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Bayer Leverkusen: Stefan Kießling: "Wir können stolz sein"

Bayer Leverkusen : Stefan Kießling: "Wir können stolz sein"

Die Zuschauer im Nürnberger Frankenstadion gewöhnen sich mittlerweile wohl daran, dass am Ende einer Partie gegen Bayer Leverkusen die Gäste stets ausgelassen etwas zu feiern haben. War es im Mai 2012 die Qualifikation zur Europa League gewesen, genoss die Werkself diesmal nach dem 2:0 (1:0) am Samstag die feststehende Teilnahme an der Champions League.

"Wir haben uns das einfach verdient und können verdammt stolz auf uns sein. Es hatte ja niemand vor der Saison gesagt, dass wir direkt hinter den besten beiden deutschen Mannschaften ins Ziel kommen", sagte Torjäger Stefan Kießling, der nach dem Spiel in der Fankurve das "Uffta" anstimmte und zuvor mit seinem 23. Saisontor per Elfmeter zu Dortmunds Robert Lewandowski aufgeschlossen hatte. Dass ihm Sidney Sam beim zweiten Elfer den Ball klaute, den Strafstoß verschoss und so zum kleinen Buhmann des Leverkusener Feiertages wurde, blieb letztlich eine Randnotiz. "Er kam später her und hat sich entschuldigt, und das ist alles okay, weil mir die Torjägerkanone egal ist und weil ich einen Vereinsrekord aufgestellt habe", sagte Kießling. Nie zuvor hatte ein Leverkusener 23 Treffer in einer Bundesligasaison geschossen.

Topraks Befreiung

Endlich seinen allerersten Treffer in der 1. Liga durfte derweil Ömer Toprak in Nürnberg bejubeln. "Die Jungs haben mich das ganze Jahr damit aufgezogen, dass ich keine Tore schießen kann. Jetzt kommen alle vielleicht mal ein bisschen runter", sagte der Innenverteidiger mit einem Schmunzeln. Die Vorfreude auf die Rückkehr in die Königsklasse stand ihm förmlich ins Gesicht geschrieben. "Wir wissen alle, wie geil es in der Champions League ist, wir haben ja in der vorletzten Saison dort gespielt", sagte er.

Wie viel Druck dann letztlich doch von allen abgefallen war, konstatierte Sportdirektor Rudi Völler. "Wenn wir noch abgefangen worden wären, wäre das schon eine große Enttäuschung gewesen", gab er zu. In die laufenden Transfergespräche kann Völler nun mit dem förderlichen Argument ziehen, den Kandidaten Champions-League-Einsätze in Aussicht zu stellen. "Mir wird eigentlich immer zu viel von den wirtschaftlichen Dingen gesprochen, wenn man sich für die Champions League qualifiziert. Es ist in erster Linie ein riesiger sportlicher Erfolg", sagte er. Tags zuvor war Völler noch in St. Etienne gewesen, um Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang (23, 19 Liga-Tore) im Spiel gegen Bordeaux (0:0) zu beobachten.

Bayer 04 qualifizierte sich am Samstag zum 20. Mal in den vergangenen 28 Jahren für einen europäischen Wettbewerb. Viermal in den vergangenen fünf Jahren landete man unter den besten fünf der Liga. "Damit können wir sehr gut leben", sagte Völler. Dem wollte niemand widersprechen. Die große versammelte Sause blieb nach der Rückkehr des Mannschafsbusses ins Rheinland dann aber aus. Die Helden waren - nach dem ereignisreichen Tag und ein paar Kaltgetränken auf der Fahrt - teilweise einfach zu müde.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Stefan Kießling

(can)