TSV Bayer 04 Leverkusen: Elfen behalten Europa fest im Blick

Frauenhandball-Bundesliga : Elfen behalten Europa fest im Blick

Die Formstärke und das entgegenkommende Restprogramm nähren bei den Bundesliga-Handballerinnen die Hoffnung auf einen Europapokalplatz. In der kommenden Saison verstärkt Ex-Nationalspielerin Svenja Huber den Kader.

Durch den Überraschungssieg gegen Metzingen haben sich Bayers Bundesliga-Handballerinnen sieben Spieltage vor Saisonende in eine glänzende Ausgangsposition gebracht. Im Dreikampf mit Dortmund und Buxtehude um Platz vier und damit die Europapokal-Qualifikation haben sie noch fünf Heimspiele vor sich – und nur noch zwei Duelle mit Teams aus der oberen Tabellenhälfte. Ausrutscher wollen und dürfen sich die Leverkusenerinnen dennoch nicht erlauben, wenn der Traum vom internationalen Geschäft wahr werden soll.

Entsprechend ernst nehmen sie auch die vermeintlich leichten Gegner – wie etwa den Tabellenzehnten Bad Wildungen. Die Vipers sind am Sonntag ab 16 Uhr zu Gast in der Ostermann-Arena. Dass die Gäste über einige Qualität verfügen und gerade auswärts auch gut für Überraschungen sind, haben sie mit Erfolgen in Oldenburg und zuletzt auch Göppingen unter Beweis gestellt.

Während Coach Robert Nijdam und seine Elfen auf dem Feld alles dafür geben, ab dem Sommer nach mehreren Jahren Pause wieder europäisch spielen zu dürfen, geht es hinter den Kulissen bereits um das Team für die kommende Saison, die womöglich Herausforderungen in drei Wettbewerben bereithält. Dabei ist Managerin Renate Wolf ein Coup gelungen: Als Nachfolgerin für Nationalspielerin Amelie Berger verpflichten die Elfen Svenja Huber von Borussia Dortmund. Die 33-jährige bringt neben viel Klasse auch eine Menge Erfahrung mit in das Team, die sie in 54 A-Länderspielen (171 Tore), weit über 200 Bundesligapartien sowie zahlreichen DHB- und Europapokal-Einsätzen sammelte. Mit ihr und der 19-jährigen Elaine Rode, die zuletzt eine mehr als vielversprechende Entwicklung nahm, sehen sich die Leverkusenerinnen auf dem rechten Flügel hervorragend für die Zukunft aufgestellt.

Diese Lösung wurde bereits Anfang des Jahres vorbereitet, während sich die Verhandlungen mit Berger hinzogen und dann den befürchteten Ausgang nahmen. Begonnen hatte alles mit einem Gespräch zwischen Huber, deren Vertrag beim BVB nicht verlängert wurde, und Bayers langzeitverletzter Kreisläuferin Jennifer Karolius. Die beiden tauschten sich über die Gedankenspiele der Noch-Dortmunderin aus, wie und ob es überhaupt für sie weitergehen soll. Kurz danach klingelte Hubers Telefon.

„Jutta Ehrmann-Wolf meldete sich und wollte wissen, ob ich Interesse an einem Wechsel zu den Elfen habe“, erinnert sich die künftige Leverkusenerin an das Gespräch mit der Teammanagerin der Elfen. „Es ergaben sich schnell tolle Gespräche, sehr ehrlich und respektvoll, ich spürte eine große Wertschätzung. Wir waren uns schnell einig“, sagt die 1,68 Meter große Linkshänderin. Die studierte Soziologin mit sportjournalistischen Erfahrungen kommt mit einigen Ambitionen nach Leverkusen. „Ich freue mich sehr auf diese neue Herausforderung und werde noch mal richtig Gas geben. In meiner Titelsammlung fehlt noch ein Pokalsieg. Den könnte ich ja mit Leverkusen holen“, sagt sie.

Und auch Wolf ist mit der Verpflichtung nicht nur aus rein sportlichen Gesichtspunkten („eine herausragende Spielerin“) zufrieden, sondern auch mit Blick auf Hubers Beitrag zur Weiterentwicklung der zahlreichen Talente im Team. „Von ihrer enormen Erfahrung werden unsere jungen Spielerinnen ganz sicherlich sehr profitieren“, betont Wolf.