Bayer Leverkusen: Reinartz hofft auf ein Ende der Leidenszeit

Bayer Leverkusen : Reinartz hofft auf ein Ende der Leidenszeit

Die ersten Trainingstage stimmen den lange verletzten Bayer 04-Profi optimistisch. Die anvisierte Spielweise von Trainer Roger Schmidt mit dem höheren Pressing dürfte Stefan Reinartz entgegenkommen.

Ob das Saisonende der noch am wenigsten schlechte Zeitpunkt ist, sich als Profifußballer zu verletzen, ist Ansichtssache. Aus Vereinssicht sicherlich ja, denn so fällt die Reha des Spielers in die längstmögliche pflichtspiellose Zeit. Aus Sicht des Spielers so überhaupt nicht, denn die Reha fällt in den längstmöglichen Jahresurlaub. Davon kann in Leverkusen Ömer Toprak (Oberschenkelverletzung) ein Lied singen. Oder Stefan Reinartz (Fersenprobleme). Denn während die Mitspieler ohne Nationalmannschafteinsätze sechseinhalb Wochen Urlaub hatten, waren es in Reinartz' Fall nur zweieinhalb.

Der 25-Jährige absolvierte nach seiner Operation an der Ferse Mitte April in Basel bis in den Juni hinein seine Reha. Und er war auch bereits eine halbe Woche vor Wiederbeginn im Einzeltraining. Das alles trägt nun in den ersten Tagen der neuen Saison Früchte. "Es lief bis jetzt alles top — überraschend für mich, ehrlich gesagt. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich über den Berg bin, aber die hohe Belastung bereitet bislang keine Probleme. Ich fühle mich echt gut. Vom Laktattest war ich auch positiv überrascht", sagt Reinartz.

Er ist dennoch ein vorsichtiger Optimist geworden nach den langwierigen Fußproblemen, die aus der Saison 2013/14 für ihn relativ schnell eine zum Vergessen gemacht hatten. Öfter schien er nach Behandlungen über den Berg, doch immer kamen die Schmerzen zurück. Deswegen gilt auch Vorsicht bei diesem Wiedereinstieg. "Für die erste Woche haben wir abgesprochen, dass ich nicht beide Einheiten am Tag auf dem Platz mitmache. Wir wollen es nicht direkt überreizen", sagt Reinartz.

Dabei ist er heiß auf die neue Spielzeit — seine wohl letzte bei Bayer 04, bevor er 2015 ablösefrei gehen kann. Die anvisierte Spielweise von Trainer Roger Schmidt mit dem hohen Pressing dürfte ihm entgegenkommen. Seit dem ersten Trainingstag läuft "die Umschulung" der Werkself hin zu dieser Spielidee. "Das kann der Trainer nicht verleugnen, dass das seine Spielidee ist", sagt Reinartz schmunzelnd. "Man hört ja auch ein bisschen, dass die anderen Mannschaften am ersten Tag eher Ballgewöhnung machen. Unsere erste Einheit war dagegen nicht mit dem, sondern gegen den Ball."

Im Sinne des Teams ist die dominantere Spielauffassung in jedem Fall. "Wir waren ja selbst im Winter nach einer guten Vorrunde nicht hundertprozentig zufrieden, weshalb wir damals ja schon stärker in Richtung Ballbesitzfußball wollten", sagt Reinartz.

Übrigens: Die zweieinhalb Wochen Ferien widmete Reinartz letztlich auch dem Fußball. Er urlaubte in Brasilien, in Rio, Salvador de Bahia und Fortaleza. Er war bei den ersten beiden Deutschland-Spielen genauso im Stadion wie bei Hollands 5:1 gegen Spanien. Drei Highlights. Zum Saisonstart will er bei den nächsten Bayer-Highlights wieder selbst auf dem Platz dabei sein.

(RP)
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