1. Sport
  2. Fußball
  3. Bayer 04 Leverkusen

Sascha Lewandowski zieht es zurück auf die Trainerbank

Bayer Leverkusen : Lewandowski zieht es zurück auf die Trainerbank

Der 43-jährige Nachwuchs-Chefcoach bei Bayer 04 kommuniziert offen seinen Wunsch, wieder als Trainer - am liebsten in der Bundesliga - arbeiten zu wollen. Konkrete Angebote gibt es derzeit aber nicht, bei RB Leipzig steht er aber auf dem Zettel.

Dass es im bezahlten Fußball insbesondere auf dem Trainerposten zu einem schnellen Stühlerücken kommen kann, das weiß Sascha Lewandowski nur zu gut. Er selbst spielte zwei Mal schon den Feuerwehrmann bei Bayer 04, und stand an vorderster Front, als es darum ging, seinem Klub aus einer sportlich schwierigen Situation zu helfen. Beide Male hat der 43-Jährige seine Qualitäten unter Beweis gestellt, der sich nach seinen Erfolgen als Nachwuchscoach nicht zuletzt aufgrund seiner Verdienste für den Werksklub auch als Fußball-Lehrer höchsten Respekt erarbeitete.

Es wäre jedenfalls nicht ungewöhnlich, wenn sein Name auch demnächst wieder auf den Listen all jener Bundesligisten auftaucht, die sich mangels Erfolg auf die Suche nach einem neuen Trainer machen. Lewandowski selbst bringt sich jedenfalls in Position. "Ich möchte in Zukunft wieder täglich mit einer Mannschaft zusammenarbeiten. Das ist das, was ich am besten kann und am liebsten mache", bestätigt der 43-Jährige, der in den vergangenen Monaten wichtige Arbeit auch im Nachwuchs von Bayer 04 leistete.

Dass dies nach aktuellem Dafürhalten nicht in Leverkusen sein wird, liegt weniger an Lewandowski als an der Tatsache, dass Bayer 04 seine Zukunft mit Roger Schmidt plant. Lewandowski möchte seine Entscheidung aber nicht falsch verstanden wissen. "Dass ich künftig lieber Trainer sein will, heißt nicht, dass ich im Sommer automatisch weg bin", entgegnet der Coach, der die Dinge gestern noch einmal in einem persönlichen Gespräch mit Sportdirektor Rudi Völler und Manager Jonas Boldt glattzog. Konkrete Angebote gebe es aktuell nicht, versichert der Fußball-Lehrer, der intern zu jeder Zeit mit offenen Karten spielte. "Als im Laufe der Saison Angebote kamen, habe ich das sofort kommuniziert", erklärt Lewandowski.

Zu den Interessenten, die sich in den zurückliegenden Monaten mit Lewandowski beschäftigt haben sollen, gehörten dem Vernehmen nach der VfL Bochum, Borussia Dortmund und Hannover 96. Aktuell soll auch Ralf Rangnick, Sportdirektor von RB Leipzig, seine Fühler nach Lewandowski ausgestreckt haben.

Allerdings herrschte in den vergangenen Monaten Einigkeit darüber, dass ein Wechsel im Laufe der Saison nicht in Frage kommt. "Ich habe eine Aufgabe mit einer gewissen Verantwortung übernommen, der ich erst einmal gerecht werden wollte", sagte der 43-Jährige, der 2013 den Posten des Nachwuchs-Cheftrainers bei Bayer 04 antrat, wo es viel zu bewegen gab. Im Zuge der Auflösung der U 23 galt es Umstrukturierungen voranzutreiben - insbesondere die Anbindung der Nachwuchsteams U 19 und U 17 an den Profikader, die durch den Verzicht auf die U 23 umso wichtiger geworden ist. Man verständigte sich darauf, nach Ablauf der Saison die Situation neu zu besprechen. Das ist geschehen. "Wir stehen mit Sascha in einem offenen Dialog", bestätigt Manager Jonas Boldt.

Bei Bayer 04 wissen sie, was sie an Lewandowski haben. Seine Verdienste für den Verein sind groß - insofern wird man ihm trotz seines langfristigen Vertrages wohl auch keine Steine in den Weg legen, sollte er bei einem entsprechenden Angebot um eine Freigabe bitten. Als Leverkusen im Jahr 2012 nach einer Serie von Niederlagen drohte, seine internationalen Ziele aus den Augen zu verlieren, war Lewandowski zur Stelle. Die Entlassung von Robin Dutt 2012 hat ihn zum ersten Mal ins Rampenlicht der Bundesliga geführt. Am 1. April übernahm er gemeinsam mit Sami Hyypiä und führte Bayer 04 sechs Spieltage vor Schluss noch in die Europa League. In der darauffolgenden Spielzeit landete die Werkself auf Rang drei.

Trotz dieses Erfolges zog sich der gebürtige Dortmunder aber zurück. Hyypiä machte als alleiniger Chefcoach weiter. Dessen Entlassung spülte Lewandowski zurück auf die Bundesliga-Bühne, und er erreichte mit Bayer den Champions-League Qualifikationsplatz. Erneut zog es Lewandowski am Ende der vergangenen Saison aber trotz des Erfolges ins Nachwuchsleistungszentrum zurück - wo er spätestens seit diesem Zeitpunkt als Schatten im Hintergrund gilt, dessen Kontur zunimmt, wenn dem aktuellen Cheftrainer der Erfolg abhandenkommt. Nun aber scheint der Zeitpunkt gekommen, dass der Fußball-Lehrer endgültig aus diesem Schatten heraustreten will. Unklar ist einzig, wann das sein wird.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Sascha Lewandowski leitet Training als Chefcoach

(RP)