Neuer Stürmer Victor Boniface kommt als Fan zu Bayer

Saalfelden · Bayer Leverkusens Sommerzugang Victor Boniface hat im Trainingslager in Österreich über seine Entscheidung für den Werksklub, den Konkurrenzkampf mit Patrik Schick und seine Ziele gesprochen.

 Victor Boniface wurde am Samstag verpflichtet, flog am Sonntag mit ins Trainingslager nach Österreich und stand dann am Montag zum ersten Mal mit der Werkself auf dem Rasen.

Victor Boniface wurde am Samstag verpflichtet, flog am Sonntag mit ins Trainingslager nach Österreich und stand dann am Montag zum ersten Mal mit der Werkself auf dem Rasen.

Foto: Bayer 04/Jörg Schüler

Intensiv war die erste Einheit im Schatten des Steinernen Meers im österreichischen Saalfelden, wo die Werkself ihr Quartier aufgeschlagen hat. Trainer Xabi Alonso trieb Bayers Profis über den Rasenplatz des Hotels „Gut Brandlhof“. Gegenpressing war nach dem Aufwärmen ein Thema, aber auch Spielformen mit Tempo, Taktik und tiefen Läufen. Das anspruchsvolle Niveau der Übungen ist Victor Boniface aufgefallen. „Das war eine höhere Intensität als in Belgien“, sagt der Zugang von Royale Union Saint-Gilliose nach der rund 90-minütigen Einheit. Am Samstag wurde der Transfer des 1,89 Meter großen Stürmers offiziell, die Gerüchte dazu brodelten schon lange.

Der 22-jährige Nigerianer kommt als Vertretung für Patrik Schick nach Leverkusen. Der tschechische Topstürmer laboriert weiter an den Folgen seiner Probleme im Leisten- und Adduktorenbereich. Zwar ist Schick mit nach Österreich geflogen, allerdings eher als positives Signal für ihn und die Mannschaft. Mit wenigen Unterbrechungen, bei denen er sich ohne nachhaltigen Erfolg an einem Comeback versuchte, ist der 27-Jährige nun seit rund neun Monaten raus. Im Juni wurde er an den Adduktoren operiert, mit seiner Rückkehr ist frühestens im Oktober zu rechnen.

Bayer musste also etwas tun und hat in Boniface einen alten Bekannten unter Vertrag genommen. In der Vorsaison traf Leverkusen im Viertelfinale der Europa League auf Saint-Gilliose. Beim 1:1 im Hinspiel erzielte der physisch präsente Angreifer die Führung für die Belgier – und erntete reichlich Lob vom Gegner. „Wir wussten, wie gut Leverkusen ist und es war ein hartes Spiel“, erinnert sich Boniface. „Zum Glück habe ich eine gute Leistung gezeigt und danach hat Xabi Alonso viele gute Dinge über mich gesagt. Das wusste ich zu schätzen und es hat mich gefreut.“

Seine Begeisterung für die Werkself war geweckt – trotz der 1:4-Niederlage im Rückspiel. „Es hatte für mich Priorität, nach Leverkusen zu wechseln“, betont der Stürmer. Eine Woche nach dem entscheidenden Duell habe er gewusst, dass er nur zu Bayer wolle. „Da gab es noch keinen Kontakt, aber mein Berater hat mir gesagt, dass es die Chance geben könnte, nach Leverkusen zu wechseln. Ich bin ein Fan des Klubs geworden. Es ist ein großes Team, das jeder kennt. Hier zu spielen, ist wie ein wahrgewordener Traum und ich fühle mich bereits wie zuhause.“

Doch wie kam der Wechsel zustande? Boniface hatte durchaus andere Angebote, auch von Interessenten aus England war die Rede, doch für ihn gab es nur ein Ziel. „Ich habe meinen Berater, Freunde, und alle, die mich gut kennen, gefragt, ob es gut wäre, aus Belgien in die Premier League zu wechseln“, erzählt der 22-Jährige. „Aber das wäre nicht der richtige Schritt gewesen. Ich muss noch viel lernen – und in Leverkusen habe ich die Chance, als Mensch und als Spieler zu lernen und mich zu entwickeln.“

 Dem Trainingslager-Kader der Werkself gehören auch die jungen Spieler Ayman Aourir, Arthur und Gustavo Puerta (v.r.) an.

Dem Trainingslager-Kader der Werkself gehören auch die jungen Spieler Ayman Aourir, Arthur und Gustavo Puerta (v.r.) an.

Foto: Bayer 04/Jörg Schüler

Wenn Schick wieder fit und einsatzbereit ist, dürfte sich ein interessanter Konkurrenzkampf um Einsatzzeiten zwischen dem Tschechen und dem Nigerianer entwickeln. Boniface sieht dem professionell entgegen. „Wir sind beide sehr gute Stürmer. Wann auch immer ich die Gelegenheit dazu bekomme, gebe ich alles für das Team“, betont er. Ähnlich geht er auch mit seinen Zielen für sich und die Saison um: „Das Beste geben und sehen, was es am Ende bringt.“

 Trainer Xabi Alonso bei seiner ersten Teamansprache in Saalfelden. Im Hintergrund: das beeindruckende Bergpanorama.

Trainer Xabi Alonso bei seiner ersten Teamansprache in Saalfelden. Im Hintergrund: das beeindruckende Bergpanorama.

Foto: Bayer 04/Jörg Schüler

Vor seinem Wechsel ins Rheinland spielte er eine Saison für Saint-Gilloise und wurde bester Torjäger der Europa League. In den Jahren zuvor ging er für den norwegischen Klub FK Bodø/Glimt auf Torejagd, zu dem er im März 2019 aus Nigeria wechselte. „Jetzt bin ich hier, um zu lernen. Deswegen ist es sehr gut, Xabi Alonso als Coach zu haben“, ist Boniface überzeugt. „Er hilft mir, als Spieler Fortschritte zu machen.“

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