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Bayer Leverkusen: So will sich die Werkself verbessern

Bayer Leverkusen : So will sich die Werkself verbessern

Effektivere Standardsituationen, bei Bedarf auch mal ein geduldigeres Offensivspiel sowie ein höheres Verteidigen – so lauten die Schwerpunkte, die das Trainerduo bei Bayer 04 in der Vorbereitung auf die Rückrunde setzt.

Effektivere Standardsituationen, bei Bedarf auch mal ein geduldigeres Offensivspiel sowie ein höheres Verteidigen — so lauten die Schwerpunkte, die das Trainerduo bei Bayer 04 in der Vorbereitung auf die Rückrunde setzt.

Die ersten, die gestern im Haberland-Stadion ins Schwitzen kamen, waren nicht etwa die Bayer-Profis, sondern emsige Mitarbeiter der Servicefirma "tecarena+", die den Rasen vom Schnee befreiten, so dass das nichtöffentliche Training wie geplant um 11 Uhr beginnen konnte.

Vier Einheiten bleiben der Werkself bis zum Rückrundenstart, und dass Sascha Lewandowski und Sami Hyypiä noch zu zwei weiteren — heute und am Donnerstag — keine Zuschauer zulassen, beweist, dass sie die ein oder andere Neuerung einstudieren wollen. Es sind im Wesentlichen drei Aspekte, die die Schwerpunkte der Trainingsarbeit bilden.

Die Option eines geduldigeren Offensivspiels Bayers Verantwortliche streben nicht etwa eine Abkehr vom schnellen, vertikalen Offensivspiel an, das in der Hinrunde so vorzüglich funktionierte. Vielmehr geht es darum, gegen tiefstehende Mannschaften, die kaum Räume anbieten, situationsbedingt auch mal den dann oft zu Ballverlusten führenden schnellen Vortrag gegen ein geduldigeres Spiel einzutauschen.

Aus der Ballsicherung heraus soll dann die entscheidende Lücke erarbeitet werden. "Wir wollen unberechenbarer werden", sagt Lewandowski. In punkto Ballbesitz liegt Leverkusen ligaweit mit 47 Prozent nur auf Rang 14, beim furiosen 3:0 gegen den HSV waren es gar nur 36 Prozent. "Der Gegner hatte meist mehr Ballbesitz, aber ich will nicht den Ballbesitzpreis gewinnen, sondern das Spiel", sagt Simon Rolfes.

Höheres Verteidigen Das auf schnelles Umschalten ausgelegte Spiel der Werkself bringt eine tiefstehende Defensive mit, die den Gegner lockt, um in dessen Hälfte die nötigen Räume zu schaffen. Auch hier soll künftig — Stichwort: Variabilität — phasenweise mal höher verteidigt und gepresst werden, um bei Balleroberung in der gegnerischen Hälfte näher am Tor zu sein. Das birgt natürlich Gefahren für die Innenverteidiger, die "in diesen Fällen viel Raum im Rücken" haben, wie Philipp Wollscheid beschreibt.

Bessere Standards Gonzalo Castro wollte im Trainingslager den Vorwurf "ausbaufähiger Standards" zwar nicht so stehen lassen, aber die Statistik weist aus, dass Bayer 04 nur jedes achte bis neunte seiner Tore nach Freistößen und Eckbällen erzielt. Der Ligaschnitt liegt über die Jahre bei rund 25 Prozent.

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Zu viele Ecken und Freistöße flogen im Herbst entweder über Freund und Feind hinweg oder zu flach in den Gegner hinein. Bayer gehört zu der Hälfte der Bundesligisten, die noch ohne direktes Freistoßtor dastehen. Wie sonst nur noch Augsburg und Nürnberg ist die Werkself zudem noch ohne Elfmetertor (Schürrle scheiterte gegen Gladbach, Kießling gegen Schalke).

(RP/rl)