie Schalke (acht Punkte) oder Wolfsburg (zehn) besitzt. Im DFB-Pokal erledigte man zweimal konzentriert seine Pflicht, und in der Champions League liegt die Elf nach drei Punkten aus zwei Partien im Soll — nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

Hyypiä und Sam starten durch Der erfolgreiche Saisonstart ist eng mit diesen beiden Namen verbunden, und die beiden wiederum eng miteinander. Seit dem Sommer erlebt Leverkusen einen Sam 2.0, reifer, cleverer, professioneller. Und dieser Sam lässt keine Gelegenheit aus, zu betonen, welch großen Anteil daran Hyypiäs Vertrauen in ihn hat. Dass sich der nun alleinige Cheftrainer in derart beeindruckender Manier freischwimmen würde, war so nicht zu erwarten. Es spricht für ihn, seine Lernfähigkeit und — nicht zuletzt — eben auch für die Qualität eines Co-Trainers Jan-Moritz Lichte, den Stefan Reinartz mit Blick auf die Vorsaison als damals dritten Mann ohnehin "überqualifiziert" fand.

Das Ende der leeren Brust Den lange schwelenden Makel des fehlenden Trikotsponsors beendete Bayer 04 gleich mit zwei positiven Schlagzeilen: einmal mit der Präsentation des international renommierten Partners LG, zum anderen mit der Charity-Aktion für die DKMS, die unisono ein positives Echo erzielte.

Mehr Qualität im Kader Im Vorjahr nutzten die Verantwortlichen die Europa League, um Stammspielern eine Verschnaufpause zu geben, doch wie Hyypiä in den zurückliegenden sieben Spielen in 22 Tagen wettbewerbsübergreifend rotierte, ohne nennenswerte Federn lassen zu müssen, kam dem optimalen Mix aus Regeneration und Erfolg schon sehr nahe.

Die Zuschauerzahlen Einzig das Bayern-Spiel war ausverkauft. Dass selbst ein Heimspiel zum Saisonauftakt und auch ein Champions-League-Spiel am Vorabend eines Feiertages keine volle BayArena erzeugen können, bleibt unbefriedigend.

Sorgenkind Derdiyok Blasse Kurzeinsätze, ein indiskutabler Auftritt in Bielefeld, und gegen die Bayern nicht mal im Kader — den großen Aufbruch blieb der Schweizer noch schuldig.

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Ausbaufähige Außenbahn Egal, wer hinten links und rechts verteidigt, Hereingaben von außen finden fast nie einen Abnehmer. Boenischs Passivität in der Defensive bleibt zudem eine Baustelle.

TelDaFax — kein Ende in Sicht Der erste Termin vor dem Kölner Landgericht erbrachte keine Einigung. Stattdessen steht nun Geduldsspiel zu erwarten — immer mit der drohenden Rückzahlung im zweistelligen Millionenbereich im Rücken.

(RP)